GfK TEMAX® Elektrogerätemarkt in Westeuropa auf Wachstumskurs

Nürnberg – Der westeuropäische Technikmarkt erzielte im vierten Quartal 2014 eine Umsatzsteigerung von 3,5 Prozent auf knapp 60,5 Milliarden Euro. Auch das Gesamtjahr 2014 verlief erfolgreich mit einem Plus von 2,1 Prozent und einem Gesamtvolumen von fast 201,2 Milliarden Euro. Das sind Ergebnisse des GfK TEMAX® Westeuropa.


Spitzenreiter beim Wachstum ist der Sektor Telekommunikation. Smartphones bleiben der Motor der Branche und sorgten im vierten Quartal 2014 nochmals für zweistellige Umsatzzuwächse. Dieses Wachstum wirkte sich jedoch zum Teil negativ auf die Umsätze im Bereich Foto aus. Auf Länderebene entwickelten sich Belgien, Spanien, Niederlande, Deutschland, Portugal, Großbritannien und insbesondere Griechenland positiv.

Telekommunikation: Wearables als beliebtes Weihnachtsgeschenk  

Der Umsatz im westeuropäischen Telekommunikationsmarkt wuchs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum im vierten Quartal 2014 um 13,5 Prozent. Das Weihnachtsgeschäft erwies sich hierbei erwartungsgemäß als Treiber. Der zwischen Oktober und Dezember erzielte Umsatz betrug 14,9 Milliarden Euro. Das Gesamtvolumen in 2014 verzeichnete einen Zuwachs von 5,7 Prozent und stieg auf 46,8 Milliarden Euro. Mit Ausnahme von Österreich entwickelten sich alle Märkte positiv, größtenteils mit stabilen zweistelligen Zuwachsraten. Erfolgreiche Produkteinführungen hochwertiger Flagship-Modelle waren im vierten Quartal der Umsatztreiber. Darüber hinaus erwiesen sich die sogenannten Wearables (Smart Watches, Health & Fitness-Tracker) erstmals als beliebtes Weihnachtsgeschenk.     

Elektrokleingeräte: Gesamttrend weiterhin positiv

Im vierten Quartal 2014 erzielte der westeuropäische Elektrokleingerätemarkt ein Wachstum von 5,8 Prozent und der Quartalsumsatz stieg auf 4,4 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz in 2014 betrug knapp 13,8 Milliarden Euro, was einem Plus von 5,9 Prozent entspricht. Mit Ausnahme von Belgien und Griechenland, die jeweils leichte Rückgänge verzeichneten, trugen alle Länder zu diesem Wachstum bei. Umsatztreiber waren einerseits Produktspielarten der jüngeren Generation wie Saugroboter oder Frittiergeräte, die weniger Öl benötigen. Andererseits erzielten „klassische“ Elektrokleingeräte wie Küchenmaschinen, Wasserkocher oder Espressovollautomaten überdurchschnittliche Wachstumsraten. Dank Umsatzsteigerung aus einer Vielzahl verschiedener Produktkategorien steht der anhaltend positive Gesamttrend im Elektrokleingerätemarkt weiterhin auf einer breiten Basis.

Elektrogroßgeräte: 2014 – Jahr der Wäschetrockner

Der Umsatz im Elektrogroßgeräte-Segment in Westeuropa stieg im vierten Quartal 2014 auf 8,6 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 5,6 Prozent. Getragen wurde dieses Wachstum von positiven Entwicklungen in allen Ländern, mit Ausnahme von Schweden und Belgien. Über das gesamte Jahr wurde ein Gesamtvolumen von knapp 31,9 Milliarden Euro erzielt, was einem Wachstum von 4,2 Prozent entspricht. Alle Warengruppen entwickelten sich im vierten Quartal 2014 positiv. Wäschetrockner waren im letzten Jahr jedoch der klare Gewinner und konnten zwischen Oktober und Dezember als einziges Segment sogar nochmals zweistellig zulegen. Ausschlaggebend hierfür war die hohe Nachfrage nach energieeffizienten und energiesparsamen Geräten aufgrund deutlich fallender Preise.

Informationstechnologie: Computermarkt zurück auf Wachstumskurs

Im vierten Quartal 2014 wuchs der westeuropäische Markt für Informationstechnologie um 1 Prozent auf knapp 16,9 Milliarden Euro. Insgesamt betrug das Gesamtvolumen im Jahr 2014 56,3 Milliarden Euro, was einem Plus von 1,4 Prozent entspricht. Vor allem der deutsche Markt trug im vierten Quartal zu diesem Wachstum bei. Im Fokus der Konsumenten standen vor allem komfortable 2 in 1 Geräte und Tablets. Angemessene Preise, eine vielfältigere Auswahl und einfache Bedienbarkeit unterstützten die Nachfrage zusätzlich. Der positive Trend im Computermarkt beflügelte auch die Wachstumsraten bei Peripheriegeräten und Software. 

