Ipsos, Weltflüchtlingstag Umfrage zum Weltflüchtlingstag

Am 20. Juni war der World Refugee Day. Anlässlich dazu hat Ipsos die Deutschen zu ihrer Einstellung gegenüber geflüchteten Menschen befragt. Das Stimmungsbild hat sich im Vergleich der letzten zwei Jahre deutlich geändert. Die Corona Pandemie könnte ein möglicher Grund dafür sein.

Anlässlich des Weltflüchtlingtags hat Ipsos eine Umfrage zur Einstellung gegenüber geflüchteten Menschen durchgeführt. Auf der einen Seite befürwortet eine klare Mehrheit grundsätzlich das Recht von Flüchtlingen, in Deutschland Schutz vor Krieg und Verfolgung zu suchen. In der Praxis sind allerdings nur wenige offen dafür, mehr Flüchtlinge in ihrem Land aufzunehmen.

Weniger Zustimmung für Asylrecht, mehr für Grenzschließung

Mehr als sieben von zehn Bundesbürgern (71 Prozent) halten es für richtig, dass Menschen in Deutschland Zuflucht finden können, um vor Krieg und Verfolgung zu fliehen. Die Unterstützung für das Grundrecht auf Asyl ist damit zwar deutlich größer als noch 2019 (57 Prozent), im Vergleich zur Vorjahresbefragung 2020 (76 Pronzent) aber um fünf Prozentpunkte gesunken. 

Gleichzeitig sind mehr als vier von zehn Befragten (42 Prozent) der Ansicht, dass Deutschland seine Grenzen für Flüchtlinge derzeit vollständig schließen sollte – ein Anstieg um drei Prozentpunkte seit dem letzten Jahr.

Corona hemmt Aufnahmebereitschaft der Deutschen

Ein möglicher Grund für die wachsende Skepsis der Deutschen gegenüber der Aufnahme von Flüchtlingen ist der Ausbruch des Coronavirus. Mehr als jeder Dritte (35 Prozent) findet, dass Deutschland weniger offen für die Aufnahme von Flüchtlingen sein sollte als vor der COVID-19-Pandemie. Etwa vier von zehn Befragten (43 Prozent) denken, dass es genauso bleiben sollte wie vor der Pandemie, nicht einmal jeder Zehnte (9 Prozent) wünscht sich mehr Offenheit für Zugewanderte. 

Glaube an erfolgreiche Integration von Flüchtlingen nimmt zu

Immer mehr Bundesbürger (41 Prozent) sind allerdings davon überzeugt, dass sich die meisten Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, erfolgreich in die Gesellschaft integrieren. 2019 glaubte das noch nicht einmal jeder Dritte (31 Prozent), im vergangenen Jahr stieg dieser Wert bereits auf insgesamt 35 Prozent an.

Gleichzeitig sinkt der Anteil der Befragten etwas, die davon ausgehen, dass die meisten Ausländer, die als Flüchtling in Deutschland Asyl suchen, in Wirklichkeit nur aus wirtschaftlichen Gründen oder um Sozialleistungen auszunutzen hierherkommen. 2019 äußerten noch sechs von zehn Deutschen (59 Prozent) Zweifel bezüglich der wahren Absichten der Flüchtlinge, seitdem ist dieser Wert etwas gesunken auf heute 56 Prozent.

Methodik

Erhebungsmethode Online-Umfrage
Befragte Zielgruppe Deutsche zwischen 16 und 74 Jahren
Stichprobengröße ca. 1000 Personen
Feldzeit 21. Mai und 04. Juni 2021
Land Deutschland

/jre

 

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