Kein Kredit wegen Twitter

Researchability - Verantwortung für Markt und Daten

Nicht nur Haus, Auto und Kleidung lassen auf persönliche Verhältnisse schließen. Es werden Posts ausgewertet, um die Kreditwürdigkeit zu prüfen.

Vorsicht beim Twittern, es könnte kreditschädigend sein. (Bild: M. Schuppich - fotolia.com)
Vorsicht beim Twittern, es könnte kreditschädigend sein. (Bild: M. Schuppich - fotolia.com)

Wer sich für seinen Wohlstand nicht schämt, der erzählt seinen Freunden gerne davon. Heute macht man das effizient über Facebook. Man kann zum Beispiel Bilder von seinen Weihnachtsgeschenken posten und von dem Essen in den Nobelrestaurants. Solange man öffentlich zeigt, dass es einem gut geht, mag das für Ansehen oder Neid bei der Facebook-Öffentlichkeit sorgen und auch manchen Einbrecher neugierig machen.

Tweets sind Indikatoren für Insolvenz

Twittern kann aber auch kreditschädigend sein. Wissenschaftler haben jetzt über einen längeren Zeitraum Posts bei Twitter von Unternehmen ausgewertet, aus denen sich deren Insolvenz vorhersagen ließ. Dazu wurde insbesondere ein Stimmungsindikator ausgewertet, der deutlich und sehr präzise auf Insolvenz und deren Zeitpunkt hinwies.

Was öffentlich ist, darf ausgewertet werden

Datenschutzrechtlich ist dagegen nicht einmal etwas einzuwenden, denn schließlich sind alle ausgewerteten Informationen öffentlich und freiwillig ins Netz gelangt. Man darf aus ihnen genauso Rückschlüsse auf die Kreditwürdigkeit ziehen, wie aus einem dicken Auto, teurem Schmuck, häufigen Reisen und einem großen Haus.

Wer nicht will, dass Dritte sich positiv oder negativ über seine persönlichen Verhältnisse informieren, der sollte in sozialen Netzwerken diesbezüglich diskret auftreten. Die Kreativität und Präzision moderner Datenauswertungsmethoden sprengt die Grenzen des normalen Vorstellungsvormögens.

Von Prof. Dr. Rolf Schwartmann

Veröffentlicht am: 20.01.2016

 

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

Kommentare geben ausschließlich die Meinung ihrer Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht oder gekürzt zu veröffentlichen. Das gilt besonders für themenfremde, unsachliche oder herabwürdigende Kommentare sowie für versteckte Eigenwerbung.

Über marktforschung.de

Branchenwissen an zentraler Stelle bündeln und abrufbar machen – das ist das Hauptanliegen von marktforschung.de. Unser breites Informationsangebot rund um die Marktforschung richtet sich sowohl an Marktforschungsinstitute, Felddienstleister, Panelbetreiber und Herausgeber von Studien, Marktdaten sowie Marktanalysen als auch an deren Kunden aus Industrie, Handel und Dienstleistungsgewerbe.

facebook twitter xing linkedin