Neue CRESTA-Zonen für die Versicherungsbranche

GfK

Versicherer können künftig auf bessere geografische Tools zugreifen, die bei Analyse, Aggregation und Austausch von Risikoinformationen eingesetzt werden. GfK hat neue CRESTA-Zonen veröffentlicht, sie decken insgesamt 137 Länder ab.

Der CRESTA Map Viewer 2019 (Bild: GfK, cresta.org)
Der CRESTA Map Viewer 2019 (Bild: GfK, cresta.org)

Seit diesem Release liegt laut GfK erstmals auch eine neue Zonenebene für Neuseeland vor, was die Risikoanalyse und den Informationsaustausch in diesem wichtigen Markt ermöglicht. Die neuen Zonen sind für 137 Länder erhältlich und berücksichtigen die zahlreichen Änderungen bei den administrativen und postalischen Grenzen seit dem letzten CRESTA-Update im Jahr 2013. Neben einer neuen Planungsebene für Neuseeland gibt es mit dem aktuellen Release laut GfK verbesserte Zuordnungstabellen mit prozentualer Zuordnung durch Flächenverschnitt. Dadurch können Anwender exaktere Vergleiche zwischen verschiedenen Gebietsständen oder zwischen CRESTA und postalischen oder administrativen Grenzen durchführen.

Die CRESTA-Zonen liegen unterteilt in 4.801 "Low Resolution" (LowRes) und 242.172 "High Resolution" (HighRes) Zonen vor. Die zwei Auflösungen unterstützen das komplette Spektrum der Versicherungsanwendungen - von der Modellierung von Stürmen, Fluten und Erdbeben über den internationalen Vergleich von Schadenshöhen bis hin zur Anpassung von Versicherungsprämien. Durch die Aggregation von Information zu CRESTA-Zonen können Anwender persönliche Daten anonymisieren und sich so an Datenschutzregeln halten. Alle Zonen sind flächendeckend und passen überlappungsfrei zueinander, was eine wichtige Voraussetzung für genaue und fehlerfreie Analysen ist.

Einheitlicher globaler Standard ist essenziell

"In der Versicherungsbranche wird mit enormen Mengen an Daten gearbeitet - daher ist ein einheitlicher globaler Standard zum Aggregieren dieser Information zu regionalen Einheiten essenziell", erklärt Klaus Dittmann, Leiter der Kartografie im Bereich Geomarketing von GfK. "Die CRESTA-Zonen bieten genau diesen einheitlichen Standard für die Aggregation und den Austausch von Risikoinformationen und ermöglichen so, präzise Vergleiche zwischen Regionen zu ziehen und die gewonnenen Erkenntnisse schneller zu kommunizieren."

Küstenlinien helfen bei Einschätzung von Naturgefahren

Die Zonen decken den Bedarf an detaillierten und präzisen Küstenlinien - besonders in dichtbevölkerten Regionen mit erhöhtem Risiko für Naturgefahren - in der Branche. Kartografen im Bereich Geomarketing von GfK digitalisieren die administrativen und postalischen Grenzen, auf denen die CRESTA-Zonen basieren, und passen dabei die Grenzen für Küstenlinien manuell an. Dadurch können alle Immobilien, die direkt am Wasser liegen, in der korrekten Zone geokodiert werden.

Reaktion auf sich weiterentwickelnde Bedürfnisse 

Die Catastrophe Risk Evaluating and Standardizing Target Accumulations (CRESTA) Organisation verfolgt seit 1977 das Ziel, weltweit einheitliche Methoden zur Kumulkontrolle und zum Risikotransfer von Naturgefahren auszuarbeiten. So sind CRESTA-Zonen inzwischen der am häufigsten verwendete Aggregationsstandard in der Versicherungsbranche. Die Leitung des CRESTA-Sekretariats, die in der Vergangenheit turnusgemäß Munich Re und Swiss Re innehatten, wurde inzwischen von der PERILS CRESTA AG übernommen. GfK liefert weiterhin die globalen administrativen und postalischen Grenzen, denen die CRESTA-Zonen unterliegen.

"Als globaler Standard für den Austausch von Versicherungsdaten spielen die CRESTA-Zonen eine essenzielle Rolle bei der Effizienzsteigerung im Risikotransfer", erklärt Dr. Eduard Held, Head of Products bei PERILS. "Durch die Zusammenarbeit mit GfK, die durch ihre Expertise im Bereich Kartografie und Daten höchste Qualität für unsere CRESTA-Zonen gewährleistet, können wir den sich immer weiter entwickelnden Bedürfnissen der Versicherungsbranche Rechnung tragen."

Diese Reaktionsfähigkeit auf die aktuellen Bedürfnisse in der Versicherungsbranche spiegelt sich auch in der Zusammensetzung des CRESTA-Gremiums wider, zu welchem viele der führenden Firmen in der Branche gehören - darunter z.B. AIR, Aon, CoreLogic, Guy Carpenter, Impact Forecasting, Munich Re, Oasis, PERILS, RMS, Swiss Re und Willis Re. Zeitgleich zum neuen CRESTA-Update wurde auch die Webseite www.cresta.org überarbeitet. Diese bietet eine interaktive Karte, auf der beliebige Standorte oder Koordinaten die entsprechende CRESTA-Zone bestimmt und visualisiert werden kann. Zusätzlich werden Zonenlisten und Mappingtabellen als Downloads bereitgestellt.

Verfügbarkeit und ergänzende Daten

Die neuen CRESTA-Zonen sind in allen Standardformaten verfügbar und können von Anwendern in ihrem eigenen GIS, BI oder Risk Modell eingesetzt werden. Die Zonen dienen als Basis für eine Vielzahl von Analysen, wie z.B. die Ausführung von Suchabfragen nach Nachbarschaftsbeziehungen innerhalb des Datenuniversums, die Aggregation von Daten und die Modellierung eigener Risikoszenarien.

Digitale Landkarten dienen als Grundlage für die räumliche Analyse von Daten. Der Bereich Geomarketing von GfK verfügt nach eigenen Angaben über die "weltweit größte Sammlung digitaler administrativer und postalischer Karten". Man lege bei der Erstellung in der hauseigenen Kartografie höchsten Wert auf die globale Abdeckung, den Detaillierungsgrad und die grenzüberschreitende Passgenauigkeit, hieß es in einer Mitteilung. Dazu seien passend regionalisierte Marktdaten verfügbar, etwa europaweite feinräumige Daten zur Kaufkraft, Einwohnern und Haushalten. Diese erlaube die Einschätzung von regionalen Versicherungs- bzw. Schadenspotenzialen.

ts

Veröffentlicht am: 03.02.2020

 

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