Aktuelle Zahlen Weiter Verluste bei Kantar

Die schwierige Corona-Krise wirkt sich auch weiterhin auf die Geschäftszahlen des von WPP abgespalteten Marktforschungsunternehmens Kantar aus. Auch bei den Neun-Monats-Zahlen werden deutliche Verluste ausgewiesen.

von Jörg Stroisch

Der um Währungsschwankungen bereinigte Umsatz ging bei Kantar auf die ersten neun Monate dieses Jahres 2020 betrachtet um 12 Prozent und 355 Millionen US-Dollar auf nunmehr 2,847 Milliarden US-Dollar (Vorjahreszeitraum: 2,492 Milliarden US-Dollar) zurück, der "normale" Umsatz sank sogar auf 2,433 Milliarden US-Dollar. In der Investorenpräsentation, die nach einer Registrierung auf Kantar.com zugänglich ist, beschreibt die Unternehmensleitung einen starken Start fürs Jahr 2020 und einen Einbruch ab März, bedingt durch COVID-19, "der sich auch bis in den September fortsetzte, aber mit sich verbessernder Performance in jedem Monat ab Mai".

Schon die Halbjahreszahlen hatten es ja erahnen lassen (marktforschung.de berichtete;): Da sank der Umsatz bei Kantar auf Basis konstanter Währungen um 223 Millionen US-Dollar und somit um 12 Prozent auf 1,667 Millionen US-Dollar (Vorjahreszeitraum: 1,891 Millionen US-Dollar); der normal ausgewiesene Umsatz sank noch deutlicher. Kantar wurde ja vom Investor Bain Capital zu großen Teilen von WPP übernommen. 60 Prozent des Marktforschungsunternehmens gehören ihm.

Ausblick auf die Geschäftsbereiche

Zwar listet Kantar in der Investorenpräsentation leider die Performance der einzelnen Bereiche nicht separat auf, gibt aber im Fließtext trotzdem einen kurzen Einblick. Und das klingt sehr ähnlich wie schon bei den Halbjahreszahlen. Die Bereiche Insights, Consulting und Public leiden besonders stark unter COVID-19. Insights gab um 19 Prozent nach, weil die Kunden weniger zum Beispiel weniger für Anzeigentests ausgaben, aber auch, weil der fehlende Face-to-Face-Kontakt zu Kunden einen starken Einfluss auf das neue Kundengeschäft in den stärker wachsenden Märkten hatte. Auch der Consultingbereich (Minus 19 Prozent) und der Public-Bereich (Minus 20 Prozent), wurden von COVID-19 stark getroffen.

Und wie bei den Halbjahreszahlen schon gesehen, gibt es dennoch auch Bereiche, die sich gut entwickelten. Der Gesundheitsbereich konnte auf neun Monate betrachtet um sieben Prozent zulegen, das Worldpanel um zwei Prozent, so das Unternehmen in seiner Präsentation.

Weltweit Rückgang der Umsätze

Auch in Bezug auf die geografische Verteilung der Umsätze auf Basis konstanter Währungen gibt Kantar einen kurzen Einblick im Fließtext der Präsentation. So gingen die Zahlen in den stärker wachsenden Märkten um 14 Prozent zurück, "mit den stärksten Auswirkungen auf Afrika und den Mittleren Osten als ein Resultat aus der fehlenden Möglichkeit zu Face-to-Face-Kontakten". Aber auch die Hauptmärkte verzeichneten einen Rückgang von elf Prozent.

Natürlich reagiert das Unternehmen auf diese Entwicklungen: So sanken zum Beispiel die Personalkosten in den ersten neun Monaten des Jahres ebenfalls um sieben Prozent auf nun 1,115 Milliarden US-Dollar (Vorjahreszeitraum: 1,196 Milliarden US-Dollar). Auch die generellen und administrativen Kosten fuhr das Unternehmen um 17 Prozent zurück auf nun 267 Millionen US-Dollar (Vorjahreszeitraum: 322 Millionen US-Dollar).

Kantar ist nicht an der Börse gelistet, sondern eben in großen Teilen vom Investor Bain Capital übernommen worden. Das Unternehmen stellt seine Zahlen alle drei Monate zur Verfügung.

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/mf

 

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