Früher war alles besser? Millennials zwischen Zukunftsangst und Optimismus

Allianz-Studie

21.11.2017

Trotz düsterer Karriereaussichten: Vier von fünf Millennials denken, dass sich ihr Leben verbessern wird. Eine aktuelle Allianz-Studie zeichnet das Bild einer Generation zwischen Unsicherheit und der Sehnsucht nach Stabilität.

Auf traditionellen Wegen: die Generation Y (Bild: StockSnap - Pixabay)

Auf traditionellen Wegen: die Generation Y (Bild: StockSnap - Pixabay)

 

Fakt ist: Die Generation Y empfinden die Welt heute als schwieriger und komplexer als es ihre Eltern im selben Alter getan haben. Ihre Karrierechancen betrachten sie als düster. Nicht nur künstliche Intelligenz und Robotik sehen sie als Bedrohung ihres Arbeitsplatzes. Eine allgemeine Beschäftigungsunsicherheit und ein ohnehin enormer Leistungsdruck nehmen zu. Mehr als 70 Prozent der Millennials sehnen sich nach Beschäftigungsstabilität und -sicherheit und ziehen diese der "Flexibilität und Freiheit" vor, die die sogenannte Gig-Economy verspricht.

Trotz düsterer Zukunftsaussichten hat eine internationale Studie der Allianz nun offen gelegt, dass ungefähr 90 Prozent der Millennials in den USA und in Indien in den nächsten fünf Jahren von einer Verbesserung ihres Lebens ausgehen. In China, Deutschland und Großbritannien sind es jeweils 83 Prozent, 74 Prozent beziehungsweise 71 Prozent.

Digital Natives streben traditionelle Karrierewege an

Diese Altersgruppe, welche im digitalen Zeitalter aufgewachsen ist, strebt mehrheitlich einen traditionellen Karriereweg an. Lediglich 15 Prozent ziehen Jobhopping vor. 80 Prozent der Amerikaner, 75 Prozent der Inder und jeweils 70 Prozent der Chinesen, Deutschen und Briten dieser Altersgruppe bewerten Karrieresicherheit und -stabilität höher als die Veränderungen und Flexibilität der Gig-Economy.

Insgesamt sind die Millennials mit ihrer aktuellen Tätigkeit zufrieden. Vier von fünf Angestellten dieser Alterskohorte in Indien und in den USA und ca. drei von vier in Deutschland und Großbritannien sind zumindest annähernd mit ihrem Job zufrieden. In China ist allerdings nur etwas mehr als einer von zwei Chinesen ist zumindest einigermaßen glücklich mit seiner Arbeit.

Die Millennials sehnen sich die Bedingungen, unter denen ihre Eltern aufwuchsen, herbei. Fünfzig oder mehr Prozent in allen Ländern glauben, ihre Eltern wären in ihrem Alter glücklicher gewesen, wobei dieses Empfinden in China und Indien am stärksten ausgeprägt ist. Gleichzeitig waren mehr als 60 Prozent der Befragten in Indien, Großbritannien und den USA der Auffassung, ihren Eltern wäre es finanziell genauso gut oder besser gegangen.

Deutschen Millennials ist Heimat wichtiger als Karrierechancen im Ausland 

Die Studie kristallisiert die Arbeitssituation der Millennials in Deutschland heraus und hält fest: Fast 32 Prozent begrüßen die Freiheiten und die Flexibilität, die ihnen neue Karrierewege bieten. Es handelt sich dabei um die größte Gruppe in den Teilnehmerländern. Von allen Ländern ist hier die Bereitschaft, wegen eines Jobs ins Ausland zu ziehen, am geringsten ausgeprägt – auch wenn dies die Karriereaussichten verbessern würde (30 Prozent positiv). In Deutschland werden die Folgen von Telearbeit für das Privatleben am negativsten beurteilt (54 Prozent ungünstig) und die überwältigende Mehrheit lehnt Großraumbüros ab (76 Prozent negativ).

Die Deutschen und insbesondere die Frauen zählen zu den Konservativsten in den westlichen Ländern, was das Befürworten alternativer Familienstrukturen betrifft. Mehr als eine von vier weiblichen Befragten in einer Beziehung zwischen Mann und Frau (26,7 Prozent) fand es inakzeptabel, wenn beide Partner Vollzeit arbeiten (USA 5,6 Prozent, Großbritannien 10,7 Prozent). Rollenvorbilder, bei denen der Mann den Haushalt übernimmt, gelten als nicht vertretbar. Obwohl die Welt für diese Generation als komplex und Arbeitsverhältnisse als unsicher wahrgenommen werden, hält sie sich selbst für risikobereit. 73,6 Prozent sind zufrieden oder extrem zufrieden mit ihrer aktuellen Arbeitsstelle.

Zur Studie:
Es wurden 5.000 Berufstätige aus der Altersgruppe der sogenannten Millenials in fünf Ländern (Deutschland, Großbritannien und USA sowie China und Indien) befragt.

 

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