Deutsche stehen dem demografischen Wandel gelassen gegenüber

31.08.2010

Hamburg (ots) - Obwohl laut dem Philips Health & Well-being Index gesellschaftliche Probleme die Deutschen mehr belasten als persönliche Sorgen, ist das Bewusstsein dafür, wie umfassend unsere Gesellschaft durch die demografische Entwicklung berührt wird, bei ihnen offensichtlich noch nicht angekommen. Das ist ein Ergebnis der jüngst von Forsa im Auftrag von Philips durchgeführten Index-Studie. Während sich 54 % der Deutschen Sorgen um die wirtschaftliche Lage in Deutschland und der Welt machen und etwa jeder Dritte (31 %) den Klimawandel als Bedrohung ansieht, geben nur 24 % an, sich um die alternde Gesellschaft Gedanken zu machen. Dabei bereiten einige Auswirkungen des demographischen Wandels den Deutschen durchaus Sorgen: Mehr als die Hälfte (54 %) fühlen sich durch die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen gestresst.

Die eigene Rolle als Kostentreiber nehmen sie dabei aber offensichtlich nicht wahr. Obwohl mehr als Dreiviertel der Befragten (78 %) angeben, dass sie Arztbesuche nach Möglichkeit vermeiden, sagt knapp die Hälfte der Befragen (44 %), dass sie mindestens ein bis zweimal pro Quartal aufgrund akuter gesundheitlicher Beschwerden zum Arzt gehen. Bei den über 65jährigen sagen dies rund zwei Drittel (64 %). Mit der Vorsorge nehmen es die Befragten weit weniger genau: Nur die Hälfte gibt an, jährlich zu Vorsorgeuntersuchungen zu gehen, weitere 16 % alle zwei Jahre. 21 % der Befragten sagen, dass sie niemals irgendwelche Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen.

92 % der Deutschen sagen, dass ihre Gesundheit ganz in ihren eigenen Händen liegt, beziehungsweise das eigene Verhalten einen entscheidenden Unterschied macht. Trotzdem sind die Befragten wenig diszipliniert, wenn es darum geht, in Sachen Gesundheit tatsächlich selbst aktiv zu werden. 59 % geben an, dass sie nicht so viel Sport treiben, wie sie eigentlich sollten und obwohl laut Statistischem Bundesamt 2009 mehr als jeder Zweite Deutsche übergewichtig war, ist gemäß Philips Index nur etwa jeder Dritte (37 %) dieser Meinung. Selbst beim Schlafen lassen die Deutschen Disziplin vermissen: 35 % geben an, dass sie nicht genug schlafen - mehr als die Hälfte von ihnen, weil sie schlicht zu spät ins Bett gehen.

Einer der Gründe, warum es die Befragten mit der Sorge um sich selbst nicht so genau nehmen, ist sicherlich das ausgeprägte Vertrauen in die moderne Technik: Dreiviertel der Deutschen (74 %) glauben, dass die Medizintechnik eine entscheidende Rolle dabei hat, ihnen ein längeres Leben zu ermöglichen - nur 7 % stimmen dieser Aussage gar nicht zu. In keinem anderen Lebensbereich wird der Einzug von Technik stärker begrüßt und positiver bewertet als in der Medizin: Mehr als 90 % der Deutschen schätzen die Entwicklungen bei Vorsorge, Diagnose und Behandlung als positiv ein. Negative Auswirkung sehen jeweils nur weniger als 5 % der Befragten. Lediglich die technischen Fortschritte beim Informationsaustausch, also durch Handy, E-Mail oder Internet, wird von vergleichbar vielen Deutschen (89 %) positiv eingeschätzt.

Trotz ihrer Technikgläubigkeit im medizinischen Bereich möchten nur die wenigsten Deutschen im Voraus über mögliche Krankheiten aufgeklärt werden: Nur 33 % geben an, dass sie schon Jahre voraus würden wissen wollen, ob und wann sie ernsthaft erkranken, wenn dies in Zukunft möglich wäre.break

"Unsere Studie zeigt dramatisch auf, dass die älter werdende Gesellschaft - und die damit verbundenen Herausforderungen - noch nicht wirklich als ein uns alle betreffendes Thema wahrgenommen wird. Dabei besteht dringender Handlungsbedarf", kommentiert Andreas Wente, Sprecher der Geschäftsführung der Philips Deutschland GmbH die Ergebnisse des Philips Index. "Das gilt für jeden einzelnen von uns, der noch mehr Eigenverantwortung an den Tag legen muss, aber selbstverständlich auch für Wirtschaft und Politik. Die gute Nachricht ist, dass die Deutschen aufgeschlossen sind für den technischen Fortschritt - gerade im Gesundheitsbereich. Jetzt gilt es gemeinsame Anstrengungen auf Seiten der Entscheidungsträger im Gesundheitswesen zu unternehmen und neue, effiziente Lösungen schneller einzuführen."

Hintergrund: Die repräsentativen Forsa-Befragung für den Philips Health & Well-being Index Deutschland untersucht, wie die Deutschen ihren eigenen Gesundheitszustand und ihr Wohlbefinden einschätzen, welche Faktoren dabei eine besondere Bedeutung spielen, wie zufrieden sie mit unterschiedlichen Aspekten ihres Lebens sind, aber auch was ihnen Stress und Sorgen bereitet. Zudem untersucht die Studie welche Rolle Technik in unterschiedlichen Lebensbereichen spielen kann und soll und wie ihre Bedeutung für Gesundheit und Wohlbefinden beurteilt wird. Der Philips Index basiert auf einer bundesweiten repräsentativen Befragung einer Stichprobe von 1.002 erwachsenen Bundesbürgern ab 18 Jahren. Die Studie wurde von Forsa per Telefon durchgeführt. Die Feldforschung fand vom 15. bis 25. Juni 2010 statt. Die Stichprobe wurde so gewichtet, dass sie das Verhältnis von Alter, Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit und Region in Deutschland widerspiegelt.

Quelle: Philips

 

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