Stimmungsmusik

Researchability - Verantwortung für Markt und Daten

Musikstreamingdienste tun der Musikindustrie gut. Sie greifen aber neben Daten – deshalb gab es für Spotify kürzlich mächtig Schelte – auch Stimmungen ab. Ein Fall von Geben und Nehmen.

Kastelruther Spatzen statt Kollegah? Was Streamingdienste bei Facebook verraten können. (Bild: Follow me - fotolia.com)
Kastelruther Spatzen statt Kollegah? Was Streamingdienste bei Facebook verraten können. (Bild: Follow me - fotolia.com)

Von Prof. Dr. Rolf Schwartmann

Musik-Streamingdienste sind prima. Sie bieten dem Nutzer eine legale Möglichkeit Musik zu hören. Abmahnungen gehen zurück, weil "Musikklau" im Netz sich nicht mehr lohnt.

Musikstreamingdienste bieten Musik an …

Wie funktionieren diese Dienste? Man zahlt im Monat etwa so viel, wie früher eine LP kostete. Dafür hat man per Handy für die Zeit in der man den Dienst gebucht hat, on- und offline werbefreien Zugriff auf mehr Musik als der beste Plattenladen im Sortiment hat. Man kann im Angebot Stöbern oder gezielt Musik suchen.

… und rufen Stimmungen ab

Die Dienste bieten aber je nach Stimmung auch Musik an. Es gibt etwa Vorschläge für Herzschmerz, Stressabbau, aber auch eine Dope und eine Shop 'Til You Drop Playlist. Das ist ein Mehrwert, weil es für jede Stimmung die passende Musik gibt. Zugleich vertrauen wir dem Musikdienst aber mit unseren Musikvorlieben und Stimmungen auch persönliche Informationen an. Damit kann man Profile erstellen. Zum Beispiel: Da hat einer Liebeskummer und baut gerade Stress ab. Er hört Drogensongs um danach wie wild zu shoppen. Kann man damit etwas anfangen? Klar, warum sollte man sonst wie Spotify Standortangaben und "musikalische Vorlieben, Einstellungen und technische Daten" an Dritte weiterleiten?

… und können kleine Geheimnisse verraten

Wer seine musikalischen Vorlieben nicht gleich auch Facebook zur Verfügung stellen will, sollte sich besser nicht über das soziale Netzwerk mit dem Musikdienst verbinden. Schließlich kann man sich schnell hämische Kommentare fangen, wenn die Freunde meinen, dass man nicht mehr Kollegah hört, sondern gern auch mal Kastelruther Spatzen. Und das nur, weil man sein Smartphone auf der Familienfeier mal dem bekennenden Volksmusikfan aus der Verwandtschaft geliehen hat.

Veröffentlicht am: 02.09.2015

 

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