Unterhaltungselektronik: Markterholung in 2014

Der westeuropäische Markt für Unterhaltungselektronik entwickelte sich im vierten Quartal 2014 mit minus 2,1 Prozent etwas schwächer als in der entsprechenden Vorjahresperiode. Der Umsatz im Zeitraum Oktober bis Dezember betrug 10 Milliarden Euro. Über das Gesamtjahr hingegen war die Marktentwicklung mit 0,6 Prozent Wachstum und einem Gesamtvolumen von 31,5 Milliarden Euro positiv. Innovationen aus dem TV-Bereich trieben den Fernsehgerätemarkt in 2014 voran. Sogenannte UHD/4k-Modelle, mit einer viermal so hohen Auflösung wie herkömmliches Full HD, größere Bildschirme und Smart-TVs in Kombination mit einem wachsenden Streaming-Angebot waren die Treiber. Auch der Audiomarkt setzte sein Wachstum fort. Dazu trugen vor allem die Technologien bei, die eine drahtlose Übertragung von Musik auf Lautsprecher und Kopfhörer ermöglichen.

Bürogeräte und Verbrauchsmaterial: positiver Trend im Multifunktionsgeräte-Markt

Der Umsatz im westeuropäischen Markt für Bürogeräte und Verbrauchsmaterial sank im vierten Quartal 2014 um 3,4 Prozent auf 4 Milliarden Euro. Auch im Gesamtjahr 2014 war die Entwicklung mit minus 1,5 Prozent rückläufig. Das Gesamtvolumen betrug 15,2 Milliarden Euro. Auf Länderebene verzeichnete vor allem Frankreich einen starken Rückgang. Positiv entwickelte sich hingegen der Markt in Deutschland, Großbritannien, Niederlande und Griechenland. Der Verkauf von Druckgeräten war weiterhin rückläufig, wie auch in den vergangenen Jahren. Der Gesamtumsatz bei Multifunktionsgeräten ist allerdings in Bewegung, sowohl im Tinten- als auch im Lasersegment. Dieser positive Trend war bislang zwar nicht ausreichend, lässt eine vorsichtig optimistische Prognose für 2015 zu.

Foto: starke Konkurrenz durch Smartphones

Der Umsatz  der Foto-Warengruppen belief sich im vierten Quartal 2014 auf 1,5 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das ein Minus von 15,4 Prozent. Auch die Gesamtentwicklung in 2014 war mit einem Rückgang von 16,5 Prozent und einem Umsatzvolumen von 5,6 Milliarden Euro negativ. Zwar wurden zuletzt verstärkt Geräte mit hochwertiger technischer Ausstattung nachgefragt, das konnte jedoch die Rückgänge in anderen Bereichen nicht ausgleichen. Vor allem einfache Kompaktkameras sehen sich zunehmendem Wettbewerbsdruck durch Smartphones ausgesetzt, die mit immer besserer Bildqualität aufwarten können. 

GfK TEMAX® Westeuropa: stabile Entwicklung in schwierigem Jahr

2014 entpuppte sich als herausforderndes Jahr. Auf der einen Seite kämpften einige Länder noch immer mit ungünstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Auf der anderen Seite häuften sich die geopolitischen Krisenherde, allen voran die unsichere Lage im Russland-Ukraine-Konflikt. Dennoch kehrten einige ehemalige Krisenländer auf den Wachstumskurs zurück. Das hatte auch positiven Einfluss auf den westeuropäischen Technikmarkt hatte, der sich insgesamt gut entwickelte. Im vierten Quartal 2014 hellte sich auch die Stimmung bei den europäischen Verbrauchern wieder etwas auf. Die im GfK Konsumklima gemessenen Indikatoren Konjunktur- und Einkommenserwartung sowie die Anschaffungsneigung waren zum Jahresende in fast allen betrachteten Ländern der Europäischen Union wieder gestiegen. Allerdings bleiben nach wie vor einige Risiken für eine gute wirtschaftliche Entwicklung in den nächsten Monaten bestehen.

Zur Studie: Der GfK TEMAX® ist ein Index zum Markt der technischen Gebrauchsgüter. Die Ergebnisse basieren auf regelmäßigen Erhebungen des Handelspanels von GfK. In das Handelspanel fließen weltweit Daten von mehr als 425.000 Verkaufsstellen ein.

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