Ransomware? Unwissenheit in Deutschland ist groß

Bitkom-Umfrage zu Schadsoftware

05.12.2017

Hilfe, mein Computer erpresst mich! Nur vier von zehn Internetnutzern wissen von Erpressung durch Schadprogramme. Die Angst ist groß, doch Maßnahmen werden kaum ergriffen – dabei können sich User schützen.

Die Angst vor Cybercrime ist groß, doch kaum jemand sorgt vor (Bild: methodshop - Pixabay)

Die Angst vor Cybercrime ist groß, doch kaum jemand sorgt vor (Bild: methodshop - Pixabay)

 

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Der Computer startet, doch statt der gewohnten Oberfläche erscheint der Hinweis, die Daten auf dem Gerät seien verschlüsselt und würden nur gegen Zahlung von 300 US-Dollar wieder freigegeben. Ein solches Szenario schient unrealistisch, doch im Mai dieses Jahres wurden eben auf diese Weise mehr als 200.000 Computer von dem Schadprogramm WannaCry lahmgelegt.

Die Software hinter dem Namen fordert Lösegeld für die eigenen Daten. Das Unwissen in Deutschland ist groß: Nur vier von 10 Internetnutzern (40 Prozent) hinzulande wissen, dass es solche sogenannte Ransomware gibt. Das hat eine Befragung des Digitalverbands Bitkom ergeben. Dabei ist Aufklärung für alle wichtig, die sich im Netz bewegen, betont Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Bitkom.

Angst statt Vorsorge

Jeder zweite Internetnutzer (52 Prozent), der von Ransomware schon einmal etwas gehört hat, gibt an, dass er persönlich Angst hat, Opfer einer solchen digitalen Erpressung zu werden. Aber nur rund jeder Zweite dieser besorgten Personen (56 Prozent) bereitet sich aktiv auf solche Angriffe vor. Dabei ist schon das regelmäßige Backup der eigenen Daten ein wichtiger Schritt. 41 Prozent geben hingegen an, trotz ihrer Sorgen keine besonderen Schutzmaßnahmen vorgenommen zu haben.

Bei digitaler Erpressung bloß nicht zahlen

"Ob nach Bezahlung des verlangten Lösegelds die Daten wirklich entschlüsselt werden, ist höchst ungewiss. Auch deshalb sollte sich niemand auf eine solche Erpressung einlassen" empfiehlt Rohleder. Außerdem sollten User eine starke Firewall und Virenschutzprogramme nutzen. Im Worst Case kann man dann mit einem stets aktuellen Backup vorsorgen. Durch das Abspielen der Sicherungskopie auf den Computer ist es im Notfall zumindest möglich, den Schaden zu begrenzen. Zudem rät Bitkom den Opfern solcher Cyberkriminellen, sich an die Behörden zu wenden. Hierfür gibt es bei den Landeskriminalämtern eine Zentrale Ansprechstelle für Cyberkriminalität (ZAC).

Über die Studie:
Es wurden 1.017 Internetnutzern ab 14 Jahren befragt.

 

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