Rentnern in Deutschland droht Altersarmut

DIW-Studie

Laut einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) fehlen den meisten Menschen zum Rentenbeginn im Schnitt 700 Euro monatlich. Wer besonders von Altersarmut betroffen ist, zeigen die Ergebnisse der Studie.

Den meisten Menschen werden zum Rentenbeginn im Schnitt 700 Euro fehlen. © Andrey Bandurenko - fotolia

Den meisten Menschen werden zum Rentenbeginn im Schnitt 700 Euro fehlen. © Andrey Bandurenko - fotolia

 

58 Prozent der heute 55- bis 64-jährigen Erwerbstätigen wird ihre zukünftige Rente nicht reichen, um ihren aktuellen Konsum beizubehalten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Demnach fehlen den künftigen Rentnern im Schnitt 700 Euro pro Monat. Besonders betroffen sind Frauen, Singles, Un- und Angelernte sowie Selbstständige ohne Mitarbeiter.

Private Versicherung verringert die Versorgungslücke geringfügig

Private Versicherungen wie die Riester- und Rürup-Rente würden den Anteil der 55- bis 64-Jährigen mit einer potentiellen Versorgungslücke lediglich um zwei Prozentpunkte senken. Auch wenn diese zusätzlich ihr privates Vermögen einsetzten, könnten gut 40 Prozent ihren aktuellen Konsum nicht mehr decken. 

Für viele Geringverdiener oder prekär Beschäftigte ist es laut DIW auch ein Problem, dass sie im Ruhestand keine Betriebsrente bekommen. Unter denen, die nur eine gesetzliche Rente erhalten, können nach DIW sogar fast zwei Drittel ihren Lebensstandard nicht weiterbezahlen.

Zur Studie: DIW bezieht sich auf Daten des sozio-oekonomische Panel (SOEP). Für das SOEP werden seit 1984 jedes Jahr vom Umfrageinstitut Kantar Public in mehreren tausend Haushalten statistische Daten erhoben. Zurzeit sind es etwa 30.000 Personen in etwa 15.000 Haushalten. 

Veröffentlicht am: 13.09.2018

 

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