Volkswagen verliert bei der Qualitätswahrnehmung an Boden

System1 Research: Automarken-Tracker

16.04.2018

Die Dieselaffäre nagt am Image von Deutschlands größtem Autobauer. Das zeigt ein Blick in den Automarken-Tracker von System1 Research. Andere Marken profitieren.

Früher war das Image besser bei Volkswagen © emkanicepic - pixabay

Früher war das Image besser bei Volkswagen © emkanicepic - pixabay

 

Mit 5 von 5 erreichbaren Sternen verteidigt Audi seine Position im Autormarken-Tracker als stärkste Automobilmarke in Deutschland. Eine starke Verbesserung ist BMW gelungen, welche VW überholt hat und hinter Audi nun die zweitstärkste Automobilmarke in Deutschland ist. Volkswagen und Mercedes verlieren hingegen an Boden. Hier ist es insbesondere die Marke Volkswagen, die in Sachen Qualitätswahrnehmung Einbußen hinnehmen muss.

© System1 Research

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Die Premiummarken Audi und BMW lösen die meisten positiven Emotionen bei den befragten Personen aus. Bei Audi sind es 57 Prozent, die "Überraschung" oder "Freude" gegenüber dieser Marke empfinden, bei BMW fallen diese Emotionen mit 55 Prozent ins Gewicht. Die beiden Hersteller lösen zwar auch negative Gefühle aus, dennoch werden ihre Probleme durch das fortwährende Imageproblem von Volkswagen klar in den Schatten gestellt. Der größte Autobauer der Welt löst bei 21 Prozent der deutschen Konsumenten extrem negative Emotionen aus, die sich in den Emotionen "Verachtung" oder "Abscheu" widerspiegeln und vor allem innerhalb der letzten sechs Monate, auch im Zusammenhang mit den drohenden Fahrverboten für Dieselfahrzeuge, noch einmal deutlich anstiegen. 

Das insgesamt stärkste und stabilste Image besitzt BMW, wohingegen Audi und Mercedes innerhalb des letzten Jahres in den Punkten "Vertrauen" und "Umwelt" weiter eingebüßt haben, allgemein allerdings immer noch weit vor dem Schlusslicht VW liegen. Die VW-Konzernmarken büßen auch bei empfundenen "Luxus" ein – die Unterschiede zu BMW und Mercedes werden deutlicher.

© System1 Research

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Jüngste Entscheidungen über Fahrverbote in den Städten haben erneut zu einer Welle negativer Assoziationen mit den deutschen Automobilherstellern geführt. Dies hat negative Emotionen noch einmal aufgeheizt und ist ein weiteres Zeichen für die Verbraucher, dass die Fehler der Branche nun tatsächlich beginnen, ihr tägliches Leben zu beeinflussen. Dementsprechend wird die Wiederherstellung des Vertrauens in die Marken für die kommenden Jahre von großer Bedeutung sein – und mit einer weiteren Beschleunigung des Imageverlusts der Marken sind schnelle Maßnahmen erforderlich.

Zur Studie: System1 Research hat im März 2018 die siebte Welle ihrer langjährigen Markenstudie unter 530 deutschen Autofahrern im Alter von 18 bis 65 Jahren durchgeführt. Zur Einordnung der Markenstärke erhält jede Automarke zwischen 1 und 5 Sternen.

 

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