Das Auto – der Deutschen liebstes Kind

Die Deutschen und ihr Auto – diese spezielle Beziehung galt in der Vergangenheit stets als unerschütterlich. Doch Fragen der Nachhaltigkeit und der drohende Klimawandel rütteln an der Liebe vieler Bundesbürger zum Verbrennungsmotor. Nichtsdestotrotz genießt der Individualverkehr hierzulande weiterhin einen hohen Stellenwert: Man will unabhängig und flexibel mobil bleiben. Wie werden veränderte Bedürfnisse und umwelttechnische Anforderungen die Autobranche in Zukunft verändern und was bedeutet das für den Autokäufer?

Auto 1 (Bild: stock.adobe.com – @scharfsinn86)

Woher kommt diese Lust aufs Auto?

Ein eigenes Auto galt den meisten Deutschen der Vor-Internet-Ära als Symbol des Erwachsenwerdens schlechthin: Gemeinsam mit der Volljährigkeit kam der Führerschein und mit ihm der erste eigene Gebrauchtwagen. Seine Marke repräsentierte den Status des Fahrers, der ab sofort ein ganz neues Gefühl der persönlichen Freiheit genoss: Endlich selbstbestimmt mobil sein und europaweit verreisen können. 

Doch die Zeiten ändern sich: Durch Internet und Globalisierung rückt die Welt so eng zusammen, dass man viele Dinge von zuhause aus erledigen kann. Billigflieger, Züge, Bus und alternative Mobilitätskonzepte ermöglichen Reisen und Pendeln ohne das eigene Auto. Hinzu kommt: Das gewachsene Verkehrsaufkommen und häufige Staus machen das Autofahren gerade in Ballungsräumen deutlich unattraktiver als vor 30 Jahren. 

Lieben die Deutschen ihr Auto noch immer so wie in der goldenen Ära vor der Jahrtausendwende? Umfragen bestätigen das, wenn 90 Prozent der Neuwagenkäufer aussagen, dass sie Spaß beim Fahren haben und sich ohne ihr Auto eingeschränkt fühlen. Dennoch verändert sich das Verhältnis der Deutschen zu ihren Autos von Leidenschaft in Richtung Pragmatismus: 

Hat sich an der Autoliebe etwas geändert?

Vom Statussymbol zum Gebrauchsgegenstand – so wandelt sich das Auto-Image hierzulande, wenn man aktuelle Statistiken berücksichtigt:

Deutsche Autos werden immer älter

Rund 9,8 Jahre hat der Durchschnitts-PKW auf deutschen Straßen im Jahr 2021 auf dem Buckel – damit ist er seit 1995 (6,8 Jahre) deutlich gealtert. Das hat laut Fachleuten mehrere Gründe: Einerseits erlaubt die verbesserte Technik heute längere Nutzungsperioden, andererseits ist der Preis für einen Neuwagen in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gestiegen, selbst wenn man Einkommensentwicklung und Währungsumstellung berücksichtigt. Die Folge: Immer mehr Autofahrer entscheiden sich später für den Kauf des nächsten Modells und bevorzugen dabei aus pragmatischen und finanziellen Gründen einen Gebrauchten gegenüber einem Neuwagen. 

Das eigene Auto – nicht mehr attraktiv für die junge Generation?

Was sich in der Altersentwicklung deutscher Autos zeigt, lässt sich parallel auch bei den Käufern beobachten: ihr Durchschnittsalter steigt. Laut Studien des Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen stieg das mittlere Alter der Neuwagenkunden in den vergangenen Dekaden von 46,1 (1995) auf 52,8 Jahre (2017) und das Durchschnittsalter der Gebrauchtwagenkäufer von 37,5 (1995) auf 44,8 Jahre (2017). Daraus lässt sich ein klarer Paradigmenwechsel der jüngeren Generation ablesen: Für sie spielen neben finanziellen Faktoren auch nachhaltige und ökologische Aspekte eine Rolle, sodass sie verstärkt alternative Modelle wie Car-Sharing oder den ÖPNV nutzen. Das eigene Auto bringt für die Generation U30 weit weniger emotionale Bedeutung mit als noch für ihre Eltern. 

