GOR 17: Berlin war eine Reise wert

20.03.2017

Zwei Tage GOR in Berlin mit interessantem Input, regem Austausch in den Pausen, positiver Stimmung und nicht zu vergessen: leckerem Kaffee und einer gelungenen Party – so oder ähnlich lautet sicher das Fazit der meisten Konferenzteilnehmer.

Bernad Batinic, Keynote GOR 17

Bernad Batinic warf in seiner Keynote am zweiten Tag einen Blick auf die Anfänge der Online-Forschung – und damit auch auf 20 Jahre GOR. (Bild: marktforschung.de)


Wie schon vermutet zog sich das Thema Fake News als roter Faden durch die Konferenz. So wurde in der Podiumsdiskussion am ersten Tag der GOR nicht nur kontrovers zwischen traditionellen und progressiveren Vertretern der Marktforschung über Stichproben-Güte diskutiert. Es ging unter dem Motto "What's the matter with political polling?" auch um die Verantwortung von Medien bei der Berichterstattung über Wahlprognosen und die Wahrnehmung durch Leser und Fernsehzuschauern. 

Traditionell und progressiv waren auch die Stichworte für eine Session zum Thema agiles Projektmanagement in der Marktforschung. Während für die Referenten von Blauw Research und Skopos agile Tools schon zum Alltag gehören, war der einführende Vortrag von Consulting-Experte Markus Toschläger von myconsult für einige der Zuhörer offensichtlich überhaupt die erste Berührung mit dem Thema Agilität. Es scheint also ein zartes Pflänzchen zu sein, das sich aber in naher Zukunft sicher in der Branche noch ausbreiten wird. 

Von Weltendeutern, Big Five und Psychoprofilen

Lebhaft ging es auch in der zweiten Diskussionsrunde zu: Unter der Überschrift „Miteinander oder nur nebeneinander? Das Verhältnis von akademischer zu angewandter Markt- und Sozialforschung“ tauschten sich Florian Bauer, Vocatus, Bernad Batinic, Johannes Kepler Universität Linz, Holger Lütters, HTW Berlin und Michael Schiessl von eye square aus. Während Einigkeit darüber herrschte, dass eine kontinuierliche Zusammenarbeit in beiderseitigem Interesse sei, gab es unterschiedliche Ansichten etwa über den Nutzen von Abschlussarbeiten in Unternehmen. Als Herausforderung beschrieben es die Unternehmensvertreter geeignete Bewerber zu finden. Man brauche mehr Weltendeuter war eine in diesem Zusammenhang geäußerte Forderung, die auf breite Zustimmung stieß.

 

Fotostrecke: Die GOR 17 in Bildern

Interessant – und zugleich äußerst bedrohlich – wirkte einer der abschließenden Beiträge der GOR von Vesselin Popov vom Psychometrics Center der University of Cambridge. Psychoprofile erstellt nach Facebook-Likes: Das funktioniert tatsächlich – und trifft Persönlichkeitseigenschaften sogar zutreffender als eine Selbsteinschätzung. Nur der eigene Ehepartner kennt einen noch besser, als es die mittlere Prognosegüte der Big Five durch das Psychometrics Center anhand der eigenen Facebook-Likes hergibt. Ehepartner – Facebook – Selbsteinschätzung – so lautet die Reihenfolge der durchschnittlichen Prognosegüte. Die weitere Familie, Freunde oder gar Arbeitskollegen liegen abgeschlagen dahinter.

Wie ereignisreich sich das Jahr 2017 in der Marktforschungsbranche und der Politik auch immer zeigen wird, 2018 werden sicher wieder viele die Gelegenheit zum Austausch wahrnehmen, sich von Experten inspirieren lassen – und dazu dann nach Köln reisen.

 

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