Digitaler Nachlass kaum geregelt

Bitkom Studie

11.08.2017

Lediglich eine Minderheit regelt den digitalen Nachlass zu Lebzeiten. Acht von zehn Internetnutzern wissen noch nicht, was nach ihrem Tod mit den eigenen Social-Media-Profilen und E-Mail-Konten passieren soll, so eine Studie.

Mit dem Thema "Digitaler Nachlass" beschäftigen sich viele Internetnutzer gar nicht oder nur ungern (Bild: Ivan Kruk - fotolia.com)

Mit dem Thema "Digitaler Nachlass" beschäftigen sich viele Internetnutzer gar nicht oder nur ungern (Bild: Ivan Kruk - fotolia.com)


Vor allem die jüngste und älteste Generation gehen recht sorglos mit ihren Daten um: 88 Prozent der 14-bis 29-Jährigen und 96 Prozent der Generation 65 Plus, die regelmäßig im Internet aktiv sind, haben sich bisher überhaupt nicht um ihren digitalen Nachlass gekümmert. Und das, obwohl sechs von zehn Usern (59 Prozent) die Wichtigkeit einer Nachlassregelung durchaus bewusst ist. Für gänzlich unwichtig halten dagegen 32 Prozent der Internet-User diese Thematik. Nur 9 Prozent haben zumindest teilweise über ihren digitalen Nachlass entschieden. Eine gesetzliche Nachlassregelung, vergleichbar mit dem Erbrecht von Gegenständen, wünschen sich 72 Prozent der Befragten.

Doch es sei wichtig, so die Empfehlung des Digitalverbands, sich früh damit zu beschäftigen, was mit den eigenen digitalen Daten geschieht, ob sie verwaltet oder gelöscht werden sollen. Möglichkeiten, um den Nachlass zu regeln, wären ein Testament oder eine Vollmacht. Dabei müssen Nutzer die gesetzlichen Formvorschriften beachten. Besonderes Augenmerk sollten sie auf den Zugriff für Online-Dienste legen, also Soziale Netzwerke, E-Mail-Konten, Cloud-Dienste – denn Erben haben hierzu nicht automatisch Zugang. Auch wichtige Daten zu Versicherungen oder Geldanlagen sollte man bei der Regelung nicht vergessen. Ohne eine entsprechende Verfügung verweigern die Online-Anbieter mit Hinweis auf den Datenschutz häufig die Übergabe eines Kontos.

Befragte, die ihren digitalen Nachlass geregelt haben, haben etwa eine Vollmacht beim Internetdienstleister oder der Online-Plattform hinterlegt (55 Prozent). Eine Verfügung für den Todesfall oder eine testamentarische Vorsorge haben 29 Prozent aufgesetzt. Und 17 Prozent haben einen Anbieter beauftragt, im Todesfall alle Online-Konten zu löschen.

Bitkom Research hat im Auftrag des Digitalverbands Bitkom 1.013 Bundesbürger ab 14, darunter 842 Internetnutzer befragt. Die Fragestellungen lauteten: "Haben Sie für den Fall Ihres Todes Ihren digitalen Nachlass geregelt?“, "Auf welche Weise haben Sie Ihren Digitalen Nachlass geregelt?“ und "Welchen Aussagen im Zusammenhang mit dem digitalen Nachlass stimmen Sie zu?" (Angaben für "Stimme voll und ganz/eher zu“)

ma

 

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