Reisebranche Die Reisebranche im Umbruch: Ein Blick in die Vergangenheit – und Zukunft

Bereits vor der aktuellen Krise war die Reisebranche großen Veränderungen unterworfen. Die Corona-Pandemie hat diese Entwicklung nun zusätzlich beschleunigt und dementsprechend stellt sich die Frage, wie das Reisen in Zukunft aussehen wird – und wie sich die Branche darauf vorbereiten kann. Ein Rückblick und Ausblick.

Flugzeug, welches auf der Landebahn steht (Bild: Bildquelle: Mirko Vitali - Adobe Stock))
Die Deutschen bevorzugen die Individualreise und wünschen sich vermehrt eine Reiseplanung (auch) über das Internet (Bild: Mirko Vitali - Adobe Stock)

Ein Umbruch findet in der Reisebranche schon seit mehreren Jahren statt. Ausschlaggebend für diese Entwicklung waren vor allem die Globalisierung und die Digitalisierung. Menschen werden also immer mobiler, denn weitere Strecken können in kürzerer Zeit für weniger Geld zurückgelegt werden. Sie reisen heutzutage also anders als noch vor wenigen Jahren und diese Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen. Auch für die Zukunft lassen sich bereits jetzt einige Trends erkennen; so mancher ist durchaus überraschend. Für die Reisebranche ist es wichtig, diese Veränderungen wahrzunehmen und sich rechtzeitig sowie richtig darauf vorzubereiten.

Pauschalreisen verlieren an Beliebtheit

Früher war es üblich, in ein Reisebüro zu gehen und dort eine Pauschalreise zu buchen. Vor allem das europäische Ausland war dabei eine beliebte Anlaufstelle - Frankreich, Italien oder Kroatien zum Beispiel. Einerseits gaben die Deutschen noch nicht so viel Geld für ihre Urlaubsreisen aus, sodass Fernreisen eher die Ausnahme als die Regel waren. Andererseits fehlte es schlichtweg an Möglichkeiten, um eine Reise auf eigene Faust zu planen. Denn entsprechende Informationen konnten noch nicht über das Internet eingeholt werden und Buchungen gingen nur über ein Reisebüro oder telefonisch, in letzterem Fall jedoch mit Sprachbarriere.

Trotzdem waren die Deutschen schon immer reisefreudig und bereit, für ihren Urlaub tief in den Geldbeutel zu greifen. In den Jahren 2010 bis 2019 sind die Ausgaben für Urlaubsreisen stetig gestiegen, wie eine auf Statista veröffentlichte Erhebung zeigt. Das lag auch daran, dass der Radius der Reisenden immer größer wurde, sprich Fernreisen haben zunehmend den innereuropäischen Urlaub abgelöst. Grund dafür ist das steigende Angebot an Flugverbindungen in Kombination mit sinkenden Preisen im Zuge des harten Konkurrenzkampfes in der Reisebranche.

Diese Fernreisen werden bevorzugt individuell geplant, beispielsweise als Rundreise, und somit nicht mehr als klassische Fernreise gebucht. Das bedeutet nicht, dass die Deutschen nicht dennoch die Hilfe von Reisebüros für ihre Planungen in Anspruch nehmen. Doch sie suchen dabei nach anderen Dienstleistungen als noch vor wenigen Jahren: Sie bevorzugen die Individualreise und wünschen sich vermehrt eine Reiseplanung (auch) über das Internet. Der persönliche Gang ins Reisebüro kommt regelrecht aus der Mode. Bereits im Jahr 2019 wurden 42 Prozent der Urlaubsreisen von fünf oder mehr Tagen online gebucht - und damit erstmalig mehr als im persönlichen Gespräch. Tendenz steigend. Diese ist jedoch nicht die einzige Veränderung, welche durch die Digitalisierung angestoßen wurde.

Status quo: Digitalisierung in der Reisebranche

Auch mehrere Erhebungen des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (bitkom) haben sich in den vergangenen Jahren mit der Digitalisierung in der Reisebranche beschäftigt, mit durchaus interessanten Ergebnissen: Das Internet ist mittlerweile für Deutsche bei der Reiseplanung die wichtigste Informationsquelle. 68 Prozent aller Reisenden haben auch online nach Informationen gesucht oder dort den Urlaub gebucht. Großer Beliebtheit erfreuen sich dabei Reise- und Vergleichsportale mit 48 Prozent und die Online-Auftritte der jeweiligen Dienstleister mit 41 Prozent. Reiseblogs und soziale Netzwerke spielen hingegen noch eine untergeordnete Rolle, was sich jedoch in Zukunft ändern könnte.

