Frauen in der Marktforschung: Ruth Rottwitt, epap Weltfrauentag: Wir stellen Ihnen die weibliche Seite der Marktforschung vor

Anlässlich des Weltfrauentages stellen wir Ihnen in den nächsten Wochen großartige Frauen aus unserer Branche vor. Den Auftakt macht Ruth Rottwitt, Marketing und Communications Managerin beim Start-up epap, dem Gewinner unseres vierten Start-up Pitches.

Ruth Rottwitt, Marketing & Communications Managerin für das Startup epap, denkt, dass es für eine Chancengleichheit für Frauen in der Marktforschung Umdenken und mehr Flexibilität braucht.

Eins vorweg: Die Resonanz auf unsere Umfrage zu besonderen Frauen in der Marktforschung war bemerkenswert und eine Entscheidung für die Auswahl der Porträts fällt uns richtig schwer. Viele Menschen haben demnach das Bedürfnis, die Leistungen von hervorragenden Marktforscherinnen vorzustellen und zu würdigen.

Das begrüßen wir, denn obwohl in Deutschland eine gesetzliche Geschlechtergerechtigkeit festgelegt ist, sieht es in der Realität des Berufslebens für Frauen häufig anders aus: Es herrschen oft noch veraltete Rollenbilder, Frauen werden diskriminiert und sind in Führungsrollen deutlich unterrepräsentiert. Dass Frauen in gleichen Positionen wie Männer meist deutlich weniger verdienen, ist ja zwischenzeitlich bekannt. Die wöchentlich folgenden Interviews von Frauen aus der Marktforschung zeigen, wie die Branche aus weiblicher Sicht aufgestellt ist. 

Frau Rottwitt, Sie zeichnen seit fast drei Jahren verantwortlich als Marketing & Communications Managerin für das Startup epap und können schon bedeutende Erfolge im Standing Ihres Unternehmens in der Marktforschungsbranche verbuchen. Was treibt Sie bei Ihrer Arbeit an?

Ruth Rottwitt: Die größte Motivation kommt durch die Zusammenarbeit in unserem großartigen Team. Es macht wahnsinnig viel Spaß, unsere Idee voranzutreiben und nicht nur epap, sondern uns alle wachsen zu sehen. Die Möglichkeit, Neues auszuprobieren und epap aktiv mitzugestalten motiviert mich sehr.

Über welche Wege sind Sie als studierte M. A. Kommunikationsmanagement & PR zur Marktforschung gekommen und wo lagen rückblickend die prägendsten Stationen in Ihrem beruflichen Werdegang?

Ruth Rottwitt: Den Weg in die Marktforschung habe ich eher unbewusst eingeschlagen. Angefangen hat er in meinem Bachelor-Studium Medienmanagement, in dem ein großer Schwerpunkt auf empirischer Forschung lag. Nebenbei habe ich als Werkstudentin in einer Strategie-Beratung gearbeitet. Studien durchzuführen und strategische Entscheidungen anhand von handfesten Daten zu treffen, war sehr spannend. Weiter ging es in eine PR-Agentur, wo wir Studienergebnisse für Storytelling genutzt haben.

Hin und wieder habe ich außerdem als Freelancerin Kundenbefragungen an der Kasse von Kaufland durchgeführt - etwas, das wir jetzt mit epap so viel einfacher machen. Dabei ist ja auch epap erst über einen Pivot in die Marktforschung gekommen. Daten sind für mich jetzt nicht nur Grundlage für strategische Entscheidungen, sondern auch essentieller Bestandteil meiner täglichen Arbeit.

Wie sieht ein typischer Arbeitsalltag bei Ihnen aus?

Ruth Rottwitt: Einen wirklich typischen Arbeitsalltag gibt es kaum, weil viel passiert und wir noch ein kleines Team sind. Ich starte mit meinem Daily Check-in und einem Kaffee: Was ist passiert, was steht an und wo stehen wir bei unseren Zielen. Feste Termine sind unser Daily im Team und ein kleiner Spaziergang in der Mittagspause. An Aufgaben kann alles dabei sein: von der Vorbereitung unserer Events, über die Auswertung und mediale Aufbereitung einer Studie, die Betreuung unserer Kooperationen mit Kunden oder Influencer*innen, Website- und SEO-Tasks bis hin zur Optimierung unserer Appstore-Auftritte und Performance Marketing. Langweilig wird es nie.

Stichwort Selbstbilanz: Welche Ihrer wichtigsten Projekte würden Sie als Ihre persönlichen „Aushängeschilder“ benennen?

