GfK-Studien zur Sortimentskaufkraft Online-Kaufkraft ist 2022 in sechs Sortimenten größer als stationäre Kaufkraft

In Deutschland fließt immer mehr Geld in den Online-Handel: 2022 ist die Online-Kaufkraft für gleich sechs Sortimente im landesweiten Schnitt höher als die stationäre Kaufkraft. Das zeigt die neue GfK-Studie zur Sortimentskaufkraft 2022.

Auch Uhren und Schmuck werden in Deutschland inzwischen nicht mehr vorwiegend im Juweliergeschäft gekauft, sondern online. (Bild: picture alliance / Zoonar | Robert Kneschke)

Mit 90 Euro ist der Online-Anteil der Kaufkraft für Informationstechnologie, also für Computer, Homeoffice-Equipment und PC-Spiele, pro Kopf fast dreimal so hoch wie der Anteil, der für den stationären Einzelhandel zur Verfügung steht. Auch in den Sortimenten Unterhaltungselektronik, elektronische Medien, Telekommunikation, Uhren und Schmuck, Spielwaren und Hobbys sowie Baby- und Kinderartikel fließt in diesem Jahr mehr Geld in den Online-Handel als in stationäre Geschäfte.

Uhren und Schmuck: in und um München die höchste Kaufkraft in beiden Kanälen

Eines der Sortimente, in dem die Deutschen 2022 erstmals etwas mehr Geld online als stationär ausgeben, ist das Sortiment Uhren und Schmuck. Betrachtet man die Top 10 Kreise mit den höchsten Online-Ausgaben, so stellt man fest, dass die Sortimentskaufkraft für Uhren und Schmuck besonders in und um die beiden Großstädte München und Frankfurt ausgesprochen hoch ist. Mit einer Pro-Kopf-Kaufkraft von etwas mehr als 60 Euro liegt der Landkreis Starnberg auf dem ersten Platz, gefolgt vom Land- und Stadtkreis München mit 60 bzw. 58 Euro. Alle drei topplatzierten Kreise liegen mindestens 50 Prozent über dem Landesdurchschnitt.

Auch im stationären Einzelhandel liegen Großstädte und die umliegenden Kreise im Sortiment Uhren und Schmuck auf den vorderen Rängen. Mit deutlichem Abstand belegt der Stadtkreis München den ersten Platz: Hier liegt die stationäre Kaufkraft für Uhren und Schmuck mit 58 Euro pro Kopf fast 57 Prozent über dem deutschen Bundesdurchschnitt. Auf den Rängen zwei und drei folgen die Landkreise Starnberg und München mit 51 bzw. 50 Euro pro Person. Den letzten Platz im Kreisranking belegt der Landkreis Görlitz: Dort haben die Einwohner im Schnitt 27 Euro pro Kopf für Uhren und Schmuck zur Verfügung, was knapp 73 Prozent des Landesdurchschnitts entspricht.

Baumarktsortimente: Heimwerker und DIY-Begeisterte vor allem in Brandenburg und Bayern

Die GfK Sortimentskaufkraft liegt für insgesamt 17 Sortimentsgruppen vor, darunter auch für die Baumarktsortimente. Zwar ist der stationäre Anteil in dieser Produktgruppe fast dreimal so hoch wie der Online-Anteil, aber auch hier holt online immer mehr auf. Ein Blick auf die regionale Verteilung der Online-Kaufkraft für Baumarktsortimente zeigt, dass sechs der Kreise in den Top 10 in Bayern liegen. Den ersten Platz belegt jedoch der brandenburgische Landkreis Potsdam-Mittelmark: Mit einer Pro-Kopf-Kaufkraft von 211 Euro liegt er mehr als 31 Prozent über dem Landesdurchschnitt. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Landkreise Dingolfing-Landau (207 Euro) und Starnberg (205 Euro).

Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch im stationären Handel ab: Die höchsten Kaufkraftwerte sind in den ländlicheren Gegenden zu finden – acht der Kreise in den Top 10 liegen dabei in Brandenburg. Spitzenreiter ist wie beim Online-Handel auch der Landkreis Potsdam-Mittelmark, wo den Menschen mit 589 Euro pro Kopf über 28 Prozent mehr als dem Bundesdurchschnitt zur Verfügung stehen. Die Landkreise Oberhavel und Dahme-Spreewald folgen mit 584 bzw. 583 Euro auf den Rängen zwei und drei.

Zur Studie

Die Studien „GfK Sortimentskaufkraft Online-Handel 2022“ und „GfK Sortimentskaufkraft stationärer Handel 2022“ basieren auf Erhebungen und Analysen des Einkaufsverhaltens von Verbrauchern im Einzelhandel. Darunter sind auch Daten der GfK Consumer Panels. Auf Basis dieser Verbraucherinformationen werden über soziodemografische Abgleiche und geostatistische Modellierungen eine regionale, sortimentsbezogene Kaufkraft für 17 Sortimentsobergruppen ausgewiesen: Unter anderem sind dies Foodbereich, Gesundheit und Pflege, Bekleidung, Informationstechnologie, Uhren und Schmuck sowie Baumarktsortimente.

Die Kaufkraft wird als nominaler, das heißt nicht inflationsbereinigter, Prognosewert ausgewiesen. Sie bezieht sich auf den Wohnort, nicht auf den Einkaufsort. Die Daten stellen Durchschnittswerte für alle Einwohner einer Region dar. Rückschlüsse auf die Vermögenswerte von Einzelpersonen sind daher laut GfK falsch.

 

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