Unterm Strich gehen mittlerweile nur noch 39 Prozent der Deutschen ins Reisebüro, um dort die Buchung abzuschließen - häufig nach vorheriger Online-Recherche. Dabei handelt es sich eher um ältere Generationen, sprich jüngere Generationen bevorzugen digitale Wege, weshalb sich diese in Zukunft weiter durchsetzen werden. Das bedeutet aber nicht zwingend das Ende der klassischen Reisebüros, sofern diese die veränderten Kundenbedürfnisse verstehen und sich an die Entwicklung anpassen.

Denn es gibt durchaus Vorteile der Reisebüros, welche die Deutschen zu schätzen wissen und trotz Digitalisierung nutzen möchten: Dazu gehört, nur einen Ansprechpartner für alle Leistungen zu haben und alle Unterlagen gesammelt aus einer Hand zu bekommen, was die Reiseplanung und -durchführung vereinfacht. Auch die Möglichkeit einer individuellen sowie persönlichen Beratung wird geschätzt, selbst wenn diese vermehrt über das Telefon oder sogar online per Videochat stattfindet. Zuletzt ist das Vertrauen ein wichtiges Thema, denn dieses fehlt oftmals gegenüber der Internetbuchung, sprich an dieser Stelle ergeben sich für namhafte Reiseveranstalter wertvolle Potenziale, um diesen Vorteil in Zukunft auszuspielen. Wichtig ist jedoch, dass sie ihre Leistungen eben auch im Internet offerieren. Denn dadurch erhalten die Kunden sozusagen das Beste aus beiden Welten: Die Vorzüge der klassischen Buchung im Reisebüro gepaart mit der Orts- sowie Zeitunabhängigkeit im Internet, der besseren Vergleichbarkeit von Angeboten und Kostenersparnissen durch die Online-Buchung.

Das Internet als Chance und Risiko zugleich

Ein Mann sitzt am Laptop und bucht ein Hotel (Bild: REDPIXEL - Adobe Stock)
Die Touristikunternehmen haben begriffen, dass die Digitalisierung nicht nur ein Risiko, sondern auch eine Chance ist (Bild: REDPIXEL -Adobe Stock)

Etwa 61 Prozent der Unternehmen in der Reisebranche fühlen sich daher durch Online-Plattformen für kommerzielle Angebote unter Druck gesetzt. Entsprechende Angebote für Privatunterkünfte wie AirBnB scheinen dabei (noch) ein geringeres Problem darzustellen. Auch das könnte sich jedoch in Zukunft ändern, denn diese werden bevorzugt durch die jüngeren Generationen genutzt - und damit durch eine Zielgruppe, die in den kommenden Jahren an Relevanz gewinnen wird. Gleichzeitig haben aber 94 Prozent der Touristikunternehmen begriffen, dass die Digitalisierung nicht nur ein Risiko, sondern auch eine Chance ist. Bereits jetzt investieren daher zwei Drittel der Firmen aus der Reisebranche in innovative Digitalangebote; und auch hier ist die Tendenz steigend.

Die Digitalisierung findet in diesen Unternehmen vor allen in der Form statt, dass bestehende Angebote auch online offeriert werden. 68 Prozent setzen auf zusätzliche digitale Angebote wie Apps und 43 Prozent analysieren bereits systematisch Daten, beispielsweise aus sozialen Netzwerken, um Reiseangebote zu individualisieren. Das weist zugleich auf einen weiteren Trend hin: Innovative Technologien und Künstliche Intelligenz (KI) könnten in Zukunft eine wichtige Rolle bei der Zusammenstellung und Buchung von Individualreisen über das Internet spielen - sozusagen vollautomatisiert und "volldigital". Bis es so weit ist, werden aber noch einige Jahre vergehen.

