Interview zum WdM Web-Seminar mit PRS IN VIVO | 05.10., 13 Uhr "Nicht überall, wo KI drauf steht, ist auch wirklich KI drin"

Künstliche Intelligenz (KI) – doch nicht so intelligent? Christian Dössel von PRS In VIVO rät zur kritischen Betrachtung der automatisierten Intelligenz. Welche kritischen Aspekte gilt es zu betrachten und welche Stolperfallen zu vermeiden?

Ihr WdM Web-Seminar am 5. Oktober steht unter dem Motto “Volles Vertrauen in KI-basierte Entscheidungsfindung – ohne uns!” Warum sollten wir besser kein “volles Vertrauen” haben? 

Christian Dössel: Unser Leben ist ja bereits voll von KI, und nicht alles läuft rund. Werbeanzeigen auf Linienbussen, die zur Strafverfolgung führen, funktionierende Gesichtserkennung nur bei heller Hautfarbe und ein automatisierter Bewerbungsprozess der Frauen benachteiligt - wie kann man davon ausgehen, dass man künstlicher Intelligenz in anderen Branchen und bei uns in der Marktforschung voll vertrauen kann?

Jetzt für das Web-Seminar mit PRS IN VIVO am 5. Okotber um 13h anmelden!

Warum ist Ihnen das Thema so wichtig? 

Christian Dössel:  Künstliche Intelligenz ist ein Top-Thema im unternehmerischen Alltag und auch ganz speziell im Umgang mit Daten. Als Marktforscherschende haben wir es täglich mit Daten zu tun, die zu unternehmerischen Entscheidungen führen und auch die Künstliche Intelligenz hat hier Einzug erhalten und wird immer bedeutender.

Es ist dann nur logisch, sich auch mit den kritischen Aspekten künstlicher Intelligenz auseinanderzusetzen.

Herr Dössel, Sie sind bereits seit mehr als 22 Jahren in der Marktforschungsbranche. Inwiefern hat Künstliche Intelligenz (KI) bereits die Marktforschungswelt verändert? Und wie beurteilen Sie diese Veränderung? 

Christian Dössel: Ich glaube jenseits des Hypes, den der Begriff auch in unserer Branche gerade durchlebt, dass es ein Thema ist, das gekommen ist um zu bleiben. Bei der (Vor)Strukturierung großer Datenmenge, Zahlen oder Text, spielt KI bereits eine große Rolle. Wir sehen auch erste Ansätze im Bereich Reporting, bei der Zuweisung von Bedeutung von Ergebnissen. Trotzdem sollte man immer genau hinschauen, denn nicht überall wo KI drauf steht ist auch wirklich KI drin. 

Welche Stolperfallen tun sich bei der Datenanalyse und Generierung von Insights mittels KI auf? Können Sie vorab ein Beispiel nennen?

Christian Dössel: Stolpersteine gibt es einige. Nehmen wir das Beispiel Trainingsdaten: Die KI, die Amazon bei der Auswahl geeigneter Kandidaten und Kandidatinnen im Bewerbungsprozess unterstützen sollte, wurde maßgeblich mit Daten männlicher Bewerber trainiert, was dementsprechend zur Benachteiligung von Frauen im Bewerbungsprozess führte.

Ein weiterer Stolperstein ist weiterhin die Dateninterpretation. Wenn künstliche Intelligenz die anteilige Aufmerksamkeit verschiedener Designelemente einer Verpackung analysiert, dann kann anhand dieser Daten keine Aussage über die Wichtigkeit des Elements für die Gesamtgestaltung getroffen werden, die bei der Wiedererkennung eine zentrale Rolle spielt.

Wer darf Ihr Event keinesfalls verpassen?

Christian Dössel: Jede Person, die KI-basierte Daten im Rahmen betrieblicher Entscheidungen berücksichtigt. So zum Beispiel betriebliche Marktforscherschende oder das Produkt- und Marketingmanagement, die häufig versucht sind, künstliche Intelligenz im Rahmen effizienter Entscheidungsfindung und Optimierung von Marketingstimuli einzusetzen.

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Zu Christian Dössel

Christian Dössel ist Vice President und Head of Germany bei der PRS IN VIVO Group, bei der er seit mehr als vier Jahren tätig ist. Davor war der studierte Soziologe und Psychologe unter anderem als Manager/Director bei Ipsos. Christian Dössel hat mehr als 22 Jahre Erfahrung in der Marktforschung.

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