Streaming holt auf

ARD/ZDF-Onlinestudie 2017

Die ARD/ZDF-Medienkommission hat in Zusammenarbeit mit der GfK MCR eine Untersuchung zur Mediennutzung der Deutschen vorgenommen. Ein beruhigendes Ergebnis für die Sender: Streamingdienste spielen im Vergleich zum klassischen Fernsehen eine geringe Rolle. Das könnte sich aber bald ändern, denn sie holen auf.

Mediennutzung im Wandel (Bild: manaemedia - fotolia.com)

Mediennutzung im Wandel (Bild: manaemedia - fotolia.com)

 

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick: Neun von zehn Deutschen sind online. Die Internetnutzung nimmt weiter zu, sowohl nach Personen als auch nach Nutzungszeit. In diesem Jahr sind 62,4 Millionen Menschen der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren online, dies entspricht einem Anteil von 89,8 Prozent. Nicht zuletzt, weil die Internetnutzer im Jahr 2017 erstmals über konkrete Tätigkeiten und nicht mittels einer pauschalen Abfrage ermittelt wurden. Das Internet als Verbreitungs- und Contentplattform macht eine Unterscheidung nach Mediengattungen wie Radio, Fernsehen, Print und Internet zunehmend unmöglich. Aus diesem Grund wurde 2017 die Nutzungsdauer auf Basis des Tagesablaufs erstmals nach der konkreten Mediennutzung in den Feldern Sehen, Hören und Lesen von Inhalten differenziert. Von insgesamt 149 Minuten (knapp 2,5 Stunden) täglicher Internetnutzung wird eine dreiviertel Stunde für Mediennutzung aufgewendet.

Ohne Mediathek wird's schwer

Und das Fernsehen? Auch wenn die Zuschauerzahlen des klassischen Fernsehprogramms derzeit noch klar vorne liegen, ist die Mediathek offenbar essentiell wichtig, um die Verbraucher auch in Zukunft zu erreichen. Dies bestätigen die Ergebnisse der Studie. Nach Nutzungshäufigkeit, die sich in der wöchentlichen Reichweite in Prozent ausdrückt, konnte sich die Audionutzung im Internet um 13 Prozentpunkte auf 46 Prozent steigern. Dies ist vor allem auf die Musik-Streamingdienste zurückzuführen, die alleine um neun Prozentpunkte auf 19 Prozent zulegten. Gleichzeitig erfährt aber auch das Radiohören online (Simulcast) einen Zuwachs.

Videoportale stagnieren

Die Reichweite für das Online-Bewegtbild stagniert, wenn man alle Ausspielwege zusammennimmt. Videoportale wie YouTube, die Mediatheken der Fernsehsender oder Facebook können ihre Bedeutung gegenüber dem Vorjahr nicht weiter steigern. Trotzdem werden Fernsehsendungen im Netz beliebter, und die Reichweite der kostenpflichtigen Video-Streamingdienste steigt deutlich an. Bei 14- bis 29-Jährigen sind bei amerikanischen oder internationalen Filmen und Serien leichte Verschiebungen hin zu Streamingdiensten wie Amazon Prime und Netflix festzustellen, die vor allem mit den privaten Fernsehanbietern im Bereich Fiktion konkurrieren. Im Vergleich zum klassischen Fernsehen spielen jedoch die Streamingdienste in der Gesamtbevölkerung eine geringe Rolle.

Die ARD/ZDF-Onlinestudie 2017 wurde erstmals im Rahmen der „Studienreihe Medien und ihr Publikum (MiP)“ realisiert. Die Ergebnisse basieren auf dem fusionierten Datensatz der Neukonzeption, wobei der Kerndatenbestand im Jahr 2017 auf einer repräsentativen Dual-Frame-Stichprobe von insgesamt 2.017 deutschsprechenden Personen ab 14 Jahren in Deutschland basiert. Die Feldarbeit wurde vom Institut GfK MCR durchgeführt und dauerte von Ende Januar bis Mitte April 2017. Eine ausführliche Analyse der Daten ist in der neuesten Ausgabe der Fachzeitschrift „Media Perspektiven“ (Heft 9/2017) dokumentiert und unter www.ardzdf-onlinestudie.de abrufbar.

ts

Veröffentlicht am: 12.10.2017

 

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