"Grüne" Reisen liegen im Trend

Die Digitalisierung und die gestiegene Mobilität durch die Globalisierung waren in den vergangenen Jahren also zwei wichtige Treiber für die Entwicklung der Reisebranche. Aber noch ein weiteres Thema ist hierbei relevant: die Nachhaltigkeit. Der Umwelt- und Klimaschutz spielt für immer mehr Deutsche eine wichtige Rolle im Rahmen ihrer Reiseplanung. Das zieht mehrere Konsequenzen nach sich. Eine davon betrifft die Wahl der Destination, denn immer mehr Reisende meiden bewusst Gebiete mit "Overtourism", also beliebte Urlaubsregionen. Dadurch verteilt sich der Massentourismus besser, jedoch kann genau diese Verlagerung auch zur Umweltbelastung in anderen Gebieten führen, die bislang verschont waren.

Gleichzeitig ergibt sich eine Diskrepanz zum vorab genannten Trend, nämlich der Fernreise: Während also immer mehr Menschen weite Flugreisen unternehmen, gibt es auch eine steigende Anzahl an Personen, die Flugreisen dem Klima zuliebe bewusst meiden. Sogar von einer "Flugscham" ist die Rede, die von rund zehn Prozent der Flugreisenden empfunden wird. Etwa acht Prozent versuchen dem schlechten Gewissen aktiv gegenzusteuern, indem sie die Emissionen ihrer Flüge kompensieren. Auch solche Angebote werden für die Reisebranche daher immer wichtiger, was nicht nur für Flüge gilt, sondern für die Reise im Allgemeinen.

Fakt ist also: Die Deutschen wollen reisen, aber sie wollen klimaneutral und umweltbewusst reisen. Sie wollen sozusagen ihre Leidenschaft für das Reisen mit der Nachhaltigkeit vereinen. Denn fast die Hälfte der Deutschen befürchtet, dass ansonsten durch den Tourismus auch die letzten Naturräume der Welt zerstört werden. Sie wünschen sich daher Lösungen, um "grün" zu reisen. Die Verantwortung dafür liegt zwar auch bei den Reisenden selbst, doch kann die Reisebranche einen wichtigen Teil dazu beitragen und an Ideen, wie solche Lösungen aussehen können, mangelt es nicht. Wer diese findet und frühzeitig umsetzt, kann dadurch einen wichtigen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz erlangen.

Die Hotelkette a&o hostels gilt hierbei als Vorreiter. Denn sie setzt nicht nur im Rahmen von "a&o GREEN" die Nachhaltigkeit umfassend um, sondern hat einen Weg gefunden, um mehrere wichtige Trends zu vereinen: Digitalisierung, beispielsweise durch eine Online-Befragungen von Gästen, um ihre Wünsche noch besser zu kennen - und zu erfüllen. Eine Desinfektion mit Ozonwasser für eine nachhaltige Reinigung. Flexible Stornorichtlinien, um für Schulklassen (noch) attraktiver zu werden. Ein Ausbau von Longstay-Angeboten für Wohnungssuchende. Diese sind nur einige von vielen Beispielen, inwiefern a&o hostels als Benchmark der Branche dient.

Wenn Reisen und Alltag verschwimmen

Mann sitzt mit Tablet auf einem Stuhl (Bild: terovesalainen - Adobe Stock)
Die Anzahl an Personen, die auch während einer Reise arbeiten, steigt (Bild: terovesalainen - Adobe Stock)

Mit dem Longstay ist ein weiteres wichtiges Stichwort gefallen. Denn durch die Zunahme der "Remote Work" verschmelzen das Berufs- und das Privatleben bei vielen Menschen immer mehr. Das bedeutet auch, dass es eine immer größere Anzahl an Personen gibt, die während einer Reise arbeiten und so das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Digitale Nomaden sind dafür ein hervorragendes Beispiel, die sich oft für mehrere Wochen oder Monate an einem Ort aufhalten, dort quasi auf Zeit wohnen und dann weiterreisen.

Ebenso gibt es durch den Wohnraummangel in vielen deutschen Städten eine steigende Nachfrage nach Übergangslösungen, bis Zugezogene eine eigene Wohnung gefunden haben, beispielsweise im Rahmen eines Jobwechsels oder bei der Aufnahme eines Studiums.

Auch deshalb steigt die Nachfrage nach Longstay-Angeboten stetig, die spezielle Konditionen mit sich bringen, beispielsweise hinsichtlich Buchung, Flexibilität oder Hotelservices - und auch diesen Trend hat die deutsche Budget-, Hotel- und Hostelkette erkannt. Unternehmen wie a&o hostels machen also deutlich, dass es in den aktuellen Zeiten wichtiger ist denn je, sich angesichts der Veränderungen neu zu sortieren. Dann ist es möglich, umfassend von diesen zu profitieren.

