Die Deutschen lieben Bargeld

Marktwächter Finanzen

12.01.2018

Bei Verbrauchern in Deutschland hat Bargeld einen hohen Stellenwert – rund 38 Prozent der befragten Girokontobesitzer heben mindestens einmal pro Woche Bargeld ab. Bargeldlose Zahlungssysteme hingegen finden kaum Anklang, wie eine Studie von Marktwächter zeigt.

Geld regiert die Welt (Bild: M.Schuppich -fotolia)

Bargeld ist bei den Deutschen das beliebteste Zahlungsmittel (Bild: M.Schuppich -fotolia)

 

27 Prozent der Befragten geben an, alle zwei Wochen Bargeld abzuheben und 23 Prozent gehen mindestens einmal im Monat zum Bankautomaten. Die Umfrage zeigt auch: Nur drei Prozent der Girokontobesitzer nutzen eine Bezahlfunktion ihres Smartphones wie beispielsweise mittels Near Field Communication (NFC) oder einer App, die einen Bezahl-Code generiert.

Supermarktkassen: Keine gute Alternative

Die durchschnittliche Abhebesumme am Geldautomaten beträgt 248 Euro pro Verfügung. Allerdings variiert der Betrag variiert mit dem Alter der Befragten. Bei den 18- bis 29-Jährigen liegt er mit knapp 127 Euro deutlich darunter und bei den über 70-jährigen Verbrauchern mit rund 339 Euro weit darüber. Mal eben an der Supermarktkasse oder an Tankstellen Geld abheben? Diese Alternative kommt bei der Mehrheit der Befragten gar nicht gut an: 78 Prozent nutzen diese Möglichkeit nie und weitere 10 Prozent heben lediglich alle drei Monate oder seltener Bargeld im Supermarkt oder an der Tankstelle ab.

Zahlung per Smartphone? Nein Danke!

Die Möglichkeit des bargeldlosen Zahlens nutzen knapp zwei Drittel der befragten Girokontobesitzer regelmäßig. 16 Prozent geben an, mindestens einmal täglich mit der Geld-, Giro- oder Kreditkarte in einem Ladengeschäft zu bezahlen. Etwa 33 Prozent nutzen die Kartenzahlung mehrmals in der Woche und weitere 15 Prozent setzen ihre Karte einmal pro Woche ein. Die verhältnismäßig neue Möglichkeit der Zahlung über Smartphones wird von den Verbrauchern ebenso kaum genutzt, 97 Prozent der Befragten geben an, diese Methode nie zu verwenden.

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass Bargeld nach wie vor einen hohen Stellenwert bei Verbrauchern hat. "Fraglich sind aus unserer Sicht die Abhebeentgelte am Geldautomaten der Bank, bei der Verbraucher auch ihr Konto haben" so Kerstin Schultz, Teamleiterin bei Marktwächter Finanzen.  Einige Kreditinstitute hatten zuletzt begonnen, ein solches Abhebeentgelt von ihren Kunden zu verlangen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hält dieses Entgelt für unzulässig und hat inzwischen Klage eingereicht.

Zur Studie: forsa befragte im Auftrag des Marktwächterteams der Verbraucherzentrale Sachsen bundesweit 1008 Girokontenbesitzer ab 18 Jahren im Zeitraum vom 30.10. bis 03.11.2017

 

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