Klassisches Familienbild wandelt sich

18.12.2014

Stuttgart - Die Familie hat als Lebensideal in Deutschland nach wie vor einen sehr hohen Stellenwert – und die Definition, was man unter Familie versteht, ist recht weit gefasst. 96 Prozent der Befragten verstehen unter dem Stichwort „Familie“ noch immer das klassische Zusammenleben von Vater und Mutter mit einem Kind oder mehreren Kindern, wie TNS Emnid in einer Umfrage für Reader’s Digest herausfand. Zugleich gaben 83 Prozent an, auch eine Mutter mit einem oder mehreren Kindern sei für sie eine Familie; 80 Prozent sehen dies auch so, wenn nur der Vater den Nachwuchs aufzieht. Gleichgeschlechtliche Paare, die ein Kind oder mehrere Kinder haben, werden von zwei Drittel der Befragten als Familie bezeichnet.

Trotz der Aufweichung des einst klassischen Familienbilds gibt es in der Bewertung aber eine klare Grenze: Vier von zehn Befragten gaben an, Paare ohne Kinder würden die Bezeichnung Familie nicht verdienen. 

Die Umfrage zeigt auch, welchen Belastungen sich Familien heute ausgesetzt sehen. 84 Prozent gaben in der Umfrage an, die hohen Lebenshaltungskosten seien zunehmend problematisch. 81 Prozent räumten ein, den Kindern werde zu wenig Zeit gewidmet. Und 69 Prozent glauben, dass die Familie besonders dadurch belastet wird, dass die Erwachsenen nach Selbstverwirklichung streben. Die Tatsache, dass sich Paare heutzutage schneller trennen als früher und jedes fünfte Familienoberhaupt in Deutschland inzwischen alleinerziehend ist, werten 88 Prozent als problematisch. 

81 Prozent der Befragten wünschen sich, dass die Familie gerade im Alter bei der Pflege hilft. 95 Prozent der Befragten gaben in der Umfrage zudem an, sie würden von der Familie Trost und Zuspruch in Krisen erwarten, weitere 93 Prozent setzen auf praktische Hilfe im Krankheitsfall, 80 Prozent bauen auf gegenseitige finanzielle Unterstützung.

Obwohl die Familie einen hohen Stellenwert genießt und selbst durch gute Freunde nicht ersetzt werden kann, macht sich mit Blick in die Zukunft offenbar eine grundsätzliche Skepsis breit. Fast jeder zweite Befragte geht davon aus, dass die Bedeutung der Familie über kurz oder lang abnehmen wird. 

Zur Studie: Für die Studie befragte TNS Emnid bundesweit 1.005 Menschen über ihr Familienbild.

ah

 

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