Auswirkungen der Corona-Krise auf die Reisebranche

Kaum eine Entwicklung hat die Reisebranche in der Vergangenheit so grundlegend verändert - und erschüttert - wie die Corona-Pandemie. Um 39 Prozent ist der Umsatz des Gastgewerbes im Jahr 2020 eingebrochen. Besonders gering war dieser in den Wintermonaten, bedingt durch das Beherbergungsverbot. Wann sich die Branche erholen wird, wird daher zu großen Teilen von der weiteren Entwicklung der Pandemie abhängen. Dass die Deutschen anschließend wieder reisen werden, steht hingegen außer Frage. Denn auch im Jahr 2020 war die Reiselust innerhalb der gegebenen Möglichkeiten ungebrochen.

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Viel spannender ist daher die Frage, wie das Reisen anschließend an die Corona-Krise aussehen wird. Einerseits kann sie, wie bereits erwähnt, als Treiber der Entwicklungen fungieren, die sich bereits seit einigen Jahren andeuten. Andererseits könnte sich in gewissen Belangen ein Umdenken bei den Kunden bemerkbar machen. Hinzu kommen eventuelle "neue" Hürden wie Grenzkontrollen, wo früher keine waren, oder Anforderungen wie ein EU-Impfpass - noch handelt es sich dabei aber um reine Spekulation. Fakt ist: Alle betroffenen Länder sind daran interessiert, dass sich der Tourismus schnellstmöglich erholt, denn er hat nicht nur in Deutschland eine große Bedeutung für die Wirtschaft. Fakt ist aber auch, dass die Krise zu einer Ausdünnung der Reisebranche führen wird, sprich einige Unternehmen werden diese nicht überstehen, was die Konkurrenzsituation auf dem Markt entschärfen könnte.

All das könnte wiederum steigende Preise für Reisende bedeuten, die darauf vielleicht mit einer Änderung ihrer Reisegewohnheiten reagieren. Doch auch das sind bislang nur spekulative Überlegungen. Für die Reisebranche bedeutet die aktuelle Situation daher vor allem, abwarten zu müssen und die Flaute bestenfalls zu nutzen, um sich auf die Zukunft vorzubereiten, beispielsweise in Form von umfassenden Digitalisierungsprojekten.

Urlaub im eigenen Land: Ein Trend, der bleibt?

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Reisegewohnheiten der Deutschen nach der Corona-Krise verändern, ist in jedem Fall hoch. Denn eine solche Tendenz ließ sich bereits vor der Pandemie beobachten. Schon als das Reisen ins Ausland noch problemlos möglich war, gab es einen Trend zum Urlaub im eigenen Land. Immer mehr Deutsche sind also bewusst in Deutschland geblieben, um dort zu reisen oder ihren Erholungsurlaub zu verbringen. Von Camping über Aktivurlaube bis hin zum klassischen Badeurlaub oder Städtetrip galt das für quasi alle Urlaubsarten. Die Gründe dafür waren vielfältig, beispielsweise Kostenersparnisse, die bereits erwähnte Nachhaltigkeit oder schlichtweg eine Flucht vor dem internationalen Massentourismus. Besonders extrem wurde dieser Trend natürlich im Jahr 2020, denn für viele Menschen war der Urlaub im eigenen Land während der Krise schlichtweg die einzige Option. Das könnte auch noch eine weitere Saison so bleiben - oder sogar mehrere Jahre.

Fraglich ist, ob sich der Trend anschließend fortsetzen wird. Denkbar ist auch eine aktive Gegenbewegung. Schließlich werden viele Menschen bewusst die Chance nutzen, um ins Ausland zu reisen, sobald das wieder möglich ist. Andere sind vielleicht auf den Geschmack gekommen und möchten weiterhin bevorzugt innerdeutsch reisen. Ob der Trend zum Urlaub im eigenen Land bleibt, lässt sich daher nicht mit Sicherheit sagen. Solange aber das Umwelt- und Klimabewusstsein der Reisenden weiter steigt, wird die Zahl der Reisenden im eigenen Land zumindest auf einem hohen Niveau bleiben. Nach einem kurzen Aufschwung der Fernreisen könnten sich die Trends also nach der Krise ähnlich fortsetzen wie zuvor. Schlussendlich lautet die Devise diesbezüglich: abwarten!

