Fingerabdrücke im Netz

Researchability - Verantwortung für Markt und Daten

Beim Surfen im Netz schaut uns die Werbewirtschaft über die Schulter. Das geht nicht nur mit Hilfe von Cookies sondern auch per Fingerprinting.

Fragezeiche vor Gesicht (Bild: lassedesignen - fotolia.com)
Wer etwas im Internet sucht, wird ohne sein Wissen analysiert. (Bild: lassedesignen - fotolia.com)

Jeder, der im Netz schon mal nach einem Produkt gesucht hat, kennt das: Man wird in der Folgezeit bei aufpoppender Werbung über ähnliche Produkte informiert. Die Kenntnis unseres Surfverhaltens ist Geld wert. Schließlich gibt es Auskunft über Vorlieben und erlaubt gezielte Werbeansprachen. Aber wie bekommt man heraus, dass sich der eine für Babyartikel interessiert und die andere für Handtaschen? Das geht über digitale Fingerabdrücke, die Rechner im Netz hinterlassen.

So funktioniert Fingerprinting

Wer etwas eingibt, wird ohne sein Wissen analysiert und zu einem Gesamtbild zusammengefügt. Das ist möglich, weil beim Ansteuern einer Seite etwa die Browser-Version, der exakte Computer-Typ  und individuelle Einstellungen ausgewertet werden. Die Kombination aus Hard- und Software mit den persönlichen Einstellungen individualisiert den Nutzer eines Desktop-Rechners zu etwa 90 Prozent. Die Einstellungen am Smartphone sind weniger individuell. Deshalb lassen sich auch nur etwa 25 Prozent des Nutzers individualisieren. Ähnlichen Zwecken dienen Cookies. Das sind kleinen Programme, die auf dem Rechner ausführt werden, wenn man bestimmte Seiten aufruft.

Das kann man gegen Fingerprinting tun

Wer nichts gegen Werbung hat, muss gegen die Informationssauger nichts unternehmen. Für die, die sich wehren wollen, gilt: Cookies kann man im Browser ausschalten. Fingerprinting erfolgt im Hintergrund und lässt sich eindämmen, indem man regelmäßig Cache und Cookies löscht und das JavaScript sowie PlugIns deaktiviert. Leider ist das aufwendig und das Surfen macht weniger Spaß. Viele Webseiten sind nämlich ohne all das nicht oder nur sehr eingeschränkt nutzbar. Es gibt auch Software, mit der man Fingerprinting eindämmen kann.

Von Prof. Dr. Rolf Schwartmann

Veröffentlicht am: 25.05.2016

 

Kommentare (1)

  1. Christian Loeb am 25.05.2016
    Ernsthaft? Ich hab es zuerst für Satire gehalten. Der Tipp Javascript zu deaktivieren ist ziemlich lustig und hilft sicher wenn man sich das Internet hin und wieder ausdruckt. Ansonsten fasst der Artikel den Stand vor ca. drei bis vier Jahren treffend zusammen.

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