Von viral bis anspruchsvoll

Medienspiegel

Unser Medienspiegel der Woche beschäftigt sich diesmal mit dem rasanten Verfall eines High-tech-Trends, den Schatten der freien Meinungsäußerung in sozialen Medien, der anspruchsvollen Generation Z und weiteren Themen. Viel Spaß bei der Lektüre!

 

von Tim Farin

Die Sache war so schön, dass man sie einfach weiterleiten musste – und logischerweise entstand ein viraler Trend! Oder war es etwa ganz anders? Erinnern Sie sich an das "Supergeil"-Video von Edeka, in dem der bärtige Friedrich Liechtenstein für Edeka auf skurrile Weise die verkauften Waren anpries? Nun sagt der Künstler in einem Interview mit W&V: Der virale Erfolg habe vor allem mit Geld zu tun – Geld zum Kauf von Medienleistung. 

Die Brille zieht nicht

Kann ein Trend wirklich so schnell sterben? Noch vor wenigen Monaten schwärmten die Experten in aller Welt vom Potential der Virtual Reality als Zusatzerlebnis in Verbindung mit Smartphones. Jetzt bricht allerdings bereits der Absatz der VR-Brillen ein, wie Chip auf Basis einer DPA-Meldung berichtet. Grundlage ist eine Untersuchung von IDC über die Absatzzahlen dieser neuen Optikgeräte. "Verbraucher seien nach wie vor schwer zu überzeugen, eine VR-Brille ausprobieren, erklärte IDC-Analyst Jitesh Ubrani", heißt es in dem Bericht: "Deshalb setzten die Anbieter inzwischen größere Hoffnungen auf das Geschäft mit Unternehmen und Bildungseinrichtungen."

Immer weiter mit Papier

Die Digitalisierung bestimmt angeblich überall das Denken. Doch 26 Prozent der Unternehmen in Deutschland haben noch nicht eine einzige Akte digitalisiert, wie Kim Rixecker in T3N berichtet. Untersucht hat das der Digitalbranchenverband Bitkom – und immerhin einem leichten Aufwärtstrend vorgefunden. Denn bei der letzten Analyse waren es noch 31 Prozent der deutschen Firmen gewesen, die bislang ausschließlich mit Papier arbeiten. 

Im Schatten der Netzwelt

Über Hass und Fake News in den sozialen Medien können wir viel lesen – und auch über die Forderung, die Welt von derlei Exzessen der Meinungsäußerung zu befreien. Doch wie funktioniert das in der Praxis, wenn etwa Facebook sein Angebot von Verstößen befreien will? Hans Block und Moritz Riesewieck haben in Manila recherchiert und Menschen getroffen, die als Moderatoren in den sozialen Netzwerken mit den Auswüchsen der digitalen Gesellschaft beschäftigt sind. Der Film "Im Schatten der Netzwelt – The Cleaners" ist noch bis 18. September in der ARD-Mediathek abrufbar.

Marktforschung für die Kommune

Kann man sich allein auf die politische Willensbildung und die Expertise der Verwaltung verlassen, um in einer Stadt die Dinge nach den Meinungen der Bürger auszurichten? In Krefeld setzt man zusätzlich auf Marktforschung und startet nun bereits zum dritten Mal eine Zufriedenheits-Analyse, wie die Westdeutsche Zeitung berichtet. Ein gemeinsam mit der Hochschule Niederrhein gestalteter Fragebogen geht an 2.500 zufällig ausgewählte Krefelder. Zusätzlich werden Studierende Passanten in der Innenstadt befragen. 

Generation Z im Blick

Was kommt mit der so genannten Generation Z auf uns alle zu? "Sie können mehr, als ihr Essen zu fotografieren. Und sie wollen weniger Stress und mehr Leben", schreibt brand-eins-Autorin Sophie Burfeind in ihrem Blick auf die Generation, die um die Jahrtausendwende geboren wurde. Sie nähert sich differenziert den Denk- und Verhaltensweisen des Nachwuchses an und schaut, was sich Unternehmen von ihm versprechen können. Diese Bevölkerungsgruppe junger Leute hat jedenfalls das Glück, dass es eine ökonomisch gute Lage und Bedarf nach Nachwuchs gibt. "Sie kann es sich leisten, anspruchsvoll zu sein."

Darüber könnte man mal nachdenken. Vielleicht bieten die kommenden Tage ja die Gelegenheit, das in Ruhe zu tun. Schönes Wochenende!

Veröffentlicht am: 14.09.2018

 

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