Bitkom & EITO Umsatzwachstum im europäischen ITK-Markt geht zurück

Nachdem Europas ITK-Branche im vergangenen Jahr ein deutliches Umsatzplus von 2,9 Prozent erwirtschaften konnte, wächst das Geschäft mit Produkten und Dienstleistungen der Informationstechnologie und Telekommunikation 2016 wieder etwas langsamer.


Nach Berechnungen des European Information Technology Observatory (EITO), die der Digitalverband Bitkom nun herausgab, werden die Umsätze der ITK-Wirtschaft in den Ländern der Europäischen Union im laufenden Jahr moderat um 0,7 Prozent auf 686 Milliarden Euro wachsen. Dabei zeigt der IT-Sektor ein deutlich positiveres Bild als der Telekommunikationsmarkt. So werden die Umsätze von IT-Hardware und -Dienstleistungen sowie Software der Prognose zufolge um 2,7 Prozent auf 388 Milliarden Euro klettern. Das TK-Geschäft verzeichnet hingegen um 1,8 Prozent sinkende Umsätze auf 298 Milliarden Euro. "Nach einer Belebung im Vorjahr sehen wir ein abflachendes Wachstum bei Smartphones und IT-Hardware, dazu kommt weiterhin ein starker Preisdruck bei Telekommunikationsdiensten", erklärt Bitkom-Chefvolkswirt Dr. Axel Pols die unterschiedlichen Ergebnisse. "Zugleich sorgt die fortschreitende Digitalisierung der Gesamtwirtschaft für kräftig steigende Umsätze bei Software und IT-Dienstleistungen, die um 5 bzw. 3 Prozent zulegen können."

Großbritannien verzeichnet Umsatzrückgang

Ein unterschiedliches Bild zeigt sich auch in den verschiedenen Staaten der Europäischen Union: Während das ITK-Geschäft beispielsweise in einigen südeuropäischen Krisenländern wie Spanien, Portugal und Italien 2016 wieder leicht wachsen wird, muss die griechische ITK-Wirtschaft ein weiteres Minus von 1,1 Prozent hinnehmen. Zudem erwarten EITO und Bitkom auch in Großbritannien einen Umsatzrückgang von 0,5 Prozent, der sich durch das britische EU-Referendum vom 23. Juni noch vergrößern könnte. "Nach der Brexit-Entscheidung könnte sich der britische ITK-Markt im Laufe des Jahres noch schwächer entwickeln als bislang erwartet. Das hängt vor allem von den kurzfristigen konjunkturellen Auswirkungen ab. Dabei spielt auch eine Rolle, wie schnell Details zum Austrittsprozess feststehen", erläutert Pols.

Indien und die Türkei sind auf dem Vormarsch

Insgesamt wächst der europäische ITK-Markt mit seinen 0,7 Prozent schwächer als der globale Durchschnitt. Weltweit steht demnach ein Umsatzwachstum um 1,8 Prozent auf 3,1 Billionen Euro zu Buche. Auch global fällt der Anstieg bei der Informationstechnologie mit 2,6 Prozent auf 1,3 Billionen Euro deutlich kräftiger aus als im Telekommunikationsbereich, der um 1,2 Prozent auf 1,8 Billionen Euro wächst. Größter ITK-Markt bleiben auch weiterhin die Vereinigten Staaten, in denen sich die Umsätze um 3,5 Prozent auf 956 Milliarden Euro steigern können. Das größte Umsatzwachstum wird allerdings in Indien erzielt, das mit einem Plus von 6,7 Prozent auf 64 Milliarden Euro knapp vor der Türkei (plus 6,1 Prozent auf 20 Milliarden Euro) liegt. Den größten Umsatzrückgang verbucht hingegen Russland, wo die Umsätze voraussichtlich um 3,3 Prozent auf 32 Milliarden Euro fallen werden.

tt

 

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