Junge Leser und Trumps Wirkung

Medienspiegel

Unser Medienspiegel der Woche widmet sich diesmal den starken Preisschwankungen bei Internethändlern, der zweifelhaften Work-Life-Balance bei einer der besten Werbeagenturen, dem Medienverhalten von Kindern und Jugendlichen – und noch mehr Themen.

©Mittrija

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Von Tim Farin

Vorsicht vor Impulskäufen im Internet. Denn es könnte passieren, dass das vermeintlich gute Angebot in ein paar Stunden längst unterboten wird – und zwar genau bei demselben Händler, der Ihnen eben noch einen deutlich höheren Schnäppchenpreis angeboten hat. Die Verbraucherzentrale Brandenburg hat sich in einer Studie mit dem Thema auseinandergesetzt, das in der Fachsprache des Online-Marketing "Dynamic Pricing" heißt. Im Gespräch mit Radio Eins erklärt die Leiterin der Studie, Kirstin Dautzenberg, was dabei herauskam – und was sich für den Online-Einkauf lernen lässt.

Work als Life

Man kann es vielerorts hören, wenn man mit älteren Führungskräften über die Gepflogenheiten ihrer jüngeren Mitarbeiter spricht: die Neuankömmlinge in Unternehmen haben oft so wenig Lust auf Selbstausbeutung und Überstunden, dass es für die Chefs älterer Schule durchaus befremdlich wirkt. Bei der Werbeagentur Jung von Matt ist die Sache allerdings klar: Dort möchte man keine "freizeitorientierte Schonhaltung". W&V berichtet darüber auf Basis eines Interviews mit Agenturgründer Jean-Remy von Matt in Zeit Campus. Vom Begriff Work-Life-Balance scheint er jedenfalls nicht viel zu halten.

Jung und auf dem Sprung

Damit hat er es sicher nicht so leicht, eine große Zahl nachwachsender Karrieristen anzusprechen. Gute junge Mitarbeiter sind schwer zu finden – und auch sehr schwer zu halten. Woran das liegt, darüber schreibt Nora Schareika für die WirtschaftsWoche. Sie bezieht sich auf eine Umfrage der Beratung Korn Ferry, deren Vertreter Carsten Schaefer sagt: "Gerade junge Talente, die mit Anfang zwanzig sehr früh in den Arbeitsmarkt einsteigen, probieren sich gerne aus." Ein Mittel, um das zu kontern, können immerhin präzisere Jobbeschreibungen sein.

Papier auch für die Jüngsten

Die Mediennutzung junger Menschen hat sich massiv digitalisiert, in Klassenzimmern sind digitale Medien längst an der Tagesordnung – doch die neue Kinder-Medien-Studie zeigt: Auch das gute alte Papier ist noch lange nicht out bei den Jüngeren und Jüngsten. Michael Meyer berichtet für den Deutschlandfunk über "Die Mär von den Smartphone-Junkies". "Je älter die Kinder werden, desto stärker treten die digitalen Medien in den Vordergrund, und desto öfter suchen sie ihre Themen dort", heißt es in dem DLF-Bericht – aber es gebe nicht nur Gründe zur Beunruhigung, auch wenn man den digitalen Medienkonsum junger Menschen natürlich genau beobachten müsse.

Der Präsident und die Medienfreiheit

Der rhetorische Krieg des US-Präsidenten Donald Trump gegen die Medien in seinem Land und die angeblich zersetzende Macht der Fake News zeigt Wirkung. Wie die FAZ berichtet, gibt es in der amerikanischen Bevölkerung messbar die Ansicht, dass der Staatschef in der Lage sein sollte, die verfassungsrechtlich garantierte Meinungsfreiheit einzuschränken, indem er mediale Inhalte sperrt. Diese Ansicht setzt sich vor allem bei Wählern der republikanischen Partei fest, doch auch Anhänger der Demokraten und Unabhängige möchten den Präsidenten mit mehr Macht zur Einschränkung medialer Berichterstattung ausstatten.

Anruf verboten

Für die Marktforschungsbranche ist die Arbeit in der Schweiz im vergangenen Jahr deutlich schwieriger geworden. Grund dafür ist ein Filter, den der Telefonnetzbetreiber Swisscom seinen Kunden anbietet. Darüber berichtet die Werbewoche.  Eigentlich soll dieser Filter den Kunden helfen, unseriöse Werbeangebote am Telefon über eine Schwarze Liste zu unterdrücken – doch trifft das eben auch die Institute. "Der Verband Schweizer Markt- und Sozialforschung protestiert gegen das Vorgehen der Swisscom und fordert, dass Institute, die sich an die Verbandsregeln halten, nicht auf der Liste landen", heißt es in dem Artikel.

Darüber könnte man noch mal nachdenken. Vielleicht bieten die kommenden Tage ja die Gelegenheit, das in Ruhe zu tun. Schönes Wochenende!

Veröffentlicht am: 09.08.2018

 

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