Smart Home, VR und Co.: Konsumenten zwischen Neugier und Skepsis

Nordlight Research Trendmonitor Deutschland

Jeder dritte Deutsche steht der fortschreitenden Digitalisierung im Alltag skeptisch gegenüber. Viele sind aber auch neugierig. Längst nicht alle digitalen Produktneuheiten haben das Zeug zum Hype.

Faszination VR? (Bild: franz12 - fotolia)
Faszination VR? - Der Hype um die Digitalisierung wächst (Bild: franz12 - fotolia)

 

Obwohl ein Verbraucherinteresse an innovativen Produkten in Trendfeldern wie Smart Home, Smart Mobility, Virtual Reality oder Haushaltsrobotik besteht, liegen die Nutzerzahlen oft erst bei wenigen Prozentpunkten, wie die aktuelle Ausgabe des "Trendmonitor Deutschland" des Marktforschungsinstituts Nordlight Research offenlegt.

Mit Anwendungsstories und Pricing-Strategien gegen die Kunden-Skepsis

Demnach sind etwa über die Hälfte der befragten Bundesbürger an Haushaltsrobotern interessiert. Bereits im Einsatz sind diese modernen "Heinzelmännchen" aber erst in etwa sechs Prozent der Haushalte. In absehbarer Zeit kaufen wollen solche Hilfsroboter weitere sechs Prozent der Verbraucher; zehn Prozent wollen sich hierzu erst einmal informieren. Hohes generelles Verbraucherinteresse zeigt sich auch bei vielen Smart-Home-Geräten - wie etwa digital vernetzte Haushaltsgeräte. Auch hier liegt der tatsächliche Nutzungsgrad erst bei wenigen Prozentpunkten. Laut Thomas Donath, Geschäftsführer von Nordlight Research, begegnet man der Skepsis der Kunden am besten mit überzeugenden Anwendungsstories und Pricing-Strategien.

Geringe Aufpreisbereitschaft für digitale Haushaltsprodukte

Vor die Wahl gestellt, Haushaltsgeräte (wie etwa Kaffeemaschine, Kühlschrank oder Waschmaschine) entweder in "klassischer" oder in "digital vernetzter" beziehungsweise per App steuerbarer Form zu kaufen, würden sich derzeit 53 Prozent der Verbraucher noch für das klassische Produkt ohne smarte Steuerung entscheiden. 28 Prozent favorisieren das digital vernetzte Produkt - ausdrücklich aber nur, wenn dieses nicht teurer als das klassische Vergleichsprodukt ist. Lediglich acht Prozent würden sich für das "smarte" Produkt entscheiden, auch wenn dies etwas teurer ist. Elf Prozent der Verbraucher zeigen sich unentschieden.

Digitale Sprachsteuerung - Hype oder Zeitenwende?

Im Bereich VR zeigt sich, dass aktuell rund 30 Prozent ein generelles Interesse an VR-Brillen für Smartphones und Spiele-Konsolen/PC bekunden; sechs Prozent davon wollen sich hierzu aktiv weiter informieren, zwei Prozent diese auch bald kaufen. Unter den verschiedenen Anwendungsszenarien von VR finden 3D-VR-Filme (60 Prozent), Virtuelle Lernangebote (59 Prozent), Virtuelles Reisen (57 Prozent) und live in virtueller Realität übertragene Events (48 Prozent) - wie etwa Konzerte oder Sportveranstaltungen - das größte Interesse. Reines "VR-Gaming" spielt in der Breite hingegen eine eher untergeordnete Rolle.

Bereits im Besitz höherwertiger VR-Brillen sind bislang erst knapp drei Prozent der befragten Verbraucher. Die wenigen Konsumenten, die VR-Brillen bereits nutzen, zeigen sich zu 80 Prozent mit deren Produktqualität zufrieden, davon 56 Prozent sogar in sehr hohem Maße. Beim Anbieterimage vorn liegen derzeit "Sony Playstation VR" und "Samsung Gear VR". Generell die größten Marktchancen im VR-Bereich räumen die Verbraucher insbesondere Apple, Google, Samsung und Sony ein.

VR: Angst vor Suchtgefahr ist groß  

Generell sehen 39 Prozent der befragten Bundesbürger eine größere Gefahr, dass die Menschen zukünftig stärker in "virtuellen" Realitäten als in ihrer "realen" Umgebung leben könnten. Den "Suchtfaktor" von VR-Brillen bzw. VR-Anwendungen schätzen insgesamt 47 Prozent aller Verbraucher als "hoch" ein, und auch 38 Prozent der bisherigen Anwender.

Fast jeder fünfte Deutsche spricht bereits mit Alexa & Co.

Ähnliche Interessen und Kaufbereitschaften wie im VR-Bereich zeigen sich auch für Lautsprecherboxen mit digitalen Sprachassistenten (Amazon Echo, Google Home etc.). Genutzt werden diese aktuell bereits von fünf Prozent der Konsumenten.

Device-übergreifend - also z.B. auch via Smartphone und PC - werden digitale Sprachassistenten wie Alexa, Siri, Google Assistant, Cortana & Co. sogar bereits von jedem fünften Verbraucher genutzt (19 Prozent). Als eine Hürde für deren weitere Verbreitung zeigt sich, dass derzeit noch viele Bundesbürger in stärkerem Maße die Gefahr sehen, von den digitalen Assistenten "fremdgesteuert" (43 Prozent) oder "ausspioniert" (62 Prozent) zu werden.

Amazon Echo genießt das beste Imge unter den Sprachassistenten

Das beste Produktimage im Bereich der über Sprachassistenten steuerbaren Sprachboxen hat derzeit "Amazon Echo" gefolgt von "Google Smart Home". Den größten zukünftigen Markterfolg im Bereich digitaler Sprachassistenten trauen die Verbraucher den Marken Google, Apple und Amazon zu, mit Abstand gefolgt von Samsung und Microsoft.

Im Vergleich mit Sprachlautsprechern und VR-Brillen haben sich andere digitale Trendprodukte und Smart Services - wie etwa Smart-TV, digitale Fitness-Tracker oder kostenpflichtige Streamingdienste für Musik oder Filme - im Alltagdeutlich stärker durchgesetzt: hier liegen die aktuellen Kauf- bzw. Nutzungszahlen bereits zwischen 10 und 30 Prozent.

Zur Studie:
Es wurden über 1.000 Verbraucher ab 14 Jahren mit Zugang zum Internet im November 2017 befragt.

Veröffentlicht am: 13.12.2017

 

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