Auto 2 (Bild: stock.adobe.com – @Idanupong)

Aktuelle Statistiken zeigen ungebrochenes Interesse an Autos 

Als Statussymbol veraltet und vom Klimawandel überholt? So weit ist es mit deutschen Autos aber noch lange nicht gekommen: Ein Blick auf die Gesamtzahl der KFZ-Zulassungen zeigt eine kontinuierlich positive Entwicklung seit 1955: Zwar reduzierte sich die Zahl der Neuzulassungen im Jahr 2020 krisenbedingt um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr, jedoch erreichten die Gesamtzulassungen am 1.1.2021 mit 48,25 Millionen Fahrzeugen ein neues Allzeithoch. Diese Daten scheinen auch jüngste Konsum-Umfragen zu bestätigen: Hier gaben ein Viertel der Befragten an, noch in 2020 einen Autokauf zu planen – 62 Prozent davon wollten einen Neuwagen erwerben, 30 Prozent einen Gebrauchten. 

Der Automarkt steht vor großen Veränderungen 

Auto 3 (Bild: stock.adobe.com – @Wellnhofer Designs)

Keine Neuwagen-Prämie für Verbrenner, dafür Innovationsprämien von bis zu 9.000€ beim Kauf eines Elektro- oder Hybridmodells bis 2025 – die deutsche Politik fördert eine Entwicklung, die den Automarkt in den kommenden Jahren von Grund auf umkrempeln wird. Gleichzeitig machen CO2-Steuer, schärfere Abgasnormen und angepasste KFZ-Steuern das Halten des in die Jahre gekommenen Gebrauchtwagens immer unattraktiver. Auf was müssen sich deutsche Autofahrer einstellen? 

Wie wird das Auto der Zukunft aussehen? 

Elektroauto oder Wasserstoff-KFZ – bei der Frage nach nachhaltiger Mobilität scheiden sich die Geister. Doch wie unterscheiden sich die verschiedenen Technologien und welche gilt als "Auto der Zukunft"?

1. Elektroautos sind nicht ab Herstellung klimaneutral

Durch die Energie und die Rohstoffe, die bei ihrer Herstellung verbraucht werden, sind Elektroautos nicht von der Herstellung an klimaneutral. Erst nach einer gewissen Anzahl gefahrener Kilometer hängen sie Diesel und Verbrenner in puncto CO2-Emissionen deutlich ab – sie liegt je nach Vergleichsmodell und Berechnungsmethode zwischen 30.000 und 100.000 Kilometer. Dass die fossilen Ressourcen sich zum Ende neigen und Elektroautos mit verbesserten Batterien dem Verbrenner klar den Rang ablaufen werden, ist jedoch unstrittig. 

Die Minuspunkte der Technologie beziehen sich aktuell vor allem auf die geringe Reichweite der Fahrzeuge. Sie variiert je nach Modell und Hersteller zwischen 100 Kilometern (Smart Forfour) und 451 Kilometern (Tesla Modell X). Ausbaufähig ist auch die Lade-Infrastruktur hierzulande: Rund 32.100 öffentliche Ladesäulen sind aktuell bundesweit verfügbar – damit teilen sich statistisch knapp 1500 E-Autos einen Ladepunkt.

2. Wasserstoff leidet am geringen Wirkungsgrad

Autos mit Brennstoffzelle tanken Wasserstoff und verlieren lediglich Wasser aus dem Auspuff – ein Traum für Umweltschützer. Ein Vorteil gegenüber dem E-Auto: Ein Wasserstoffantrieb produziert seinen Strom selbst und der Nutzer muss keine langen Ladezeiten in Kauf nehmen. 

Dafür hakt es an der Effizienz bei der Energiebereitstellung: Während der Strom für ein E-Auto auf dem Weg vom Windrad in die Autobatterie lediglich 20 Prozent Transport- und Speicherverlust verzeichnet, sieht diese Bilanz bei Wasserstoff wesentlich schlechter aus: Hier wird Strom aus erneuerbaren Energiequellen per Elektrolyse in Wasserstoff umgewandelt, der wiederum zur Tankstelle transportiert werden muss. Im Auto transformiert die Brennstoffzelle den Wasserstoff dann wieder in elektrische Energie. Der gesamte Prozess führt insgesamt zu 70 Prozent Stromverlust bezogen auf die Quelle.

