Schreien, Protzen, Rasen

Medienspiegel

07.04.2017

Ford hat Tesla überholt – doch wo bleibt die Moral? Sind auch dänische Babys glücklicher als ihre Altersgenossen im Rest der Welt? Und warum gibt es eigentlich einen neuen Trend zum Motorradfahren? Fragen, denen der Medienspiegel der Woche nachgeht.

In Dänemark scheinen nicht nur erwachsene Menschen mehr Glück zu empfinden als andernorts, auch kleine Menschen sind friedlicher, wie eine Grafik auf The Atlas zeigt. (Bild: candy1812 - fotolia.com)

In Dänemark scheinen nicht nur erwachsene Menschen mehr Glück zu empfinden als andernorts, auch kleine Menschen sind friedlicher, wie eine Grafik auf The Atlas zeigt. (Bild: candy1812 - fotolia.com)


Von Tim Farin

Kommen Sie drauf, in welchen Jobs der Werbebranche die Nachfrage nach Personal am größten ist? Verraten können wir schon einmal: Art-Direktoren und Grafik-Designer gehören auf jeden Fall in die Top-Charts, die Laura Melchior für Internet World Business auf Basis einer Trendanalyse des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft zusammenfasst. Für den gefragtesten Job müssen Sie klicken.

Die friedlichen Babys 

Dänemark ist für das Glück seiner Bewohner bekannt, das Lebensgefühl Hygge ist gerade Trend in aller Welt – und da passt es ins Bild, dass auch die kleinen Menschen in Kopenhagen, Odense und Aarhus sehr friedlich sind. Eine Grafik auf The Atlas zeigt: In Dänemark schreien Babys deutlich weniger als in der restlichen Welt.  Der Grafik liegt eine Publikation im medizinischen Fachjournal Journal of Pediatrics zugrunde.

Ford weit vor Tesla

Man könnte meinen, Tesla sei das wichtigste Unternehmen bei der Entwicklung autonomer Fahrzeuge – doch die Marktforscher von Navigant Research kommen zu einem ganz anderen Ergebnis: Ein richtig alter, großer Riese ist demnach führend beim Vorantreiben selbstfahrender Autos, nämlich Ford. Marco Weimer fasst auf NGIN Mobility die Studie zusammen. Auch deutsche Hersteller punkten: "Mit Daimler auf Platz vier, VW auf Platz fünf und BMW auf Platz sechs zeigen die alten Branchengrößen, dass sie auf einen Markt gesetzt haben, der in den nächsten Jahren an Relevanz gewinnen wird."

Die Moral der Mobilität

Das Thema "autonomes Fahren" stellt uns nicht nur vor technische Herausforderungen, sondern gerade auch vor elementare philosophische, ethische Fragen. Harald Lesch hat in einem kurzen Film für das ZDF die Brisanz des Themas aus moralischer Sicht zusammengefasst. Die Kernfrage lautet: "Dürfen selbstfahrende Autos töten?"

Schluss mit protzig

Das Geschäft mit den Flagship-Stores von Luxusmarken in Top-Top-Lagen ist auf dem Rückzug. "In einer Umfrage des Luxusverbands Altagamma und der Boston Consulting Group gaben im vergangenen Jahr nur noch 27 Prozent der Befragten an, ihren letzten Luxus-Einkauf in einem Monomarken-Laden getätigt zu haben. Zum Vergleich: Zwei Jahre zuvor waren es noch 35 Prozent", schreibt Katharina Kort für das Handelsblatt. Sie sieht das „Ende der Protz-Boutiquen“ gekommen. Eine gute Sache?

Frei auf zwei Rädern

Klimawandel und Verkehrssicherheit – viele Leute scheinen von diesen Themen einfach die Nase voll zu haben und ganz unvernünftig ausbrechen zu wollen. Sie fahren Motorrad als Reaktion auf den Zeitgeist. "Es ist eine psychologische Gegenströmung zur zunehmenden Reglementierung entstanden, mit der Konsequenz, dass die Zulassungszahlen ansteigen", sagt der pensionierte Markt- und Meinungsforschungsprofessor Werner Hagstotz im Gespräch mit Peter Ilg von Zeit Online. Doch ist nicht alles individueller Protest: Auch im Zweiradmarkt erwartet der Experte einen Aufschwung des Sharing-Ansatzes. 

Pro Persona

Was bringen Personas im Marketing? Statt nüchterner Grafiken und Zahlen beschreiben die Experten aus der Branche ihre Zielgruppen immer mehr als idealtypische Vertreter, die lebhaft ausgeschmückt werden. Der Markt- und Mediaforscher Dirk Engel setzt sich in einem Beitrag für Springer Professional mit dieser Methode auseinander. "Personas sind zweifellos nützlich. Eine Gefahr gibt es jedoch: Je beliebter der Modebegriff wird, desto öfter wird zu sorglos damit umgegangen."

Darüber könnte man mal nachdenken. Vielleicht bieten die kommenden Tage ja die Gelegenheit. In diesem Sinne: Schönes Wochenende!

 

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