Aktuelle Zahlen Deutlicher Umsatzrückgang für Kantar

Die Jahreszahlen beim Marktforschungsunternehmen Kantar spiegeln deutlich die Corona-Pandemie wider. Um deutliche elf Prozent ging der währungsbereinigte Umsatz zurück.

von Jörg Stroisch

Das Jahresergebnis zeigt auch beim Marktforschungsforschungsunternehmen Kantar deutlich die Auswirkungen der Corona-Pandemie: Wurden im Jahr 2019 noch 3,922 Milliarden US-Dollar umgesetzt, waren es 2020 nur noch 3,479 Milliarden US-Dollar (alle Zahlen auf Basis konstanter Währungskurse; normaler Umsatz: 3,425 Milliarden US-Dollar). Das ist ein Rückgang um elf Prozent.

Zum Vergleich: Bis zum Halbjahr und Drei-Viertel-Jahr 2020 verbuchte Kantar noch einen Verlust von zwölf Prozent, so dass davon ausgegangen werden kann, dass zumindest das vierte Quartal wieder besser lief – auch bei Wettbewerbern war das ja so. Kantar wurde vom Investor Bain Capital zu großen Teilen von WPP übernommen. 60 Prozent des Marktforschungsunternehmens gehören ihm. Am 29. Oktober 2020 wurde der sechste und finale Schritt dieser Transaktion vollzogen.

Corona-Pandemie sorgt für Einbrüche

Die Investorenpräsentation, die nach einer Registrierung auf Kantar.com zugänglich ist, beschreibt den Corona-bedingten Rückgang vor allem in den mehr kundenorientierten Geschäftsfeldern "Insights", "Consulting" und "Public". Leider wird deren Anteil nicht aufgeschlüsselt, aber "Insights" ging um 17 Prozent zurück, weil die Kunden ihr Engagement im Testen neuer Produktinnovationen zurückgefahren hätten. Davon nicht betroffen seien aber die Holistic Brand Guidance (HBG) und der Marketplace gewesen.

Der Bereich "Consulting" verlor 19 Prozent, der Bereich "Public" immer noch zehn Prozent. Hingegen konnte der "Health"-Bereich um zehn Prozent zulegen, ebenfalls das "Worldpanel" um zwei Prozent.

Weiterhin stark zurück gingen die "schneller wachsenden Märkte" (um 14 Prozent), am stärksten Afrika und der Mittlere Osten. Aber auch die Hauptmärkte ließen aufgrund der Corona-Pandemie um  Prozent nach.

Kostenreduktion bei Kantar

Bedingt durch die Corona-Pandemie gingen auch die direkten Kosten zurück: Um insgesamt 17 Prozent und 231 Millionen US-Dollar reduzierten sie sich auf nun 1,384 Milliarden US-Dollar runter (Vorjahreszeitraum: 1,153 Milliarden US-Dollar).

Aber auch bei den Personal- und administrativen Kosten unternahm Kantar Sparbemühungen. So sanken die Personalkosten um 80 Millionen US-Dollar (fünf Prozent) auf nun 1,505 Milliarden US-Dollar (Vorjahreszeitraum: 1,585 Milliarden US-Dollar). marktforschung.de berichtete kurz vor Weihnachten über die Auswirkungen auch für Deutschland. Auch die administrativen Kosten wurden um 67 Millionen US-Dollar (16 Prozent) auf nun 361 Millionen US-Dollar (Vorjahreszeitraum: 428 Millionen US-Dollar) reduziert.

Kantar ist nicht an der Börse gelistet. Das Unternehmen stellt seine Zahlen alle drei Monate zur Verfügung. Sie sind nach einer Registrierung in einem geschützten Bereich für Interessenten verfügbar.

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