Die Anfänge der Online-Forschung und Orwell'sche Überwachungsszenarien

Zweiter Tag der GOR 17

17.03.2017

Nach einem ersten inspirierenden Tag an der HTW in Berlin klang der Abend bei der GOR-Party im Kosmetiksalon Babette stimmungsvoll aus. Am zweiten Konferenztag führte kein Weg an George Orwells Überwachungsszenarien vorbei.

In seiner Keynote warf Bernad Batinic einen Blick auf die Historie der Online-Forschung – und damit auch auf 20 Jahre GOR (Bild: marktforschung.de)

In seiner Keynote warf Bernad Batinic einen Blick auf die Historie der Online-Forschung – und damit auch auf 20 Jahre GOR (Bild: marktforschung.de)


Viele Teilnehmer folgten der Einladung und nutzten den Abend des ersten Konferenztages zum entspannten Austausch in der Bar, in der auch der Best Practice Award vergeben wurde. Preisträger sind Beat Fischer (LINK Institut Schweiz) und Christof Hotz (APG|SGA, Allgemeine Plakatgesellschaft AG). Sie erhielten die Auszeichnung für ihr Research-Projekt "Innovative out of home advertising research using beacons".

Der zweite Tag startete mit weiteren Vorträgen in den Tracks, die sich allerdings erst langsam füllten – möglicherweise ein Tribut an die gelungene Party am Vorabend. Doch wer früh aufgestanden war, hat es sicher nicht bereut. Spannend waren zum Beispiel die Vorträge im Rahmen der Session "Von Big Data bis zur e-Partizipation", in der sich mit innovativen Methoden in der Stadt- und Verkehrsforschung auseinandergesetzt wurde.

20 Jahre GOR

In der heutigen Keynote warf Prof. Dr. Bernad Batinic, Mitgründer der GOR und der DGOF, einen launigen und unterhaltsamen Blick auf 20 Jahre GOR und die Anfänge der Online-Forschung. Screenshots von Websites aus den 90ern sorgten für teilweise schon fast mitleidiges Gelächter, wirkten sie doch wie Relikte aus einer ganz anderen Zeit. Bei einem Blick in Gegenwart und Zukunft streifte er Themen wie etwa Humanoide Roboter, Virtual Reality und Trackingtools.

George Orwell müsste man heute wohl sagen, dass all seine Überwachungsszenarien Realität wurden, allerdings nicht, weil der Staat dafür sorgt, sondern weil die Menschen sich freiwillig mit entsprechendem Equipment ausstatten würden. Mit einem Bild von Marienthal und dem Hinweis auf die Anfänge der Sozialforschung beendete Batinic seinen Vortrag - wer kann schon sagen, welche Keynote man in hundert Jahren über den Stand der (Online-)Marktforschung halten wird?

Preisträger der GOR Awards

Im Anschluss an Batinics Keynote wurden die weiteren Awards verliehen. Der GOR Poster Award 2017 ging an das Poster "Read It From My Fingertips – Can Typing Behaviour Help Us to Predict Motivation and Answer Quality in Online Surveys?" von Markus Hörmann und Maria Bannert (Technische Universität München, Deutschland). Den zweiten Platz teilen sich die Poster "Digitalization of health: Examining the business potential of a medical self-diagnosis app using an experimental online research approach" von Dirk Frank und Manuela Richter (ISM GLOBAL DYNAMICS, Deutschland) und "Effects of additional reminders on survey participation and panel unsubscription" von Maria Andreasson, Johan Martinsson und Elias Markstedt (Universität Göteborg, Schweden).

Der Preis für die beste Dissertation, verliehen im Rahmen des GOR Thesis Awards, ging an Gesa Alena Linnemann (Universität Münster, Deutschland). Sie wurde für ihre Arbeit "Alignment and Spoken Dialogue Systems – Influences on Trustworthiness and User Satisfaction" geehrt. Als beste Abschlussarbeit im Bereich Bachelor-/Masterarbeit wurde Katharina Burgdorf (Universität Mannheim) für ihre Thesis "Determinants of Item Nonresponse in the German Internet Panel" ausgezeichnet.

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