Quartalszahlen Deutliches Quartalswachstum bei Ipsos

Insgesamt liefert das französische Marktforschungsunternehmen Ipsos für das dritte Quartal 2022 gute Zahlen ab: Ein Wachstum von 14,3 Prozent veranschaulicht die Dynamik - auch, wenn es einige Herausforderungen in China und Europa gibt.

Ipsos zeigt sich in diesem Herbst von seiner besten Seite und verzeichnet deutliches Wachstum im Umsatz (Bild: picture alliance / Zoonar | Matej Kastelic)

"Unsere Resultate zeigen ein substanzielles Wachstum", verkündet das französische Marktforschungsunternehmen Ipsos in einer Pressemitteilung zu den Quartalszahlen 2022. Auf 601,5 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 526,3 Millionen Euro) und somit um 14,3 Prozent legten die Umsätze im dritten Quartal zu. Auch organisch, also ohne Zu- und Verkäufe, lag das Wachstum bei 5,3 Prozent.

Das Unternehmen rechnet dabei ganz bewusst Wachstumseffekte durch COVID-bedingte Verträge noch einmal heraus und kommt dann sogar auf 6,9 Prozent organisches Wachstum. Noch vor einem Jahr sorgte man sich eher darum, ob die Vor-Corona-Zeit wohl schon wieder hergestellt sei - bei Ipsos war das bereits der Fall.

EMEA ohne organisches Wachstum

Leider wechselt Ipsos in seinen offiziellen Dokumenten, auch in der Investorenpräsentation, zur ausschließlichen Betrachtung der Neun-Monats-Zahlen.

So spiegeln sich die schon beschriebenen Herausforderungen in Europa in einer organischen Stagnation (0 Prozent) bzw. einem kleinen nominellen Wachstum von 1,6 Prozent für die ersten neun Monate des Jahres 2022 wider: Die Region EMEA kommt nun auf 743,3 Millionen Euro Umsatz (Vorjahreszeitraum: 731,9 Millionen Euro).

Hier zeigten sich, so Ipsos, die Auswirkungen des Ukraine-Krieges aber auch deutlich das Auslaufen von COVID-Verträgen, deren Herausnahme dann ein Wachstum von 5 Prozent bedeutet hätte. EMEA hat einen Gesamtanteil von 43 Prozent am Umsatz und ist damit die bedeutendste Region, wenn auch mit abnehmender Bedeutung (2021: 48 Prozent).

Denn die Region „Americas“ konnte mit einem deutlichen Plus von 27,2 Prozent (organisch: 14 Prozent) auf nun 678,7 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 533,5 Millionen Euro ) erneut sehr kräftig zulegen und kommt mittlerweile auf einen Umsatzanteil von 39 Prozent bei Ipsos. Sowohl die USA - als eine strategische Priorität - als auch Südamerika seien sehr gut gewachsen, so Ipsos.

Und auch "Asia/Pacfic" legt mit 301,3 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 254,2 Millionen Euro noch einmal deutlich um 18,5 Prozent (organisch: 10 Prozent) zu. Hier machten die andauernden Lockdowns in China zu schaffen, aber Indien und Korea wuchsen ordentlich.

"Corona-Effekte" im Segment Citzens

Ipsos betont auch bei den Segmenten, dass COVID-bedingte Verträge auslaufen. Besonders deutlich wird das im Segment "Citizens", wo das organische Wachstum um 7,5 Prozent einbrach. Interessant dabei: Hier verzichtet Ipsos nun auch auf die Angabe des realen Wachstums, noch im letzten Jahr wurde das zusätzlich aufgeführt. So ist auch der Blick auf die Vorjahreszahlen interessant: Wurden nun in den ersten neun Monaten 2022 insgesamt 283,3 Millionen Euro umgesetzt, so waren es im Jahr zuvor 281,1 Millionen Euro. Real gab es in diesem Segment also ein leichtes Wachstum

Das Segment „Consumers“ weist mit einem Anteil von 47 Prozent am Gesamtumsatz und einem Umsatz von 802,2 Millionen Euro ein deutliches Wachstum aus. Denn noch im Vorjahreszeitraum  waren es 664,7 Millionen Euro und somit gab es eine organische Steigerung von 12,5 Prozent.

Auch "Customers and employees" zeigt eine gute Performance mit 352,6 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum:  314,9 Millionen Euro, organisches Wachstum: + 8 Prozent). Und auch "Doctors and patients" entwickelt sich - nachdem es hier in der Pandemie einen Sondereffekt gab - moderat mit 285,1 Millionen Euro Umsatz (Vorjahreszeitraum: 258,9 Millionen Euro Umsatz) und somit einen organischen Wachstum von 3,5 Prozent.

Weiterhin positiver Ausblick auf das Jahr

"Wir sind stolz, dass wir eine bessere Performance liefern konnten, als versprochen", sagt Ipsos mit seinem CEO Ben Page in der Pressemitteilung. Man gehe von einem organischen Gesamtwachstum für 2022 näher an 6 als an 5 Prozent aus. Man erreiche auch eine deutlich höhere Profitabilität als in der Vergangenheit. Auch wenn sich einige Kunden vorsichtiger zeigten, erwarte man keine signifikanten Auswirkungen. Das Auftragsbuch sei Stand Ende September um 8 Prozent besser gefüllt als noch im letzten Jahr.

Ipsos ist an der Pariser Börse gelistet. Traditionell gibt das Unternehmen seine Zahlen immer erst nach Börsenschluss bekannt. Auch, wenn der Aktienkurs im Tagesverlauf um 1,18 Prozent auf 50,20 Euro leicht absackte, so zeigt das Unternehmen doch übers Jahr betrachtet eine sehr gute Performance. Noch vor einem Jahr notierte die Aktie deutlich niedriger bei knapp unter 40 Euro.

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Über die Person

Jörg Stroisch arbeitet seit 2002 als freier Finanzjournalist für unterschiedliche Themen und Medien. Als Diplom-Sozialwissenschaftler hat er von seiner Ausbildung her einen engen Bezug zu Marktforschung, Statistik und Methodenlehre. Auch Themen rund um die Digitalisierung und das Projektmanagement (insbesondere agile Methoden) stehen bei ihm im Fokus.

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