GfK Verein rechnet 2017 mit Verlust

Die Turbulenzen beim Marktforschungsunternehmen GfK wirken sich auch auf die finanzielle Situation des Haupteigentümers, den GfK Verein, aus. Der rechnet aufgrund von ausbleibenden Dividendenzahlungen für 2017 mit einem Verlust von etwa 10 Millionen Euro – sieht darin aber keine überragenden Probleme.

Raimund Wildner, GfK Verein (Bild: GfK Verein)

Raimund Wildner, GfK Verein (Bild: GfK Verein)

Für marktforschung.de berichtet Jörg Stroisch

Der GfK Verein versteht sich selbst als Think Tank der Marktforschungsbranche, mit Tradition: Sein Vorläufer existierte bereits 1925, gegründet wurde er dann 1934. Aber der GfK Verein ist auch gleichzeitig bekannt als Mehrheitseigner der GfK SE, dem Branchenprimus der Marktforschungsbranche in Deutschland. Dieser ist allerdings in den vergangenen Monaten ordentlich in Turbulenzen geraten, scheint aber durch den Einstieg des Finanzinvestors KKR nun vorerst gerettet.


Auswirkung der Situation auf den GfK Verein

Wenn die GfK SE Erkältung hat, hat der Verein einen Husten? Erfreut ist dort sicherlich niemand über die Situation. 2016 konnte die GfK SE an den GfK Verein noch eine Dividende von 13,4 Millionen Euro auszahlen, der Verein konnte nach Abzug seiner Kosten etwa für Forschung, Veranstaltung, Publikationen und Verwaltung immer noch 2,2 Millionen Euro Gewinn ausweisen. Für 2017 sieht die Lage aber deutlich weniger rosig aus: Mit 10 Millionen Euro Verlust rechnet der Verein, weil keine GfK-Dividenden ausgezahlt werden.

Starke Reserven schützen den GfK Verein

10 Millionen Euro Verlust sind viel, aber für den GfK Verein offensichtlich nicht existenzbedrohend. Zum ausgewiesenen Eigenkapital von etwa 62,4 Millionen Euro erläutert Professor Dr. Raimund Wildner, Geschäftsführer und Vizepräsident beim GfK Verein, gegenüber marktforschung.de: "Da sind aber noch erhebliche stille Reserven enthalten, da unsere 20,5 Millionen GfK-Aktien mit 1,90 Euro je Stück in der Bilanz stehen." Zur Erläuterung: Der Finanzinvestor KKR hatte in seinem Angebot 43,50 Euro pro Aktie gezahlt.

Wildner weiter: "Wichtig sind auch die Sonstigen Vermögensgegenstände von 25 Millionen Euro, die ein kurzfristiges Darlehen sind, das der GfK Verein an die GfK SE ausgeliehen hat und das letztlich unsere Finanzreserve darstellt." Der in 2017 erwartete Verlust scheint so kein größeres Problem zu sein, "wir hatten ja die Finanzreserve für solche Fälle gebildet", so Wildner.

Hoffnung auf den Turnaround bei der GfK SE

Der Blick richtet sich so auch in die Zukunft: "Mittelfristig erwarten wir, dass die GfK SE den Turnaround schafft und dann auch wieder ausreichende Gewinne erwirtschaftet und so eine Dividende ausschütten kann, ohne die Substanz anzugreifen."

Der Gfk Verein stellt seinen Geschäftsbericht kostenlos im Internet zur Verfügung.

 

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