Welche Automarken werden den Markt dominieren?

Aktuell ist der Automarkt noch fest in der Hand einheimischer Anbieter: Unter den 6 Top-Autoherstellern Deutschlands sind fünf deutsche – lediglich Ford rangiert als US-Unternehmen auf Platz 4 der KFZ-Zulassungen hierzulande. Die größte Marktmacht liegt jedoch traditionell in Wolfsburg: Mit über 10 Millionen stellt VW aktuell fast ein Viertel der Fahrzeuge auf deutschen Straßen. Am Horizont zeichnet sich allerdings Wandel ab: Den größten prozentualen Zuwachs – plus 78 Prozent bezogen auf das Vorjahr – verzeichnete 2021 der Elektro-Hersteller Tesla. Gleichzeitig überholten die Aktien der US-Firma die Papiere von VW in puncto Marktkapitalisierung. Doch der Amerikaner ist nicht der einzige Konkurrent: Gemessen am Fahrzeugabsatz zog der japanische Hersteller Toyota im Krisenjahr 2020 an VW vorbei und belegt aktuell Platz 1 der größten Automobilproduzenten. 

Auto 4 (Bild: stock.adobe.com – @IvanTraimak)

 
Für den deutschen Branchenprimus bedeutet das: In Zukunft ist eine Kurskorrektur in Richtung E-Mobilität nötig, wenn VW seinen Rang auf dem Automarkt verteidigen will. Aus der Führungsetage fallen hierzu klare Botschaften, wenn VW-Chef Diess davon spricht, seinem Unternehmen fehle der Mut "zum kraftvollen, wenn es sein muss, radikalen Umsteuern".

Tesla schlägt deutsche Autobauer in der Software

Nicht mehr der Verbrennungsmotor, sondern die Software bildet das Herzstück moderner Autos. Sie übernimmt auch die Steuerung des Energieflusses der Batterie und sorgt für Energieeffizienz und mehr Reichweite. Doch VW-Betriebsratschef Osterloh warnt: "Tesla ist uns bei der Software voraus."

Der Wolfsburger Hersteller integriert aktuell bis zu 70 Steuergeräte in seine Fahrzeuge, die auf Software von 200 Zulieferfirmen basieren. Die Herausforderung heißt: Die Software-Architektur verschlanken, um den Stromverbrauch und doppelte Entwicklungskosten zu reduzieren. Andernfalls würde die zusätzliche Prozessorleistung, die für autonomes Fahren nötig ist, laut Fachleuten die Reichweite eines E-VW um rund 150 Kilometer verringern. Tesla hingegen optimiert die Software seiner Fahrzeuge laufend und profitiert längst von den gelieferten Daten der Nutzer: Sie sind hoch relevant für die Entwicklung autonom fahrender Autos und entsprechend wertvoll in der Branche. 

Ein Lichtblick: Batterieproduktion in Europa auf dem Vormarsch 

Neben seiner Software-Architektur sind die Batteriezellen Kernstück eines E-Autos: Sie machen in der Herstellung rund 40 Prozent der Wertschöpfung aus. Bislang liegen 6 Prozent der weltweiten Produktionskapazitäten von Lithium-Ionen-Batterien in Europa – laut Prognosen soll ihr Anteil bis 2030 aber auf 16 bis 25 Prozent steigen. In Gigawattstunden beträgt die aktuelle Produktionskapazität rund 30GWh, soll jedoch laut einer Metastudie des Fraunhofer ISI bis 2030 auf 600 GWh steigen – allein 300 GWh davon sind in Deutschland geplant.

Mehrere Standorte in Deutschland

Konkret planen VW und das schwedische Unternehmen Northvolt eine Batteriezellenfabrik in Salzgitter, die ab 2023/24 rund 24 GWh produzieren soll. Opel kooperiert mit dem französischen Batterieproduzenten Saft beim Bau einer Fabrik, die mit 32 GWh Produktionskapazität, hierzulande das größte Werk für Batteriezellen werden soll. Darüber hinaus plant der größte chinesische Batteriehersteller CATL eine Produktionsstelle in Erfurt, die mit 100 GWh und 2.000 Arbeitsplätzen Europas größte Batteriezellenfabrik werden könnte.

