Kreditkarten-Anbieter: Bei Mailanfragen deutliches Verbesserungspotenzial

27.04.2015

Esslingen am Neckar – Auf dem Kreditkartenmarkt in Deutschland stehen sich ausgewiesene Spezialisten, Universalbanken, sowie Nischenanbieter gegenüber. Das Produktportfolio der zehn für eine Studie untersuchten Anbieter bewegt sich zwischen einer und 18 Kreditkarten, Prepaidkarten und Co-Branding-Karten. Sechs Anbieter offerieren ergänzend spezielle Karten für Businesskunden. Zahlreiche Produktfeatures und inkludierte Versicherungen machen einen Direktvergleich fast unmöglich. Dies zeigt die „Marketing-Mix-Analyse Kreditkarten 2015“ von research tools.

Hinsichtlich der Konditionen unterscheiden sich die einzelnen Angebote der untersuchten Anbieter deutlich. Ganz ohne Grundgebühr ist die Standardkarte bei Barclaycard und Targobank erhältlich. Advanzia bietet die einzige kostenfreie Goldkarte. Die teuerste Lösung ist die Platinum Card von American Express mit einer Jahresgebühr von 600 Euro. 

In der Distribution zeigt Barclaycard in 99 untersuchten Vergleichsportalen die mit Abstand beste Präsenz und durchgehend Top-Platzierungen. Während die Antwortqualität bei Telefonanfragen mit Ergebniswerten zwischen 80 und 90 Prozent durchweg gut ist, fällt sie bei Mailanfragen erstaunlich schlecht aus. Nur beim ADAC liegt die Antwortqualität bei 70 Prozent, die anderen Banken erreichen Werte zwischen 35 und 65 Prozent. Einwandfrei immerhin sind die Reaktionszeiten, die bei neun Banken unter acht Stunden liegen. Eine Bank beantwortet keine der Mailanfragen.

Die Werbeausgaben für Kreditkarten belaufen sich bei den untersuchten Anbietern innerhalb eines Jahres auf fast zehn Millionen Euro, wobei 96 Prozent der Spendings von American Express und Barclaycard getätigt werden. American Express wirbt hauptsächlich in TV  während Barclaycard den Schwerpunkt auf Internetwerbung legt. 

In der Kommunikation schalten kostenpflichtige Anzeigen in unterschiedlichen Suchmaschinen nur Advanzia und Targobank. American Express, Barclaycard und Wüstenrot beschränken sich auf Anzeigen in google.de. Neun der zehn Anbieter sind in Social Media aktiv, kreditkartenrelevante Beiträge werden jedoch nur sporadisch gepostet. Die Targobank ist hier mit insgesamt 14 Beiträgen innerhalb eines Jahres am aktivsten. Audiovisuelle Eindrücke auf YouTube bietet keine der untersuchten Banken. 

Die großen Kreditkartenspezialisten American Express und Barclaycard überzeugen mit Stärken in allen vier Marketing-Mix-Bereichen. Eine statistische Ähnlichkeitsanalyse zeigt in drei Gruppen die auf Konditionen fokussierten Anbieter Targobank, Barclaycard, Postbank und Santander, die relative Stärken bei Distribution und Kommunikation aufweisenden Anbieter ADAC, Advanzia und Wüstenrot sowie die produktmarktorientierten Sparkassen, VR-Banken und American Express.

Zur Studie: Die "Marketing-Mix-Analyse Kreditkarten 2015" von research tools gibt Einblick in das Marketingverhalten der zehn berücksichtigten Anbieter ADAC, Advanzia, American Express, Barclaycard, Postbank, Santander, Sparkassen, Targobank, VR-Banken und Wüstenrot. Analysiert wurden die vier Marketing-Ps Product, Price, Place, Promotion. 

ah

 

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

Das könnte Sie auch interessieren

IMAS-Report

Österreicher sehen E-Mobilität als Kraftstoff der Zukunft

Klarer Trend: E-Autos sind die Zukunft auf Österreichs Straßen (Bild: stux - pixabay)

17.11.2017 - Klarer Trend: Die Österreicher sind sich sicher, dass in maximal 30 Jahren rein mit Diesel oder Benzin betriebenen KFZ nur noch eine Nebenrolle auf österreichischen Straßen spielen werden. weiterlesen

 
MediaAnalyzer

Videostreaming bietet kein Werbepotenzial

Wann und wo ich will: User schätzen Flexibilität bei Streaming-Diensten (Bild: daviles - fotolia)

17.11.2017 - Netflix, Sky, Maxdome und Co. haben das TV-Angebot aufgemischt. Amazon soll nun ein werbefinanziertes Streaming-Angebot planen. Doch die Chancen für klassische TV-Werbung im Videostreaming-Markt sind schlecht. weiterlesen

 
YouGov

"I bims vong der Jugend": Mehrheit ist von Netzsprache genervt

Netz- und Jugendsprache verbreitet sich besonders über Social Media (Bild: raxpixel - Pixabay)

17.11.2017 - "Vong", "I bims" oder "Was ist das für 1 Life": Wenn Sie bei diesen Wortschöpfungen die Augen verdrehen, sind Sie nicht alleine. Die nervige Netzsprache ist Chance und Risiko zugleich. weiterlesen

 
Bitkom

Digitalisierung ja, Weiterbildung nein

(Bild: MABO - fotolia)

17.11.2017 - Keine Zeit und zu wenig Angebote seitens des Arbeitgebers: Berufstätige sehen sich für die digitale Arbeitswelt oft nicht ausreichend qualifiziert, um mit den Anforderungen der Digitalisierung Schritt halten zu können. Die Bereitschaft, sich außerhalb des Jobs... weiterlesen

 
Cint und Survey Monkey kooperieren

"Demokratisierung der Marktforschung"

Kunden in der Welt auf Händen tragen (Bild: stokpic - pixabay.com)

16.11.2017 - Cint und Survey Monkey sind eine Kooperation eingegangen. Ihr Ziel: Die SurveyMonkey Audience soll weltweit ausgebaut werden. SurveyMonkey bietet jetzt einen Zugang zum globalen Insights Exchange von Cint in mehr als 100 Ländern an. Damit besteht die Möglichkeit,... weiterlesen

 

Werbung

Über marktforschung.de

Branchenwissen an zentraler Stelle bündeln und abrufbar machen – das ist das Hauptanliegen von marktforschung.de. Unser breites Informationsangebot rund um die Marktforschung richtet sich sowohl an Marktforschungsinstitute, Felddienstleister, Panelbetreiber und Herausgeber von Studien, Marktdaten sowie Marktanalysen als auch an deren Kunden aus Industrie, Handel und Dienstleistungsgewerbe.

facebook twitter google plus