Weitere mögliche Reisetrends der Zukunft

Frauen sitzen zusammen an einem Tisch und suchen ein Reiseziel aus (Bild: Monet - Adobe Stock)
Es entwickeln sich auch neue Reisetrend, die sich zukünftig etablieren könnten, wie z.B. das Glamping (Bild: Monet - Adobe Stock)

Selbiges gilt also für weitere Trends bezüglich des Reiseverhaltens, die sich vor der Pandemie abgezeichnet hatten. Dazu gehört zum Beispiel das Camping: Immer mehr, auch jüngere, Reisende haben sich in den vergangenen Jahren für das Camping entschieden, häufig mit einem gemieteten oder eigenen Campingfahrzeug. Aber auch Varianten wie die Fahrradtour mit Übernachtung im Zelt haben sich im Sinne der Nachhaltigkeit steigender Beliebtheit erfreut. Vielen Menschen ist diese Art von Urlaub aber nicht komfortabel genug. Das hat zu einem weiteren Trend geführt: dem Glamping. Es soll den Urlaubern die perfekte Kombination bieten aus den Vorzügen des Campings wie der Naturnähe und dem Luxus, den viele Menschen auf einer Reise suchen.

Ein weiterer nennenswerter Trend der Reisebranche in den vergangenen Jahren ist jener, dass eine große Urlaubsreise mehreren kleineren Ausflügen oder Erlebnissen weicht. Viele Menschen integrieren Freizeitaktivitäten, die bislang im Rahmen einer Reise ausgeführt wurden, mittlerweile in den Alltag. Grund dafür ist auch die verstärkte Mobilität durch die "Remote Work", wie sie bereits erwähnt wurde. Die Deutschen sind also im Alltag mobiler, was ihren Drang zur klassischen Urlaubsreise schmälert. Stattdessen wünschen sie sich neue Möglichkeiten für Kurzaufenthalte, Freizeitaktivitäten & Co, um sich sozusagen an Wochenenden oder einfach nach Feierabend einen "Kick" zu holen oder etwas Entspannung oder wonach auch immer sie sich sehnen; was eine Chance für neue Geschäftsmodelle in der Reisebranche bietet.

Zuletzt könnte es sein, dass das Reisen per se in Zukunft an Bedeutung verliert. Denn bereits vor der Corona-Krise gab es eine steigende Anzahl an Personen, die sich lieber in der Freizeit in ihr eigenes Zuhause zurückziehen als in andere Länder aufzubrechen - vor allem der digitalen Technologien wegen. Dieser Trend geht Hand in Hand mit jenem zum Urlaub im eigenen Land. Viele Menschen bevorzugen also den Urlaub auf "Balkonien", wie man so schön sagt, sprich jenen in den eigenen vier Wänden. Das kann ökologische Hintergründe haben, ebenso wie die Intention zum Sparen. Denn Deutschland hat in den vergangenen Jahren eine eher schwache Einkommensentwicklung aufgewiesen, was sich negativ auf die Reiselust ausgewirkt hat. Verstärkt wurde der Trend durch die Wirtschaftskrise mit Folgen wie der Kurzarbeit, von der viele Deutsche im Rahmen der Pandemie betroffen waren oder sind. Hinzu kommen Sicherheitsbedenken bei vielen Auslandsreisen, was nicht nur die aktuelle Gefahr durch Covid-19 betrifft, sondern auch allgemeine Risiken wie Kriminalität, Terrorismus & Co.

Fazit und Ausblick

Mit Sicherheit lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt also nur sagen, dass sich die Reisebranche derzeit in einem grundlegenden Wandel befindet. In den vergangenen Jahren sind viele Trends ersichtlich geworden, doch nicht alle werden von Dauer sein. Zudem hat die Corona-Krise die Reisebranche vor neue Herausforderungen gestellt und könnte das Reiseverhalten der Deutschen in den kommenden Jahren prägen. Es ist daher schwierig, einen realistischen Ausblick in die Zukunft zu geben. Sicher ist aber, dass sich Reiseunternehmen schon jetzt an die Entwicklungen wie die Digitalisierung anpassen müssen; dann können sich daraus Chancen wie neue Geschäftsmodelle oder Kosteneinsparungen durch den Einsatz von KI ergeben - um nur zwei von vielen Beispielen zu nennen.

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/jr

 

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