Gefühlter Wohlstand in Hamburg am größten

Ipsos

Ipsos hat 2017 den gefühlten Wohlstand der Deutschen untersucht. Die Ergebnisse zeigen: Die Deutschen sind im Durchschnitt sehr zufrieden. Spitzenreiter ist Hamburg. Hier fühlen sind sogar 68 Prozent pudelwohl - und das liegt nicht nur am Einkommen.

Meine Perle: Die Menschen in Hamburg sind nicht nur mit ihrer finanziellen Situation zufrieden (Bild: KarstenBergmann - Pixabay)

Meine Perle: Die Menschen in Hamburg sind nicht nur mit ihrer finanziellen Situation zufrieden (Bild: KarstenBergmann - Pixabay)

 

Woran liegt das? Laut der Studie von Ipsos geht es den Hanseaten nicht nur finanziell ausgezeichnet. Sie verfügen über gute soziale Kontakte, stufen ihre Gesundheit gut ein und fühlen sich wohl in ihrer Stadt. Auf Platz zwei in der Wohlstandsskala folgt Bayern mit 59 Prozent. Das Schlusslicht bildet Mecklenburg-Vorpommern. Hier erleben nur 43 Prozent ihren Wohlstand als sehr positiv. Damit liegt das Land der Seen allerdings nur knapp hinter anderen ostdeutschen und auch einigen westdeutschen Flächenländern. Die Bewohner sind vor allem mit ihrer ökonomischen Situation unzufrieden. Bei den persönlichen und auch gesellschaftlichen Bestimmungsgrößen des Wohlstands hadern sie vor allem mit gesundheitlichen Aspekten und ihren sozialen Kontakten.

Ausbildung entscheidet über gefühltes Wohlergehen

Unabhängig vom geographischen Wohlstandsempfinden lässt sich festhalten, dass die Ausbildung einen erheblichen Einfluss auf das gefühlte Wohlergehen hat. Das bedeutet: Mit einem höheren Schulabschluss wird in der Regel auch ein höheres Einkommen erzielt. Aber auch die Zufriedenheit mit dem eigenen und gesellschaftlichen Umfeld steigt mit einem höheren Bildungsgrad. Auffällig ist die große Rolle, die eine abgeschlossene Berufsausbildung für die Beurteilung des persönlichen Wohlstands spielt. Während nur 40 Prozent der Hauptschulabsolventen ohne Berufsausbildung ihren Wohlstand als hoch einstufen, sind es bei denen mit Berufsausbildung 50 Prozent. Dieser Wert liegt nicht weit entfernt von dem der Befragten mit Hochschulabschluss (54 Prozent).

Freiberufler sind zufriedener

Selbständige und Freiberufler stufen ihren Wohlstand höher ein als Beamte oder Angestellte. Sie verfügen außerdem über den höchsten ökonomischen Wohlstand. 61 Prozent fühlen sich sehr wohl mit ihrer Gesamtsituation. Vor allem sehen sie ihr Einkommen als gesichert für die Zukunft an. Darüber hinaus sind auch der individuelle und der gesellschaftliche Wohlstand bei ihnen stark ausgeprägt. Ihnen mangelt es zwar an "Zeit für sich", dafür gehen sie aber einer Beschäftigung nach, die für sie sinnstiftend ist.
Ganz anders sieht es bei den Arbeitslosen aus: Nur 37 Prozent geben an, sehr zufrieden mit ihrem Wohlstand zu sein. 

Hohes Wohlstandsgefälle zwischen Alt und Jung

Insgesamt zeigt sich ein starkes Wohlstandgefälle zwischen Jung und Alt. Während 56 Prozent derjenigen, die 75 Jahre oder älter sind, ihren Wohlstand sehr positiv sehen, sind es bei den 14-24-Jährigen nur 40 Prozent. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Ältere Menschen gehen davon aus, dass ihr Einkommen, sprich ihre Rente, bis an ihr Lebensende recht sicher fließen wird. Viele besitzen zudem Eigentum und sind daher mit ihrem ökonomischen Wohlstand sehr zufrieden. Die meisten Jüngeren haben noch keine Beschäftigung, die ihnen ein regelmäßig hohes Einkommen bringt. Zudem können sie heute noch nicht von einem sicheren Arbeitsplatz bis ans Ende ihrer Berufstätigkeit ausgehen. Insofern ist der Unterschied beim ökonomischen Wohlstand zwischen Jung (27 Prozent) und Alt (63 Prozent) auffallend groß.

Der individuelle Wohlstand liegt für die Jungen bei 50 Prozent und bei den Älteren bei 53 Prozent. Hier liegen die Unterschiede aber in den Einflussgrößen auf diese Wohlstandsdimension. Die Älteren haben deutlich mehr Zeit für sich, vielen fehlt aber eine sinnvolle Beschäftigung. Vor allem aber haben sie mit gesundheitlichen Einschränkungen zu kämpfen. Nur etwa einer von vier der über 75-Jährigen fühlt sich richtig gesund. Die meisten Jüngeren fühlen sich zwar gesund, aber deutlich in ihrer Entscheidungsfähigkeit eingeschränkt. Sie wissen beruflich noch nicht, wohin die Reise geht und wo sie später leben möchten.

Zur Studie: Ipsos befragte 16.000 Personen ab 14 Jahren von März 2016 bis Dezember 2017.

Veröffentlicht am: 11.01.2018

 

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