Update zur ÖVP-Korruptionsaffäre Sabine Beinschab als mögliche Kronzeugin

Es mehren sich die Anzeichen, dass Sabine Beinschab Kronzeugin bei der ÖVP-Korruptionsaffäre, die zum Rücktritt von Ex-Kanzler Sebastian Kurz geführt hat, werden könnte. Ansonsten stornierte das Finanzministerium bereits beauftragte Studien der beiden in die Affäre verwickelten Institute. Und weder Sabine Beinschab noch das Institut Karmasin Behavioural Insights erscheinen trotz Buchung am Gemeinschaftsstands des VMÖs auf der Succeet in München.

 Die Zeichen mehren sich, dass Sabine Beinschab mit den ermittelnden Behörden kooperiert (Bildnachweis: picture alliance / HERBERT NEUBAUER / APA / picturedesk.com | HERBERT NEUBAUER)

Mögliche Kronzeugenregelung für Sabine Beinschab

Sabine Beinschab, Research Affairs
Nur zwei Tage war Sabine Beinschab, die in der ÖVP-Korruptionsaffäre beschuldigte Meinungsforscherin, wegen Verdunklungsgefahr in Untersuchungshaft. Bereits kurz nach der Enthaftung wurde vermutet, dass der Aufenthalt nur deshalb so kurz ausfiel, weil sie ihre Kooperationsbereitschaft den Behörden gegenüber erklärt haben könnte. Lt. Informationen des Ö1-Morgenjournals hat sich diese Vermutung bestätigt, wie einem Bericht, der anlässlich ihrer Festnahme verfasst wurde, zu entnehmen sei. So findet sich in dem „Vollzug der schriftlich angeordneten Festnahme von Sabine Beinschab“ offenbar folgender unterschriebener Passus:

„Ich bin nunmehr bereit, freiwillig mein Wissen über Tatsachen und/oder Beweismittel zu offenbaren, deren Kenntnis wesentlich dazu beitragen kann, die umfassende Aufklärung (…) der Straftaten über meinen eigenen Tatbeitrag hinaus zu fördern oder eine Person auszuforschen, die an einer solchen Verabredung führend teilgenommen hat oder in einer solchen Vereinigung oder Organisation führend tätig war“.

Der Vorteil als Kronzeugin könnte darin liegen, dass die Staatsanwaltschaft im weiteren Verlauf die Verfolgung der Anschuldigungen gegen sie vorbehaltlich einstellt. Damit diese Kronzeugenregelung greift, müsste sie allerdings sowohl umfassend über ihre eigenen Taten wie auch die anderer Beschuldigter aussagen. Lt. Aussage des Magazins Kontrast.at kam die Kronzeugenregelung in Österreich seit 2016 nur 15-mal zum Einsatz.

Finanzministerium storniert Beinschab und Karmasin-Studien

Bis Ende Oktober hatte das Finanzministerium offensichtlich noch Verträge mit den Instituten, der in der ÖVP-Korruptionsaffäre beschuldigen Meinungsforscherinnen Sabine Beinschab und Sophie Karmasin. Zuletzt sollte lt. Medienberichten noch eine Beinschab-Studie zum Thema „Kryptowährungen“ sowie eine Karmasin-Studie zum Thema „Budgetpolitik im europäischen Kontext“ durchgeführt werden. Vor der Hintergrund der Vorwürfe gegen die beiden Forscherinnen seien die Aufträge nun aber storniert worden, wie das österreichische Finanzministerium auf Nachfrage der Nachrichtenagentur APA mitteilte.

Der Gemeinschaftsstand des VMÖ ohne Karmasin Behavioural Insights

Auch auf der Marktforschungsmesse succeet in München war das Unternehmen Karmasin Behavioural Insights als Aussteller innerhalb des Gemeinschaftsstand des Verbands der Marktforscher Österreichs ursprünglich eingeplant. Der Name Sabine Beinschab tauchte sogar in der App der succeet namentlich als Ausstellungspersonal auf. Letztlich tauchten aber weder Sabine Beinschab noch das Institut in München auf. So hatten die anderen teilnehmenden Institute aus Österreich ReDem, Telemark, Triple M und der VMÖ selbst etwas mehr Platz auf der Fläche.

 

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