Fleischindustrie investiert in Werbung für vegetarischen Fleischersatz

research tools

Der Veggie-Boom in Deutschland hält weiter an und setzt insbesondere die Fleisch- und Wursthersteller unter Druck. Aus diesem Grund haben viele Produzenten in den vergangenen Jahren vegetarische Ersatzprodukte entwickelt, die sie nun intensiv bewerben.

Chart zum Werbemarkt Fleischwaren (Infografik: research tools)

Vegetarischer Fleischersatz hat sich zum wichtigsten Teilmarkt in der Werbestrategie der Fleischhersteller entwickelt. (Infografik: research tools)


Ein vegetarischer oder veganer Lebensstil wird für immer mehr Menschen in Deutschland interessant. Laut dem Vegetarierbund Deutschland (VEBU), der sich nicht nur für die Interessen von Vegetariern, sondern auch von Veganern einsetzt, ernähren sich derzeit bereits 7,8 Millionen Menschen in der Bundesrepublik vegetarisch und etwa 900.000 Personen vegan – und diese Gruppen wachsen: So kommen nach VEBU-Schätzungen täglich etwa 2.000 Vegetarier und 200 Veganer hinzu. Diese Entwicklung kann auch die deutsche Fleischindustrie nicht ignorieren, weshalb sie sich darum bemüht, auch diese Zielgruppen mit fleischlosen Ersatzprodukten zu erreichen.

Vegetarischer Fleischersatz ist werbeintensivster Teilmarkt

Ein zentraler Kanal zur Erreichung dieses Ziels scheint laut einer Analyse von research tools Werbung zu sein. So ist die Produktgruppe des vegetarischen Fleischersatzes mit einem Anteil von 31 Prozent am gesamten Werbevolumen innerhalb der Werbestrategie der Fleischbranche zur wichtigsten Kategorie aufgestiegen. Insgesamt gaben die untersuchten Unternehmen somit innerhalb von zwölf Monaten 15 Millionen Euro für Werbung in diesem Bereich aus. Damit hat der Teilmarkt eine rasante Entwicklung hinter sich: Immerhin war er vor zwei Jahren noch der kleinste.

Werbevolumen für Würstchen geht deutlich zurück

Da sich der Werbemarkt für Wurst- und Fleischwaren mit einem Werbevolumen von knapp über 50 Millionen Euro relativ konstant zeigt, hat die Konzentration des Werbebudgets auf vegetarische Ersatzprodukte auch Auswirkungen auf andere Produktgruppen: So hat sich beispielsweise der Anteil von Würstchen am Werbevolumen deutlich auf 20 Prozent verringert. Als besonders werbestark präsentierten sich im Untersuchungszeitraum die drei Marken Herta, Meica und Rügenwalder Mühle. Allerdings flossen bei Herta und Rügenwalder Mühle sogar mehr als 40 Prozent des Werbebudgets in Werbemaßnahmen für den eigenen vegetarischen Fleischersatz.

tt

Veröffentlicht am: 19.10.2016

 

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