ADM bedauert Entscheidung des Presserates

Zum Beschluss des Deutschen Presserates

Der ADM nimmt die Entscheidung des Presserates vom 4. Dezember 2018 mit großer Sorge zur Kenntnis. In Zeiten von Fake News und alternativen Fakten sei es wichtiger denn je, alle Standards der Markt- und Sozialforschung sowie der Medien aufrecht zu erhalten und zu leben, heißt es heute in einer Pressemitteilung des ADM. Hierzu gehört aus Sicht des Verbandes auch die gründliche Recherche von Umfragequellen.

Der ADM äußert sich heute zum Beschluss des Deutschen Presserates vom 4. Dezember 2018. Der Deutsche Presserat hatte beschlossen, dass die Verwendung der Online-Umfrage des Meinungsforschungs-Startups Civey presseethisch unbedenklich sei. Der Beschwerdeausschuss erklärte die Beschwerde dreier Meinungsforschungsinstitute gegen FOCUS ONLINE für unbegründet und sah keinen Verstoß der Redaktion gegen die Sorgfaltspflicht.

Laut ADM kann nur eine korrekte Berichterstattung die Aussagekraft und die Grenzen von Umfragedaten aufzeigen und so für einen aufgeklärten Meinungsbildungsprozess in der Bevölkerung sorgen.

"Werden Stichproben so gebildet, dass Menschen auf Online-Seiten nach ihrer Meinung gefragt werden, kann eine solche Stichprobe nicht das Meinungsbild der Bevölkerung abbilden, sondern bestenfalls die Meinung der Nutzer*innen dieser Online-Seiten", so der ADM heute. "Für diese Erkenntnis benötigt man keine Statistikausbildung", meint ADM-Vorstandsvorsitzender Bernd Wachter weiter. "Außerdem können solche Stichproben auch nicht durch Gewichtung bevölkerungsrepräsentativ werden."

ADM-Geschäftsführerin Bettina Klumpe ergänzt: "Von der Bevölkerung wird Medienkompetenz erwartet, dann ist es auch legitim von den Medien zu verlangen, Leserinnen und Leser korrekt zu informieren."

Der ADM ist der Meinung, dass die Bezeichnung 'repräsentativ' an bestimmte Voraussetzungen bei der verwendeten Stichprobe geknüpft ist und nicht beliebig verwendet werden kann. "Da der Begriff 'Repräsentativität' Befragungsergebnissen eine hohe Glaubwürdigkeit verleiht, müssen alle Beteiligten verantwortungsvoll mit dem Begriff umgehen. Wir sehen für uns und die anderen Branchenverbände – sowie für den Rat der Markt- und Sozialforschung – eine klare Verantwortung, dies jetzt und in Zukunft voranzutreiben. Der ADM wird deshalb weitere Schritte im Rahmen der Selbstregulierung aktiv unterstützen", heißt es in der Pressemitteilung des ADM.

Kommentare (2)

  1. Gerhard Graf vor 3 Tagen
    Danke, ADM!
  2. Johannes Wagner vor 3 Tagen
    Eigentlich soweit so gut!
    Aber was ich vemisse, ist die Präsenz des ADM oder deren Vertreter in den öffentlich-rechtlichen Medien.
    Warum kann man keine Talk-Runde z.B. im Fernsehen initieren.
    So argumentiert man doch nur in den "eigenen " Kreisen und erreicht den Normalbürger und die Normalbürgerin nicht, die man doch informieren und vor falschen "Umfragen" (was schon bei dem Thema Europa und Zeitumstellung nicht funktioniert hat) schützen will.

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