GfK: Hausruckinger geht, Erbenich kommt

14.07.2017

Stühlerücken bei der GfK: Unter dem neuen Miteigentümer werden nun auch wichtige Positionen ausgetauscht und neu besetzt. Gerhard Hausruckinger verlässt die GfK. Strategisch wird die digitale Transformation durch einen neuen Posten gestärkt – und mit Christoph D. Erbenich besetzt.

(Bild: GfK)

(Bild: GfK)


Für marktforschung.de berichtet Jörg Stroisch


Neue Besen kehren anders. Und so war es zu erwarten, dass sich auch personell unter dem neuen GfK-Chef Peter Feld und vor allem des Investors KKR etwas tun würde. So wurde dem nun scheidenden Gerhard Hausruckinger zwar in einer Pressemitteilung für "seine große Bereitschaft, in der schwierigen Situation im Sommer 2016 die Verantwortung als interimistischer Sprecher des Vorstands zu übernehmen" gedankt – dennoch trennte man sich einvernehmlich voneinander.

Nur wenig später teilte die GfK in einer weiteren Pressemitteilung mit, dass Christoph D. Erbenich zum Chief Marketing and Innovation Officer ernannt wurde. In dieser neu geschaffenen Rolle soll er ab dem 1. August 2017 die Entwicklung aller Innovationen von GfK zusammenführen, auf kundenzentrierte Lösungen ausrichten und diese zur Marktreife bringen. Als Mitglied des Executive Leadership Teams wird er an CEO Peter Feld berichten. “Mit Christoph Erbenich konnten wir einen digitalen Vordenker und hochklassigen Marketingprofi für unser Team gewinnen“, so Feld in der Pressemitteilung.

Erbenich ist bisher nicht in der Marktforschungsbranche in Erscheinung getreten. Seine berufliche Vita reicht von Nokia HERE, Procter & Gamble, BCG, L'Oréal bis zuletzt zur Unternehmensberatung McKinsey. Erbenich  hat an der INSEAD Business School/Cedep im französischen Fontainebleau und an der European Business School in Wiesbaden studiert.

Hausruckinger war etwa sieben Jahre bei der GfK

Dr. Gerhard Hausruckinger verblieb etwa sieben Jahre bei der GfK. Zuvor arbeitete er jahrelang für unterschiedliche Unternehmensberatungen, etwas kürzere Stippvisiten gab es bei Emnos und Accenture, über elf Jahre war er bei Roland Berger tätig.

Sein weiterer Werdegang: Von 1983 bis 1988 studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Regensburg und promovierte dort anschließend. Eine ältere Vitaangabe weist noch aus, dass er von 1988 bis 1991 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Marketing an der Universität Regensburg beschäftigt war und seit 1992 in der Unternehmensplanung der Karstadt AG, Essen.

Mehrere Bücher sind mit seiner Beteiligung entstanden. Er schrieb zum Beispiel unter anderem eine Studie über "Herkunftsbezeichnungen als präferenzdeterminierende Faktoren" (1993) – mit dieser ist er in der Deutschen Nationalbibliothek gelistet, Hausruckinger war aber auch an jüngeren Werken beteiligt.

GfK hat große Turbulenzen hinter sich

Hausruckingers interimistische Übernahme der Aufgaben als Vorstandssprecher der GfK fanden in einer schwierigen Zeit statt; damals traten Vorstandschef Matthias Hartmann und Aufsichtsratsvorsitzender Arno Mahlert gleichzeitig zurück. Nachdem schon Anfang 2016 erste Gerüchte auftauchten, dass bei der GfK ein Finanzinvestor einsteigen wolle – damals aber noch bestritten – , überschlugen sich Mitte des Jahres die Ereignisse. Nach dem Rücktritt Hartmanns machte KKR – einst vom SPD-Politiker Franz Müntefering noch als die "Mutter aller Heuschrecken“ bezeichnet – ein Übernahmeangebot an die gestreuten Aktien mit Billigung der GfK und des GfK Vereins. Damals betonte der GfK Verein ausdrücklich, Mehrheitseigner der GfK SE bleiben zu wollen – hat aber mittlerweile seine eigenen Anteile dem Investor geliehen, wie es auf der Website des Vereins heißt. Dies geschehe nicht dauerhaft, sondern nur, um den sogenannten Squeeze-out, die Barabfindung, des verbliebenen Streubesitzes durchzuführen.

In jedem Fall war es ein Jahr der Turbulenzen für die GfK, angesichts dessen waren personelle Neuausrichtungen zu erwarten.

 

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