Versicherer vernachlässigen Kommunikation für ihre Hausratversicherungen

research tools

02.06.2016

Wie vermarkten die deutschen Versicherer ihre Hausratversicherungen? Diese Frage stellte research tools nun in einer Studie und kam zu dem Ergebnis: Werbung und Kommunikation spielen für die Unternehmen meist nur eine untergeordnete Rolle.

Marktanalyse (Bild: Marco2811 - fotolia.com)

Wie profilieren sich Anbieter von Hausratversicherungen? (Bild: Marco2811 - fotolia.com)


So fand research tools in der Studie "Marketing-Mix-Analyse Hausratversicherung 2016" heraus, dass die Versicherungen auf die Kommunikation für ihr Produkt Hausratversicherungen derzeit häufig kein Hauptaugenmerk legen. Lediglich drei der untersuchten zehn Anbieter schalten demnach mediale Werbung, um ihr Angebot bekannt zu machen, vier Unternehmen investieren zudem in Suchanzeigen. Social-Media-Kanäle nutzen die Versicherer zur Verbreitung hausratversicherungsrelevanter Inhalte fast überhaupt nicht. Auch Pressemitteilungen werden nur selten herausgegeben.

Differenzierung findet über Zusatzbausteine statt

Eine in weiten Teilen fehlende Kommunikationsstrategie eint die Branche laut den Erkenntnissen von research tools ebenso wie ein weitestgehend ähnliches Produktportfolio: Alle untersuchten Tarife umfassen demzufolge einen Grundschutz, der Schäden durch Einbruch, Raub, Brand, Sturm, Hagel und Leitungswasser abdeckt. Erst über das Angebot weiterer Zusatzbausteine differenzieren sich die unterschiedlichen Anbieter. Durchschnittlich bieten die 28 erfassten Versicherungsprodukte Schutz gegen 85 Prozent von 50 möglichen Risiken. Premiumtarife tun sich dabei mit 92 Prozent der abgedeckten Risiken besser hervor als die Basistarife mit 78 Prozent, die aber dennoch eine gute Risikoabsicherung zu bieten haben.

Konditionen dienen der Profilierung

Doch wenn sich die Versicherungsunternehmen hinsichtlich der Kommunikationsstrategie und des Produktportfolios nur unwesentlich voneinander unterscheiden – worüber profilieren sie sich dann? Nach Ansicht von research tools findet eine Positionierung hauptsächlich über die Konditionen statt. Ein Vergleich anhand von zehn unterschiedlichen Kundenprofilen zeigte innerhalb der Studie, dass der teuerste Anbieter beinahe immer mehr als zweimal so teuer ist wie der preiswerteste. Die jeweils günstigsten Beiträge verteilen sich auf sechs Unternehmen, darunter auch drei Direktversicherer. Ein Wettbewerber verfolgt hingegen eine stringente Hochpreispolitik, die ihn in acht von zehn Fällen zum teuersten Anbieter macht. Somit ergeben sich bei den Konditionen beträchtliche Unterschiede zwischen den zehn untersuchten Anbietern. Insbesondere degenia und HanseMerkur profilieren sich dabei als Versicherer mit günstigen Beiträgen.

Chart zur Positionierung von Hausratversicherungen (Infografik: research tools)

Manche Unternehmen weisen Ähnlichkeiten hinsichtlich ihrer Positionierung auf. (Infografik: research tools)



Zur Studie:
Die "Marketing-Mix-Analyse Hausratversicherung 2016" von research tools analysiert das Marketingverhalten der zehn Versicherungen Allianz, Ammerländer, degenia, DEVK, Docura, ERGO, HanseMerkur, NV, RheinLand sowie VHV. Im Fokus standen dabei die vier Marketing-Ps Product, Price, Place und Promotion.

tt

 

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