Freiwein, Reichtum, Riesenräder

Medienspiegel

Wie lassen sehr reiche Zielgruppen ihre Hochzeit planen? Wie steht es um die Qualitätsmarke "Made in Germany"? Und was passiert, wenn man 60.000 Menschen zum Wein einlädt? Lesen Sie es in unserem Medienspiegel der Woche.

© Mitrija - fotolia

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Von Tim Farin

Die Schattenseiten des Konsums im Internet geraten zunehmend in den Blick. Nun steht erneut der weltbeherrschende Riese Amazon im Zentrum der Berichterstattung, weil er mit den Retouren schonungslos umgeht: Auch neuwertige Ware landet mitunter im Schrott. Die WirtschaftsWoche dokumentiert "Die Wegwerf-Maschine". Eine aufwendig produzierte Online-Dokumentation, die zeigt, dass der Umgang mit zurückgesandten Waren zum Politikum werden kann. 

Marke Deutschland in Gefahr

Noch sieht es gut aus für "Made in Germany" als Qualitäts- und Marketingmerkmal deutscher Marken. Noch, denn die Luft wird dünner, wie One to One berichtet. Zu Grunde liegt eine Studie der Unternehmensberatung Globeone. Demnach wird Deutschland kaum als innovativ wahrgenommen, zudem hat Deutschland auch einen Image-Schaden von der Dieselaffäre genommen. "Die Studie, die jetzt zum vierten Mal erscheint, legt erstmals den Schaden offen, den Trumps nationalistische Rhetorik mittlerweile für deutsche Marken anrichtet."

Spaßfreies Apple

Apple hat der Welt die Farben und den Spaß genommen. Diese These vertritt Mike Murphy in einem Artikel für das Internetportal qz.com: "Apple Killed Fun". Der Autor beobachtet, wie im Jahrzehnt seit der Präsentation des ersten iPhones eine ganze Branche dem Vorbild aus Kalifornien nacheifert – und in diesem Zuge auch den Trend mitgemacht, dass alles auf nüchterne Formen und Farben reduziert wird. "Apple hat viel Spaß aus seinem eigenen Unternehmen ausgerottet, und auch aus der Industrie insgesamt", schreibt Murphy – hofft aber auf mutige Designer, die sich wieder auf eigene Pfade wagen. 

Der Rocker und der Händler

Das war mal eine überraschende Marketingaktion. Der Musikheld Dave Grohl gab mit seiner Band Foo Fighters am vergangenen Wochenende ein Konzert auf der Hamburger Trabrennbahn – und lud 60.000 Zuschauer zu einem gemeinsamen Drink in eine Weinhandlung mit dem Namen Gröhl in der Hansestadt ein. Das führte, wie W&V berichtet, zu einer gelungenen, aber für den Händler durchaus komplexen Herausforderung – denn der wusste nichts von dem Aufruf. Immerhin kamen die Fans an ihren Freiwein – wobei nicht geklärt ist, wer letztlich für die Zeche gezahlt hat. 

Wie die Reichen feiern

Wenn man etwas über die Welt von sehr reichen Zielgruppen erfahren möchte, lohnt sich ganz sicher ein Gespräch mit Nadine Metgenberg. Denn die Hochzeitsplanerin organisiert traumhafte Ereignisse nicht für Durchschnittsbürger, sondern im äußerst luxuriösen Umfeld von Palma de Mallorca. Die Süddeutsche Zeitung begleitete die Hamburgerin, die im Westen der Baleareninsel ihren Zweitwohnsitz hat. "Geld ist bei Metgenbergs Klientel eher Nebensache. Für die 10 000 Euro, die deutsche Paare im Schnitt für ihre Hochzeit ausgeben, würde man bei Fine Weddings nicht einmal die Blumendeko bekommen."

Die Cebit und der Fun

Die Computermesse Cebit in Hannover möchte gern cool werden und sich entwickeln wie die Kultveranstaltung SXSW in Texas. Doch: Geht das überhaupt? Der Deutschlandfunk hat dazu ein Interview mit Technikjournalist Peter Welchering geführt. Er zweifelt daran, dass die Messe in Niedersachsens Hauptstadt Hannover einen repräsentativen Blick auf die Techniken der Zukunft bietet: "Auch das Riesenrad, das aufgebaut wurde, ist keine digitale Alltagskultur", sagt Welchering. Er glaubt nicht, dass sich die einst staubige Fachmesse zu einem erfolgreichen Festival weiterentwickeln lässt. 

Darüber könnte man mal nachdenken. Vielleicht bieten die kommenden Tage ja die Gelegenheit, das in Ruhe zu tun. Schönes Wochenende!

Veröffentlicht am: 15.06.2018

 

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