Wird der Autokauf sich verändern?

Auto 5 (stock.adobe.com – @harbucks)

Wer sich ein Auto – ob gebraucht oder neu – kaufen will, für den ist längst nicht mehr der Händler die einzige Informationsquelle. Laut Studie der Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung (AGOF) betreiben knapp 22 Millionen deutsche Nutzer und 80 Prozent der zukünftigen Autokäufer die Recherche rund um den Autokauf im Internet. Bei rund 8 Millionen liegt der Fokus dabei auf KFZ-Zubehör, 4,8 Millionen – vornehmlich junge Männer – beschäftigen sich online mit den Themen Motorrad, Mofas und Roller. Dabei befindet sich bereits ein PKW in über der Hälfte aller digitalen Haushalte (52,7 Prozent), bei 28,5 Prozent stehen sogar zwei Autos zur Verfügung. Letztere gehören meist der Altersgruppe zwischen 30 und 49 an, deren familiärer Alltag die zeitlich flexible KFZ-Nutzung nötig macht.

Online-Kauf hat Zuwachs beim Zubehör 

Der Kunde will ein Auto vor dem Kauf spüren und Probe fahren – daran hat sich auch in Zeiten des Internet nichts geändert. Lediglich 1,6 Prozent (0,97 Millionen) der digitalen User gaben 2019 an, bereits einmal ein Auto online gekauft zu haben. Beim Zubehör fallen diese Raten deutlich höher aus: Immerhin haben rund 7 Prozent der Nutzer schon einmal einen Satz Reifen im Internet bestellt.

Konstante: Finanzierungen werden auch weiterhin nötig 

Die Zurückhaltung beim Online-Kauf von Autos hat sicher noch einen weiteren Grund: Neu- und Gebrauchtwagen sind für viele Kunden zu teuer, um sie "einfach so" aus dem Spargroschen zu bezahlen. Laut Angaben der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) geben Männer für ein brandneues Modell immerhin durchschnittlich 37.800 Euro aus, Frauen immerhin 24.900 Euro. Auch Gebrauchtwagen kaufen die Deutschen nicht mit Blick aufs Schnäppchen: Hier zahlen Männer im Durchschnitt 13.980 Euro, Frauen noch 10.040 Euro. 

Vor dem Kauf nutzen dabei 54 Prozent der Käufer den Internetauftritt des Herstellers, um sich über Preis und Merkmale zu informieren. Immerhin 46 Prozent wählen die Spezifikationen ihres Modells über den Konfigurator. Doch Online-Angebote helfen nicht nur bei der Wahl des passenden Autos, sondern auch bei der Finanzierung.

Online-KFZ-Kredite werden beliebter

Über ein Drittel (35 Prozent) der deutschen Haushalte nutzen für ihren Konsum Finanzierungsangebote, verrät die Studie "Konsum- und Kfz-Finanzierung" des Bankenfachverbands, so auch 30 Prozent der Gebrauchtwagenkäufer und 29 Prozent der Neuwagenkäufer. Neben den Informationsangeboten bei Banken und Autohändlern vor Ort recherchieren die Kunden ebenfalls Kreditangebote auf den Websites von Banken und KFZ-Händlern (11 Prozent). Ein Viertel der Autokäufer gelangt dagegen über Online-Portale zu den passenden Kreditangeboten – hier lassen sich mit einem Blick viele Anbieter vergleichen und schnell das günstigste Angebot für die individuelle Lage auswählen. Doch Online-Unternehmen beschränken sich nicht mehr auf die Vermittler-Rolle bei Krediten: Etwa 16 Prozent der FinTechs, reine Online-Unternehmen im Finanzsektor, vergeben bereits selbstständig Kredite an Firmen- und Privatkunden, z.B. per P2P-Modell. Hier stellt keine Bank, sondern gewerbliche und private Anleger die Kreditsumme.

Was den Autokauf anbelangt, steigt die Akzeptanz der reinen Online-Finanzierung deutlich: Jeder achte Käufer kann sich heutzutage vorstellen, die Finanzierung seines Wagens ausschließlich über Online-Angebote abzuwickeln.

