Führungswechsel bei TNS Emnid: Klaus-Peter Schöppner scheidet aus dem Amt

Klaus-Peter Schöppner, TNS Emnid

Klaus-Peter Schöppner, TNS Emnid

Bielefeld - Nach über 40-jähriger Firmenzugehörigkeit ist Klaus-Peter Schöppner, Geschäftsführer der TNS Emnid Medien- und Sozialforschung, zum Jahresbeginn aus dem Unternehmen ausgeschieden. Schöppner war über 20 Jahre Geschäftsführer der TNS Emnid in Bielefeld. Der 64-Jährige bleibt dem Unternehmen als akkreditierter Berater verbunden. Sein Nachfolger ist Oliver Krieg. Krieg ist seit mehr als zehn Jahren als Bereichsleiter Politik- und Sozialforschung bei TNS Emnid tätig.

Die Veränderung an der Führungsspitze sei bereits seit einigen Jahren so geplant gewesen, teilte das Unternehmen auf Nachfrage von marktforschung.de mit. Überlegungen, die Geschäftsleitung mit einem unternehmensfremden Mitarbeiter zu besetzen, habe es nicht gegeben. Strategische Veränderungen seien mit dem Führungswechsel in keinster Weise verbunden.

Mit Klaus-Peter Schöppner scheidet eines der bekanntesten Gesichter der Politik- und Sozialforschung aus dem Amt. Der studierte Psychologe, Betriebswirt und Publizist ist seit 2005 als Moderator beim Nachrichtensender N24 präsent. Er gehört außerdem zum Kreise der Autoren des Polit-Blogs CARTA, das 2009 mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet wurde.

Trotz seines medialen Engagements zeigte er sich jüngst im Interview mit marktforschung.de kritisch gegenüber der politischen Berichterstattung und den Umgang mit demoskopischen Daten in den Medien. "Wir haben einfach das Problem, dass die Journalisten uns nicht verstehen", so sagte Schöppner. Journalisten wollten am liebsten, dass Demoskopen mit "Sonntagsfragen" Wahlen vorhersagen und durch Demoskopie politischen Druck ausüben, so der Forscher weiter. Viel wichtiger sei es hingegen, auf grundlegende Veränderungen seitens der Wählerstruktur und deren Anliegen hinzuweisen. "Wir wollen also Hintergrundwissen liefern, was aber aufgrund der von den Medien geforderten Aktualität und Darstellungsoption nur schwer möglich ist", erklärte Schöppner gegenüber marktforschung.de.

cl

 

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