SPAM

Abk.: „Send Phenomenal Amounts of Mail“; unerwünschte Massen-E-Mail (vgl. auch Junk Mail und Netiquette). Spamproblematik in der Online-Forschung:

Spam stellt für die Online-Marktforschung aus zwei Gründen in zunehmendem Maße ein Problem dar:

  • Einerseits leidet an einem unkontrollierten und unreflektierten Versand von Einladungs-E-Mails zu Online-Befragungen das Image der gesamten Marktforschungsbranche. Die Instrumentalisierung der Marktforschung als Deckmantel zum Spam-Versand kann langfristig dazu führen, dass auch seriöse Anbieter (z.B. Betreiber von Online-Panels) ihre Adressaten aufgrund von Akzeptanzproblemen nicht mehr erreichen können.
  • Ein anderes Problem stellt der Umgang von Internet-Service-Providern mit massenhaft versendeten E-Mails dar. Insbesondere bei sehr großen Stichproben kann ein komplettes Marktforschungsprojekt gefährdet sein, wenn Einladungs-E-Mails fälschlicherweise auf die „Black-List“ eines Providers geraten.

Zur Überwindung der geschilderten Probleme sind folgende Maßnahmen zu empfehlen:

  • Inhaltlich sollte schon bei der E-Mail-Gestaltung eine möglichst deutliche Abgrenzung zu Spam-Versendern erfolgen. Im Subject oder im Einladungstext sollte auf das forscherische Anliegen der Befragung hingewiesen werden. Es sollte eine Kontaktmöglichkeit für Rückfragen genannt und auf die Freiwilligkeit der Teilnahme hingewiesen werden. Neben allgemeinen Hinweisen zum Datenschutz sollte die Einladungsmail zudem den ausdrücklichen Hinweis darauf enthalten, dass die verwendete Mail-Adresse ausschließlich für das beschriebene Forschungsanliegen benutzt und keinesfalls an Dritte weitergegeben wird. Sofern keine gravierenden methodischen Bedenken dagegen sprechen, sollte abschließend der Befragte über die Herkunft der verwendeten E-Mail-Adresse informiert werden.
  • Bei der Versendung besonders großer E-Mail-Mengen sollten alle großen beteiligten Provider im Vorfeld der Versendung kontaktiert und informiert werden (dies kann ggf. auch der Webmaster des Auftraggebers sein, z.B. bei Online-Mitarbeiterbefragungen). Hierbei sollte Wert auf einen angemessenen zeitlichen Abstand zwischen Information und eigentlicher Mailversendung gelegt werden.

Technisch sind folgende Verhaltensregeln zu empfehlen:

  • E-Mail-Einladungen sollten ausschließlich von RFC-konformen Mailservern aus verschickt werden, die SPF unterstützen.
  • Für den Mailversand sollten zudem keine Open-Relay-Mailserver verwendet werden.
  • Bei der Versendung von Massenmails sind diese als solche zu kennzeichnen. Im Header der gesendeten Mail sollte eine entsprechende Information abgelegt sein ("Precedence: bulk").
  • Bei der Versendung von Mails sollten abschließend – soweit die Fragestellung des Projektes dies zulässt – keine falschen Absender-Adressen verwendet werden.

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