Alternative Modelle der Autonutzung 

Das Auto der Gegenwart ähnelt immer mehr einem fahrbaren Computer: Kaum ein Nutzer hat noch Kenntnis und Muße, daran selbst herumzuschrauben und kleine Reparaturen vorzunehmen. Gleichzeitig schwindet auch die Bereitschaft, hohe finanzielle Belastungen einzugehen, um ein Fahrzeug vor der Tür zu halten, das in der Stadt eventuell wenig genutzt wird. Hier meldet sich bei vielen Stadtbewohnern auch das ökologische Gewissen und treibt sie zu alternativen Modellen der KFZ-Nutzung:

Carsharing für mehr Flexibilität in der Stadt

Sich lieber kein eigenes Auto kaufen, sondern ein verfügbares Fahrzeug bei Bedarf individuell nutzen – dieses Bedürfnis wächst insbesondere bei der jungen und urbanen Bevölkerung. In der Konsequenz haben die Car-Sharing-Angebote seit der Jahrtausendwende deutlich zugenommen: Gab es laut ADAC-Statistik im Jahr 2003 lediglich 2200 stationsbasierte Car-Sharing-Fahrzeuge, wuchs ihre Zahl bis 2021 auf 12.020 stationsbasierte und 14.200 Free-Floating-Fahrzeuge an. Letztere kann der Kunde über eine App in seiner Umgebung lokalisieren, reservieren und nach dem Fahren in definierten Zonen frei abstellen. Diese hohe Flexibilität passt zum Alltag vieler Car-Sharing-Nutzer: Das Free-Floating-Modell konnte zwischen 2019 und 2020 einen Kundenzuwachs von über 36 Prozent gewinnen. Bundesweit gibt es Carsharing-Anbieter in 855 Städten und Gemeinden. Insgesamt machen 2,9 Millionen Deutsche von den Autos auf Zeit Gebrauch.

Das Abo als Zukunft der Autobranche?

Es hat sich im Streaming längst etabliert – jetzt schickt sich das Abo-Modell an, auch den Automobilmarkt zu erobern. Der Vorteil für den Kunden: Im All-inclusive-Modell muss er den Wagen lediglich betanken, um Zulassung, Reparaturen und Versicherung kümmert sich dagegen der Hersteller. Diese Bequemlichkeit trifft den Zeitgeist, wenn man den Studienergebnissen von Fleetpool-Car und IBM-Car Glauben schenkt, welche die Unternehmen in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftswissenschaftler Ferdinand Dudenhöffer erlangt haben: Er prognostiziert ein Abo-Volumen von bis zu einer Million Neuwagen bis 2030 für den deutschen Privatkundensektor. 

Ein Schlüsselfaktor ist dabei die Risikoverteilung: Die Nutzer legten Wert auf ein Auto ohne "böse Überraschungen", so Dudenhöffer. Unvorhergesehene Werkstattbesuche und Wertverlust ließen das Interesse am Eigentum sinken. Für das Auto-Abonnement spricht auch die Zufriedenheit der Bestandskunden: Rund 89 Prozent planen eine Verlängerung nach Ablauf ihres Abos und 93 Prozent geben an, zufrieden mit dem Angebot zu sein. Eine sehr gute Bilanz, die die Tragfähigkeit dieses Modells bestätigt.

Fazit: Autos werden auch in Zukunft sehr wichtig für die Mobilität

Den Wunsch nach Mobilität, die zum persönlichen Lifestyle passt, können öffentliche Verkehrsmittel nicht wirklich befriedigen – deshalb bleibt das Auto auf lange Sicht ein essenzielles Vehikel der Mehrheit der Bevölkerung. Zwar sind auch beim ÖPNV deutliche Verbesserungen geplant, jedoch dürfte gerade in ländlichen Regionen das Auto nach wie vor das Verkehrsmittel der Wahl bleiben. Sein Charakter wird sich allerdings wandeln: Vom Prestigeobjekt hin zum smarten und ökologischen Transportmittel, das man flexibel finanzieren bzw. abonnieren kann oder gar nicht selbst besitzen muss. Hier zeigt sich die Kreativität einer ganzen Branche, denn gerade junge Start-Ups haben immer wieder spannende Ansätze in Sachen Fahrzeugnutzung. Es bleibt abzuwarten, ob Auto-Abos oder Carsharing den herkömmlichen kauf irgendwann ablösen können.

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