Online-Fokusgruppe


[engl.: online focus group]

Übertragung des Konzepts der moderierten Gruppendiskussion (als Methode der Offline-Marktforschung) auf den Online-Bereich. Statt in einem Teststudio treffen sich die Probanden hier entweder in einem virtuellen Chat-Room (meist eine speziell dafür angepasste Programmumgebung) oder in speziellen Mailinglisten oder Foren.

Vor- und Nachteile von Online-Fokusgruppen:

  • Online-Fokusgruppen sind ortsunabhängig, d.h. auch Befragte aus verschiedenen Staaten können über das Medium Internet problemlos miteinander kommunizieren (z.B. internationale Expertenrunden).
  • Online-Fokusgruppen bieten somit die Möglichkeit, Gruppendiskussionen mit normalerweise nur schwer rekrutierbaren Zielgruppen im Internet durchzuführen, z.B. können vielbeschäftigte Arbeitnehmer problemlos von ihrem Computer-Arbeitsplatz aus teilnehmen.
  • Die Online-Fokusgruppe hat den Vorteil, aufgrund der vergleichsweise hohen Anonymität der Teilnehmer auch bei sozial sensiblen Themen deren unverzerrte Urteile abbilden zu können.
  • Neben dem Moderator kann sich auch der Auftraggeber offen oder verdeckt mit in die Diskussion einschalten, um sich einen Überblick über den Diskussionsverlauf zu verschaffen.
  • Hauptnachteil von Diskussionen im Chat ist allerdings der Verzicht auf direkte Face-to-Face-Interaktion, die bei der Offline-Fokusgruppe das Herzstück der Methode darstellt und im Internet bestenfalls indirekt über Webcams simuliert werden kann.
  • Entsprechend sind auch die nonverbalen Reaktionen der Teilnehmer für den Moderator der Fokusgruppe nicht zugänglich.
  • Es besteht prinzipiell die Gefahr, dass Personen, die langsam tippen, in der Diskussion zu kurz kommen.

Alternativ können Online-Fokusgruppen auch über Mailinglisten bzw. in Foren durchgeführt werden. Dabei findet die Diskussion im Unterschied zum Chats nicht in Echtzeit, sondern zeitlich versetzt statt.

  • Vorteil dieser Durchführungsweise ist, dass sich mehr Teilnehmer beteiligen können als bei Chat-Diskussionen.
  • Mailinglisten und Foren erlauben darüber hinaus eine elaboriertere Ausführung von Argumenten als im Rahmen von Online-Chats, in denen die Teilnehmer vergleichsweise schnell und spontan aufeinander eingehen müssen.
  • Hauptnachteil ist der größere Zeitbedarf (meist ca. 1-2 Monate) und die Gefahr einer gewissen „Listenmortalität“ durch das Ausscheiden von Teilnehmern über die Zeit hinweg. Foren-Diskussionen sind zudem weniger gut für die Erhebung spontaner Bewertungen geeignet.

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