Dialego-Studie Wie möchten Sie im Alter von 70 Jahren wohnen?

Die demografische Entwicklung deutet längst darauf hin: Im Jahr 2050, so die aktuelle Prognose, wird mehr als jeder Dritte Deutsche über 60 Jahre alt sein. Welche Bedürfnisse und Wünsche haben Senioren, hat sich daher Dialego gefragt.

 

Im Mittelpunkt steht – bei jung wie alt – die Gesundheit. Rechtzeitige Gesundheitsvorsorge finden nahezu alle Befragten (85 Prozent) zentral, sie spielt damit die allerwichtigste Rolle. Dabei gehen Frauen sorgsamer mit dem Thema um: Während 89 Prozent der Frauen die Gesundheit als wichtigstes Thema einstufen, sind es nur 81 Prozent der Männer. Erwartungsgemäß steht die Gesundheit bei den Älteren, der Generation 50+, höher im Kurs als bei den Jüngeren. Aber der Abstand ist nicht groß: 89 Prozent in der Generation 50+ halten die rechtzeitige Gesundheitsvorsorge für wichtig, bei den Jüngeren sind es ebenfalls satte 81 Prozent (30-49jährige) bzw. 80 Prozent (18-29jährige).

Auch die Formalitäten müssen stimmen: Vollmachten (78 Prozent) und ordentlich sortierte Dokumentenmappen mit wichtigen Unterlagen (74 Prozent) landen auf den Plätzen zwei und drei der Prioritätenliste. Um beide Themen kümmern sich wiederum deutlich mehr die Frauen und die Älteren, die dem Ruhestand nah sind oder ihn sogar schon erreicht haben. Erst auf den folgenden Plätzen, aber immer noch von jedem Dritten, werden die private Altersvorsorge (68 Prozent) und das eigene Testament (64 Prozent) genannt. Um die Freizeitgestaltung im Ruhestand kann man sich getrost auch später kümmern (52 Prozent), auch die Wohnform beschäftigt aktuell nur jeden Zweiten (49 Prozent). Das Thema Beerdigung steht zu Lebzeiten am Ende der Vorsorgeliste.

Produkte für Senioren

Der Markt für seniorengerechte Produkte ist bereits heute vielseitig und im Handel präsent. Selbst im wöchentlichen Sortiment der Discounter finden sich schon Rollatoren, Senioren- Handys und Duschhocker. Auf die Frage, welche an Senioren gerichteten Produkte von Konsumenten bislang wahrgenommen werden, sind es genau diese Klassiker, die genannt werden. Vom Senioren-Telefon mit großen Tasten über den Rollator bis hin zu häuslichen Hilfsmitteln wie Treppenliften, eniorengerechten Betten oder Möbeln im Badezimmer werden vielfältige Produkte genannt.

Das eigene Zuhause oder die Alters-WG?

Die Antwort fiel sehr eindeutig aus: Das eigene Zuhause, in dem man im Alter wohnen kann und selbständig bleiben kann, ist der eindeutige Favorit. Dort möchten die meisten mit ihrem Partner oder ihrer Familie möglichst fit bleiben und selbstbestimmt altern. Auf die Frage nach dem Wohnen im Alter äußern sich die Menschen vor allem zum “Wo”. Jede dritte Aussage zum Thema beschäftigte sich mit dem Ort, nämlich dem eigenen Haus oder der Wohnung, dem “Zuhause”, dem Garten oder auch der Alten-WG. Den zweiten großen Block der Aussagen bilden Emotionen. Wohnen im Alter ruft vielfältige Gefühle hervor, als deren wichtigster Aspekt sich herauskristallisierte, dass die Befragten im eigenen Heim und in der eigenen Umgebung leben wollen. Am liebsten zusammen mit nahestehenden Menschen. Auf funktionaler Ebene ist den Menschen wichtig, dass sie “selbständig” und “gesund” bleiben. Dazu wünschen sie eine ebenerdige, barrierefreie und altersgerecht gestaltete Umgebung, aber auch das “grün” und die Natur folgen gleich auf diese Basisanforderungen.

Viele würden gern in Mehrgenerationhäuser leben

Die Menschen, mit denen man sein Leben im Alter gestalten will, sind primär der Partner, die Familie und die Kinder. Gefolgt von anderen Senioren und Freunden. Im Alter kommt auch zunehmend der Arzt ins Spiel. Mehrgenerationenhäuser können sich mehr als die Hälfte (56 Prozent) als Wohnform im Alter vorstellen – und zwar über alle Altersgruppen hinweg. Darunter wieder mehr Frauen (61 Prozent) als Männer (49 Prozent).

Den zweiten Platz belegt das Wohnen mit Service (55 Prozent), gefolgt von der Pflege-WG (49 Prozent), in der mehrere Senioren eine selbstbestimmte Wohn- oder Hausgemeinschaft führen. Nach Bedarf steht Pflege bereit. In die Pflege-WG würden wiederum deutlich mehr Frauen (56 Prozent) einziehen als Männer (42 Prozent). Dass Pflegeheime im Ausland eher der Exot sind, bestätigt auch diese Studie. Immerhin jeder Zehnte (11 Prozent), darauf angesprochen, kann es sich ganz generell vorstellen.

Zur Studie: Dialego befragte im Juni 2018 1.000 Frauen und Männer im Alter von 18+ Jahren aus Deutschland. 

 

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