Ruth Rottwitt: Auf einer Messe letztes Jahr hat jemand zu unserem CEO gesagt, an epap gehe aktuell kaum ein Weg in der Marktforschung vorbei, weil wir überall auftauchen. Darüber habe ich mich als Kommunikationsverantwortliche natürlich sehr gefreut.

Stolz bin ich auch auf die Entwicklung der Marke epap sowie die deutlich verbesserte Leistung unserer Ads, des Appstore-Auftritts der epap App und unserer Website. Da ist sehr viel Herzblut und Fleiß eingeflossen, auch weil sie vorher nicht meine Steckenpferde waren und ich einiges lernen musste. Umso schöner natürlich, wenn es sich so lohnt.

Ruth Rottwitt im Video-Interview

Sehen Sie hier auch Frau Rottwitts Antworten als Video!

 

Was fällt Ihnen aus der Sicht einer Frau im Arbeitsumfeld der Marktforschungsbranche auf? Gibt es in der Kommunikation und Zusammenarbeit Unterschiede bei männlichen und weiblichen Auftraggebenden?

Ruth Rottwitt: Grundsätzlich wirkt die Marktforschungsbranche sehr aufgeschlossen auf mich. Es war zum Beispiel schön zu sehen, dass das Finale des ESOMAR YES Awards sehr ausgewogen war. In der Zusammenarbeit habe ich persönlich noch keine Unterschiede wahrgenommen – wir machen ja auch keine.

Gelingt Ihnen eine ausgewogene Work-Life-Balance und was sind Ihre Kraftquellen?

Ruth Rottwitt: Das klappt dank großer Flexibilität sehr gut. Bei epap genießen wir sehr flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit, remote zu arbeiten. Letztes Jahr habe ich beispielsweise zwei Wochen auf Mallorca gearbeitet und nach Feierabend die Insel bewandert. Sport ist ein wichtiger Bestandteil meines Alltags und hilft, den Kopf frei zu bekommen. Neue Energie und Eindrücke gewinne ich, wenn ich auf Reisen die Welt entdecke. Zuhause in Hannover hilft dabei aber auch ein gutes Buch, frische Luft und Sonne im Gesicht.

Welche Tipps können Sie Frauen geben, die in der Marktforschung erfolgreich werden möchten?

Ruth Rottwitt: Ich würde dabei nicht zwischen den Geschlechtern unterscheiden. Mir hat es bisher immer geholfen, offen zu sein, Fragen zu stellen oder die eigenen Bedürfnisse zu kommunizieren und für sie einzustehen. Gepaart mit der Bereitschaft zu lernen und auch mal die Komfortzone zu verlassen, kommt man damit sehr gut voran.

Wie sehen Ihre persönlichen Zukunftsvisionen für Frauen in der Marktforschungsbranche aus, und welche Schritte müssen unternommen werden, um diese Visionen voranzutreiben?

Ruth Rottwitt: Ich wünsche mir, dass die Frage, ob oder wie sich Männer und Frauen in der Branche unterscheiden, nicht mehr gestellt werden muss, weil alle Geschlechter dieselben Chancen haben. Laut einer Studie wurden 2019 nur 36 Prozent der Führungspositionen durch Frauen besetzt. Da geht definitiv noch mehr. Dafür braucht es Umdenken und mehr Flexibilität.

Umdenken heißt weg von der Vorstellung eines per se männlichen Chefs, hin zu flexiblen (Führungs-)Positionen, die auch die Lebensrealität von Frauen und nicht-binären Personen berücksichtigen - beispielsweise durch Job Sharing. Zu guter Letzt kommt natürlich noch das liebe Geld: auch wenn es mich persönlich aktuell nicht betrifft, liegen die Gehälter von Frauen und Männern in der Marktforschung bei vergleichbarer Position und Leistung noch auseinander. Dabei ist Equal Pay in meinen Augen eine der am einfachsten umsetzbaren Maßnahmen für mehr Fairness in der Marktforschung. Warum sollten wir weniger verdienen, wenn wir genauso gut arbeiten?

 

Über die Person

Ruth Rottwitt ist beim Hannoveraner Startup epap für Kommunikation und Marketing verantwortlich. Mit Erfahrungen in Agenturen, Unternehmen und Startups begleitet sie nun insbesondere FMCG Marken auf dem Weg, ihre Produkte durch die Augen ihrer Kundinnen und Kunden zu betrachten.

Weitere Informationen zum Unternehmen auf marktforschung.de:

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