When we were young

Research & Results 2015

02.11.2015

Die Jubiläumsmesse ist Geschichte: die 10. Research & Results ging am 29. Oktober in München zu Ende. Passend zum Jubiläum konnten die Veranstalter beeindruckende Zahlen vorlegen.

Research & Results 2015: Volles Haus zum Jubiläum (Bild: marktforschung.de)

Research & Results 2015: Volles Haus zum Jubiläum (Bild: marktforschung.de)


Als im Jahr 2006 die Marktforschungsmesse Research & Results in München erstmals ihre Pforten öffnete, war sie selbst eine Innovation. Die Idee, die Dienstleistung "Marktforschung" in Form einer "Leistungsschau" in Deutschland zu präsentieren, war neu und sicherlich auch wegweisend im Hinblick auf die Veränderungen in einer Branche, für die Vertriebs- und Marketingstrategien in den letzten Jahren immens an Bedeutung gewonnen haben. Und so verwundert es wenig, dass sich die Research & Results längst als eine der wichtigsten und größten Marktforschungsveranstaltungen weltweit etabliert hat und auch international immer weiter an Bedeutung gewinnt.

Marktforschungsmesse als "Startrampe" in den deutschen Markt

Mit knapp 170 Ausstellern aus 20 Ländern, 99 Workshops und mehr als 3.200 Besuchern haben die Veranstalter zum 10. Jubiläum dann auch die Zahlen des Vorjahres übertreffen und gleichzeitig einen Ausstellerrekord vermelden können – keinesfalls selbstverständlich in Zeiten von Kostendruck und knappen Marketingbudgets.  Auch wenn einige Unternehmen, die im letzten Jahr noch mit einem Stand vertreten waren, in diesem Jahr nicht mehr dabei waren, ist doch für die meisten Player der Termin im herbstlichen München fest im Terminkalender verankert. Und dazu kommen eben jene Unternehmen aus dem Ausland, die die Research & Results als Startrampe in den deutschen Markt verstehen. Allerdings: die gestiegene Zahl an Ständen geht nicht einher mit einer größeren Ausstellungsfläche, denn gerade jene internationalen Unternehmen haben sich doch zumeist für die kleinste Standvariante entschieden.

A propos "Messestand": Schon vor Jahren hatte sich hier ein Trend zur Professionalisierung abgezeichnet, und so waren auch in diesem Jahr wieder einige gelungene Konzepte zu sehen. Es waren dann auch genau diese Stände, die mit der ein oder anderen guten Idee die Aufmerksamkeit der Messebesucher auf sich ziehen konnten. Dagegen fielen einige zum Teil doch sehr einfache Auftritte  deutlich ab – auch in der Besuchergunst. Ohne eine gewisse Extrovertiertheit ist es eben auch in der Marktforschungsbranche nicht mehr so einfach, für neugierige Blicke zu sorgen.

 

Lauter Mafo-Superhelden? Bilder von der Research & Results 2015

Wo ist Google?

Als die Research & Results-Messe seinerzeit startete, konnte man noch trefflich über Sinn und Unsinn von Online-Datenerhebung diskutieren. Keine Frage, dass in diesem Jahr andere Schlagworte im Fokus standen: so gehörten technische Messverfahren, Datenaufbereitung und –Visualisierung sowie  Communities und deren technisches und methodisches Management zu den häufig gespielten Themen. Manch einer mag dabei ein Unternehmen wie Google vermisst haben, das im letzten Jahr mit seinem Consumer-Surveys-Tool für volle Schlangen vor den Vortragsräumen gesorgt hatte. In diesem Jahr blieb es also primär bei der brancheninternen Nabelschau.

Wie üblich erntete der Veranstalter auch im Jubiläumsjahr Lob und Kritik gleichermaßen – logisch, denn wirkliche konzeptionelle Veränderungen gab es nicht. Viele Aussteller zeigten sich gegenüber marktforschung.de sehr zufrieden, andere kritisierten beispielsweise rückläufige Zahlen im Bereich der Endkunden oder schlechte Beschilderungen der Workshop-Räume. Schlussendlich aber gilt die Research & Results vielen Unternehmen als alternativlos.

Dass sich die Marktforschungsbranche in den nächsten zehn Jahren weiter wandeln wird, dürfte kaum jemand ernsthaft anzweifeln – viel zu groß sind die derzeitigen Herausforderungen an die Unternehmen selbst ebenso wie an die Verbände. Im Hinblick auf die Messe dürfte spannend werden, inwieweit dieser Wandel neue Vertriebs- und Marketingstrategien erforderlich macht. Aber vielleicht sitzen wir ja in zehn Jahren wieder in München und sagen: "Ach, damals, als wir noch jung waren und ernsthaft über Mobile Surveys diskutierten."

cl

 

Kommentare (1)

  1. Ein Freund am 04.11.2015
    Wenn ich mir diesen Messebericht ansehe und die Passage "Wie üblich erntete der Veranstalter auch im Jubiläumsjahr Lob und Kritik gleichermaßen – logisch, denn wirkliche konzeptionelle Veränderungen gab es nicht. Viele Aussteller zeigten sich gegenüber marktforschung.de sehr zufrieden, andere kritisierten beispielsweise rückläufige Zahlen im Bereich der Endkunden oder schlechte Beschilderungen der Workshop-Räume. " auf mich wirken lassen, dann steigt mir der Uringeruch der letztjährigen R&R2014 aus den Herrentoiletten wieder in die Nase. Gähnende Langeweile an allen Messeständen, chaotische Anmeldeprozeduren, entwürdigende Wettläufe zu den Seminarräumen, desaströse Hygiene (s.o.) etc. etc. Das Google nicht mehr kommt, würde ich nicht als kritisches Menetekel ansehen: die haben einfach nicht den Wert dieser "Messe" verstanden. "Blöd-Rumsteh-Messen" wie diese wird es sicherlich noch seeehhhhr lang geben. Macht weiter so R&R: ändert nichts am Konzept - dann komme ich auch 2016 nicht mehr. good luck

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