Frankreich: Angst vor Arbeitslosigkeit und Terror

Ipsos

20.04.2017

Im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen in Frankreich analysierte Ipsos die Entwicklungen der vergangenen Monate: Demnach bereiten Arbeitslosigkeit, Terrorismus, Armut und soziale Ungleichheit den Franzosen derzeit am meisten Sorgen.

Nachdenkliches Paar (Bild: contrastwerkstatt - fotolia.com)

Frankreich: Angst vor Arbeitslosigkeit und Terror (Bild: contrastwerkstatt - fotolia.com)

Auf Platz 1 im Ranking der größten Sorgen und Ängste steht mit 47 Prozent die Arbeitslosigkeit. Etwas weniger (42 Prozent) fürchten sich die Franzosen vor Terrorismus. Armut und soziale Ungleichheit beunruhigt immerhin noch ein Drittel (34 Prozent) der Befragten. Steuern (24 Prozent) und die Kontrolle der Migration (22 Prozent) fallen hingegen deutlich dahinter zurück.

In Bezug auf das politische Spitzenpersonal würden 53 Prozent der Franzosen eher für einen Kandidaten stimmen, der sich für das Volk einsetzt und gegen die Eliten auflehnt. Auch das Vertrauen in bestehende Institutionen und Akteure ist gering. Den Medien misstrauen sieben von zehn Franzosen (68 Prozent) und der Regierung stehen ebenso viele (71 Prozent) skeptisch gegenüber. Das geringste Vertrauen bringen die Franzosen den politischen Parteien entgegen: 83 Prozent vertrauen ihnen nur wenig oder gar nicht. 

Franzosen blicken skeptisch auf EU

Auch in ihren Meinungen zur Europäischen Union zeigt sich ein Großteil der französischen Wähler skeptisch. Die Mehrheit der Franzosen (54 Prozent) geht davon aus, dass vor allem die Reichen und Mächtigen von den Regelungen der EU profitieren. Und sogar 63 Prozent vermuten, dass die führenden EU-Politiker sich nicht für Menschen wie sie selbst interessieren.

Dr. Robert Grimm, Leiter der Politik- und Sozialforschung bei Ipsos Deutschland, sieht Frankreich vor großen Herausforderungen. Das Land stecke in einer tiefen Identitätskrise. Der Terror der vergangenen Jahre, die mangelnde soziale Integration junger Muslime, hohe Arbeitslosigkeit, eine stagnierende Wirtschaft und allgemeiner Reformstau würden die französische Realität bestimmen. Der Ausgang der Wahl habe entscheidenden Einfluss auf die Zukunft der EU und werde deshalb europaweit mit Spannung verfolgt.

Über die Studien:

Die Ergebnisse stammen aus drei verschiedenen Umfragen von Ipsos. Feldzeiten: Januar/Februar, Februar/März 2017 und Oktober/November 2016.

 

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