Erfolgreiches Selbstmarketing

Dierk Rommel, Karriereberater und Business Coach

Viele Fach- und Führungskräfte sind routiniert im Tagesgeschäft, entwickeln und verfolgen dabei oft zu wenig eigene Perspektiven. Lesen Sie hier zehn Tipps für erfolgreiches Selbstmarketing.

 

Achten Sie darauf, was andere an Ihnen bewundern. © nd3000 - fotolia

Achten Sie darauf, was andere an Ihnen bewundern. © nd3000 - fotolia

 

Damit Angestellte in Umbruchzeiten nicht zum Fähnchen im Wind werden, ist es wichtig, eine persönliche Positionierung und ein individuelles berufliches Profil zu finden. Diese beantworten die Fragen: Wer bin ich? Wo will ich hin? Wo setze ich Grenzen? Und weshalb bin ich für einen Arbeitgeber ein Top-Kandidat? Zum Einstieg in die persönliche Positionierung können Sie sich die folgenden Fragen selbst beantworten.

  1. Erkennen Sie, was Ihnen liegt. Machen Sie sich bewusst, was Ihnen "leicht von der Hand" geht. Achten Sie darauf, was andere an Ihnen bewundern. Denken Sie dabei nicht nur an Fachliches, insbesondere persönliche und soziale Kompetenzen können sich als Transferplattform eignen. Allzu oft dominieren Schwächen und Misserfolge unsere Wahrnehmung.

  2. Finden Sie ein berufliches Umfeld, das Ihre Stärken schätzt und Ihre Schwächen toleriert. Machen Sie sich klar, weshalb Sie ein Arbeitgeber einstellen würde - und weshalb er Sie heute entlassen könnte. Passt die Unternehmenskultur zu Ihnen? Sind Sie in der richtigen Branche? Wie wäre ein Wechsel entlang der Wertschöpfungskette vom Dienstleister zum Kunden oder umgekehrt?

  3. Wählen Sie Funktionen oder Berufe, die Ihre Leidenschaft entfachen. Wofür brennen Sie? Was würden Sie sogar unentgeltlich machen? Wann vergessen Sie die Zeit? Was macht Ihnen Freude? Wie lassen sich diese Stärken mit einem Minimum an Aufwand weiter ausbauen?

  4. Bauen Sie Ihre jährlich vereinbarten Arbeitsplatz-Ziele in Ihren Alltag ein. Nehmen Sie sich dazu monatlich eine halbe Stunde und wöchentlich zehn Minuten Zeit, um über deren Bedeutung für Ihre Prioritäten und Arbeitsabläufe nachzudenken. So vermeiden Sie, am Jahresende strategische Aufgaben nicht mehr zu bewältigen. Viele Mitarbeiter denken, Ihren Job gut zu machen. Vorgesetzte können eine ganz andere Sicht haben – diese sind in den Jahreszielen enthalten.

  5. Werden Sie sich über Ihre persönliche Leistungskurve im Tagesablauf klar - und räumen Sie Ihren anspruchsvollsten Aufgaben genügend Zeit ein, wenn Sie geistig am leistungsfähigsten sind. Haben Sie Mut, zu diesen Zeiten das Telefon umzustellen, die Tür zu schließen oder "Nein"-zu sagen. Überlegen Sie, ob es Wichtigeres gibt, als zu Beginn des Arbeitstages E-Mails abzurufen.

  6. Halten Sie Kontakte mit angrenzenden Abteilungen sowie über das Unternehmen hinaus. Gelungenes Networking verschafft Ihnen einen Informationsvorsprung und Ansprechpartner in schwierigen Situationen. In Zeiten flacher Hierarchien sind Kaminkarrieren ein Auslaufmodell. Verbreitern Sie Ihr Karriere-Sprungbrett, in dem Sie sich benachbarte Funktionen erschließen.

  7. Entwickeln Sie Ihren persönlichen 30-Sekunden-Spot: Mit welchen Sätzen überzeugen Sie Ihren Vorstand während einer kurzen Begegnung im Fahrstuhl? Welche Erfolge können Sie vermelden? Welche Relevanz sehen Sie im Wettbewerbs- bzw. Konjunkturumfeld?

  8. Entwickeln Sie Ihr Ausstiegsszenario für Krisenzeiten. Wo würden Sie eine passende Position finden? Wie viel Zeit brauchen Sie dazu? Und wie lange könnten Sie von Erspartem und einer möglichen Abfindung leben? Mit diesen Überlegungen bewahren Sie einen kühlen Kopf und bleiben handlungsfähig, wenn eine Veränderung früher kommt als erwartet. Überstürzen Sie nichts!

  9. Werden Sie sich über die Kriterien Ihrer nächsten beruflichen Position klar. Denken Sie an die Perspektiven, wenn Sie sich das nächste Mal verändern wollen oder müssen. Mit welchen Fragen klären Sie die Relevanz der Offerte eines Headhunters? Sprechen Sie mit Ihrem Lebenspartner über mögliche Optionen.

  10. Besprechen und überprüfen Sie die Punkte mit einem kritischen, wertschätzenden Reflexionspartner. Meiden Sie dabei das private Umfeld: Persönliche Beziehungen werden durch solche Themen überlastet. Nahestehende Menschen wollen "nett" sein und sind selten in der Lage, mit Überzeugung von etwas abzuraten.

Zum Autor

Dierk Rommel verfügt über langjährige Marktforschungs- und Führungserfahrung im Konsumgüter-Marketing. Als Karriereberater und Business Coach unterstützt er Fach- und Führungskräfte in Ihrer beruflichen Entwicklung. Darüber hinaus trainiert er Forscher, Dienstleister und Berater in Akquisition, Kundenberatung, Führung und Wissensmanagement.

Veröffentlicht am: 31.10.2018

 

Kommentare (1)

  1. FranknZander am 01.11.2018
    Klingt ausgesprochen praxisnah umd nach Erfahrungwerten. Danke

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