Unwetter, Floskeln, Uniformen

Medienspiegel

Ein Experte nimmt es persönlich, wenn Menschen in Unwettern sterben. Dünne Vorstandsphrasen dienen der Karriere. Und für einen der führenden Produktdesigner ist Marktforschung ein Graus. Was dahinter steckt, lesen Sie in unserem Medienspiegel der Woche.

 

Was halten Sie davon, wenn Ihnen jemand sagt: "Marktforschung killt das Produkt“? Der erfolgreiche Produktdesigner Peter Schmidt zieht jedenfalls im Interview mit dem Wiener Standard ordentlich vom Leder. Für ihn ist die Marktforschung "bescheuert", man brauche sie nicht. "Sehen Sie den Baum vor meinem Büro? Ich kann nicht erforschen, wie der wachsen wird. Doch wie er es tut, ist es gut. Es sind die Umstände, die ihn formen." 

Aufwärts mit Floskeln

"Floskeln sind ein Karriere-Pusher. Ab einem gewissen Management-Level kommt man also kaum noch darum herum - sonst droht der Abstieg", sagt der Sprachwissenschaftler Hermann Ehmann im Gespräch mit der WirtschaftsWoche. Ehmann hat sich mit den Gründen für das Vorherrschen der dünnen Formulierungen beschäftigt und erklärt, welche Funktionen sie im Geschäftsleben erfüllen. Es handele sich bei Floskeln um einen so genannten "Soziolekt". 

Trageversuch bei der Bahn

Die Deutsche Bahn hat neue Uniformen für ihre Mitarbeiter vorgestellt und lässt diese nun erproben. Katharina Kutsche von der Süddeutschen Zeitung verteidigt das Unternehmen und die Dienstkleidung im Allgemeinen gegen Kritiker, die es gern weniger förmlich hätten. "Ein Trageversuch, wie ihn die Deutsche Bahn nun umsetzt, ist der richtige Weg, Mitarbeiter und Kunden einzubinden." Überhaupt sei Dienstkleidung auch heute noch in der Lage, Mitarbeiter erkennbar zu machen und mit Autorität auszustatten. Das werde auch weiterhin so bleiben. 

Der Staat als Datenhändler?

Für alle, die beruflich mit Daten umgehen, sind es spannende Zeiten. SPD-Chefin Andrea Nahles möchte die Vormachtstellung der Internetriesen Google und Facebook brechen und hat deswegen ein "Daten-für-Alle-Gesetz" vorgeschlagen. Detektor.fm beschäftigt sich mit der Idee und fragt, ob sie funktionieren kann. "Mir macht das Bedenken, wenn ich sehe, wie Staat und Großunternehmen über unsere Daten verhandeln", sagt Rechtsanwalt Achim Doerfer. 

Die Gefahr des Erfolgs

Erst hatte er einen stotternden Start auf seiner exponierten Position, dann kam der große Erfolg: Christoph Lieben-Seutter ist der Generalintendant der Hamburger Elbphilharmonie, der erst sieben Jahre später als geplant das Musikhaus im Norden eröffnen konnte. Er wird jetzt endlich gefeiert – und freut sich darüber. Aber: "Persönlich finde ich Erfolg eher gefährlich, weil er einem zu Kopf steigen kann und man beginnt, sich für unfehlbar zu halten", sagt Lieben-Seutter im Gespräch mit Capital. Die Bescheidenheit sollte mit dem Grad an Erfolg steigen, findet er. 

Der Mann fürs Wetter

Er lässt keinen Zweifel daran, dass er seine Arbeit ernst nimmt: Jörg Kachelmann, der Neuerfinder des Fernsehwetters, spricht im Interview mit brand eins über das Wetter und seinen beruflichen Anspruch. "Ich mache keinen Klickschlampen-Journalismus, der mit der Russenpeitsche winkt", sagt Kachelmann – und erinnert sich daran, dass es in  seiner Jugend wichtigere Themen gab als das Wetter.

Darüber könnte man mal nachdenken. Vielleicht bieten die kommenden Tage ja die Gelegenheit, das in Ruhe zu tun. Schönes Wochenende!

Veröffentlicht am: 16.08.2018

 

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