Der Doktor am Handgelenk

Dialego-Umfrage zu E-Health

06.12.2017

Dialego hat die Akzeptanz von E-Health-Technologien in der Bevölkerung unter die Lupe genommen. Während Fitnesstracker im täglichen Einsatz sind, werden Pflegeroboter oder die digitale Pille von vielen mit Science-Fiction assoziiert.

Self-Tracking ist längst Normalität (Bild: torez_e -  Pixabay)

Self-Tracking ist längst Normalität (Bild: torez_e - Pixabay)

 

Das Ergebnis der Befragung zeigt, dass die elektronische Gesundheitskarte ein Drittel (36 Prozent) der Befragten als für sich persönlich relevant erachten. Im Hinblick auf die Popularität der Fitnesstracker ist festzuhalten, dass sich nicht ausschließlich die klassischen Fitnessmarken durchsetzen. Stattdessen ist das Feld bunt gemischt: Hier tauchen Marken der Digital-Experten wie Apple und von expliziten Fitnesstrackern (Fitbit) ebenso auf wie Krankenkassen (AOK), Spezialisten im Sportmarkt (Polar, Garmin) und Fitnessmarken (adidas, Nike) auf.

Zukunftsmusik: Online-Sprechstunde

Während Selftracking für viele zum Alltag gehört, ist die Online-Sprechstunde eher ein Szenario von Smart Cities der Zukunft. Dabei stellt sich in Zeiten des demografischen Wandels bei einer alternden Gesellschaft die Frage, ob sich der ein oder andere Arztbesuch nicht effizient durch eine Online-Sprechstunde ersetzen ließe.
Die Befragten sind nicht generell abgeneigt. Nur einem Drittel behagt das absolut nicht, ihren Arzt online aufzusuchen. Drei von zehn Menschen können sich das dagegen durchaus vorstellen. Die These, dass sich vor allem die Landbevölkerung eine Online-Sprechstunde wünscht, konnte nicht bestätigt werden. Zwar gibt es in der bevölkerungsrepräsentativen Stichprobe einen signifikanten Unterschied zwischen den Menschen die in kleineren Gemeinden leben und der Großstadt-Bevölkerung. Aber dieser belegt das Gegenteil: Die größte Akzeptanz digitaler Möglichkeiten wurde bei den urbanen Städtern ausgemacht.

(Quelle: Dialego)

(Quelle: Dialego)



Die Online-Sprechstunde ermöglicht Patienten, ihren Arztbesuch per Video-Chat virtuell durchzuführen. So entfallen Anfahrt und Wartezeiten in der Praxis und auch räumlich entfernte Ärzte können um Rat gefragt werden.

Vertrauenswürdiger Absender eines solchen Service sind eindeutig der (Haus-) Arzt oder die Krankenkasse. Die Beziehung zwischen Arzt und Patient ist so sensibel, dass hier kaum eine Marke Platz findet. Immerhin im Kontext genannt werden Google, Microsoft, die Telekom oder auch DocMorris.

Digitale Pille? 83 Prozent der Befragten lehnen sie ab

Bei der Frage zum Pflegeroboter kommen den Menschen tatsächlich auch Assoziationen zu klassischen Roboterfirmen wie Kuka in den Sinn. Weitere potenzielle Marken im Segment sind neben dem Krankenhaus und Altenpflegeheimen digitale oder Technologie-Marken wie Google, Samsung oder Sony so wie deutsche Klassiker wie Bosch oder Siemens.

Die digitale Pille, welche die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA im November 2017 zugelassen hat, stößt bei zwei Drittel der Befragten (83 Prozent) auf Ablehnung. Gesamt-Fazit der Studie: Insbesondere, wenn es um den Datenschutz geht, bestehen nach wie vor Ängste. Digitale Ethik wird im Gesundheitswesen der Zukunft eine große Rolle spielen. Auch die Relevanz wird kritisch beurteilt, je weniger konkret beziehungsweise je weiter entfernt die Einsatzmöglichkeiten sind.

Zur Studie:
Im November 2017 wurden 1.000 Menschen bevölkerungsrepräsentativ für den Bundesdurchschnitt zum Thema E-Health befragt.


 

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