Digitale Zukunft Bezahlen 2030: Wie digital wird die Zukunft?

Über die Jahrhunderte haben sich die Möglichkeiten des Bezahlens stark verändert. Während vor langer Zeit Tauschgeschäfte an der Tagesordnung waren, hat irgendwann das Bargeld den Hauptteil der Zahlungsmöglichkeiten ausgemacht. Mittlerweile gibt es immer mehr digitale und komfortable Optionen des Bezahlens, die vermutlich im nächsten Jahrzehnt an Relevanz gewinnen und sich zunehmend entwickeln werden. Wie digital werden die Menschen im Jahr 2030 bezahlen?

Mobiles Payment mit dem Smartphone (Bild: Rido - Adobe Stock)
Mobile Payment mit dem Smartphone wird wahrscheinlich in Zukunft immer mehr an Relevanz gewinnen. (Bild: Rido - Adobe Stock)

Zunehmende Digitalisierung im Finanzsektor schon heute

Bereits seit einigen Jahren und Jahrzehnten lässt sich beobachten, dass der Finanzsektor zunehmend digitalisiert wird. Unter anderem findet dies durch das Online-Banking statt, welches der erst wirklich große Schritt in diese Richtung war.

Verbreitung des Online-Banking

Erste Versuche im Bereich des Online-Banking gab es bereits in den 80er-Jahren. Damals war es noch wenig verbreitet. Über die letzten Jahrzehnte hat es sich immer mehr durchgesetzt und ist heute aus dem Alltag vieler Bankkunden nicht mehr wegzudenken.

Sicherlich spielte hierbei die zunehmende Verbreitung des Internets eine große Rolle. Die Vorteile liegen dabei in verschiedenen Faktoren begründet, unter anderem:

  • Komfort
  • Überblick
  • Zugang und Handlungsmöglichkeiten zu jeder Tages- und Nachtzeit

Der Anteil der Online-Banking-Nutzer in Deutschland lag im Jahr 2018 bei 59 Prozent der Bevölkerung. In anderen Ländern ist diese Zahl noch höher. In Norwegen beispielsweise nutzen es 93 Prozent. Seit Beginn der Corona-Pandemie wird das Online-Banking hierzulande zudem von vielen Menschen häufiger genutzt als zuvor.

Aktuell gängige Digitalisierung in anderen Bereichen

Aber auch in anderen Bereichen der Finanzwirtschaft setzen Unternehmen zunehmend auf Digitalisierung, die von den Kunden umfangreich angenommen wird. Dies gilt beispielsweise für das Erhalten und die Auswahl von Krediten.

So gibt es mittlerweile Anbieter, die ihren Kunden ermöglichen, online einen Kredit zu berechnen. Auf diese Weise können die individuellen Kosten des Darlehens sehr einfach und schnell erschlossen werden. Hier besteht, ähnlich wie beim Online-Banking, rund um die Uhr eine Verfügbarkeit.

Neben dem Bezahlen werden also außerdem die möglichen Kosten sowie das Leihen von Geld zunehmend digitalisiert. Das Beispiel kann als ein Beleg dafür gewertet werden, dass der Finanzsektor die Relevanz des Internets und der virtuellen Möglichkeiten erkannt hat und immer mehr auf diesen Bereich setzt.

Rückgang des Bargeldes

Gleichzeitig lässt sich beobachten, dass ein Rückgang der Nutzung des Bargeldes im Alltag der Menschen begonnen hat. Dies lässt sich an verschiedenen Faktoren und Ereignissen festmachen und belegen.

Abschaffung des 500-Euro-Scheins

Auf europäischer Ebene wurde ein erster Schritt im Jahr 2019 mit dem Stopp der Produktion von 500-Scheinen unternommen. Damals wurde das Thema umfangreich diskutiert. Gründe für die Beendigung der Herstellung waren unter anderem die Eindämmung von kriminellen Aktivitäten wie Geldwäsche oder Steuerhinterziehung.

Durch den Schein konnten größere Summen kompakter gefasst werden. Dieses Argument ließe sich in logischer Konsequenz bis hin zu einem kompletten Verzicht auf das Bargeld fortsetzen, da es in diesem Fall noch schwerer wäre, verschiedenen illegalen Aktivitäten nachzugehen.

Der Grund hierfür ist die in der digitalen Welt gegebene höhere Nachvollziehbarkeit von Transaktionen. Trotz der Beendigung der Produktion gibt es immer wieder Meldungen, dass nach wie vor viele solcher Scheine im Umlauf sind.

Gesellschaftlicher Wandel

Neben diesem Schritt lässt sich zudem ein gesellschaftlicher Trend zur weniger umfangreichen Verwendung des Bargeldes erkennen. Vor allem im Rahmen der Corona-Pandemie hat neben weiteren Veränderungen im Verhalten der Konsumenten das kontaktlose Bezahlen deutlich zugenommen.

Hierdurch versuchen Verbraucher, das Risiko der Ansteckung zu verringern. Personen, die vor Beginn der Ausbreitung des Virus noch mit Bargeld bezahlt haben, könnten durch die Alltagsnutzung von kontaktlosen Zahlungsmöglichkeiten deren Vorteile kennen und schätzen lernen.

Dazu gehört unter anderem der Komfort, sich den Weg zur Bank zu sparen und Transaktionen einfacher, also beispielsweise ohne Wechselgeld, gestalten zu können. Es könnte vermutet werden, dass einige Menschen nach der Pandemie bei diesen Wegen des Payments bleiben, da sie sich im Alltag ritualisiert und als angenehm erwiesen haben.

Mobile Payment: Bereits heute präsent

Eine dieser kontaktlosen Zahlungsmethoden, die bereits häufig genutzt wird, ist das Mobile Payment. Hierbei bezahlt der Kunde mit dem Smartphone. Dafür sind sozusagen virtuelle Kreditkarten gespeichert, die Transaktionen möglich machen.

Möglichkeiten und Vorteile

Zur Umsetzung im Alltag gibt es verschiedene Apps, unter anderem "Apple Pay" und "Mobiles bezahlen". Letztere wurde von der Sparkasse auf den Markt gebracht und ist im Google-Play-Store zu finden. Weitere Anbieter, die Möglichkeiten für Zahlungen mit dem Smartphone offerieren, sind unter anderem:

  • Payback Pay
  • Samsung Pay

Die Sicherheit wird dabei ähnlich wie bei Kartenzahlungen eingeschätzt. Die Vorteile dieser Methode liegen vor allem im Komfort. Nicht nur das Bargeld wird überflüssig, sondern auch die passende Karte. In einer digitalisierten Welt haben viele Menschen ihr Smartphone jederzeit bei sich.

Entwicklung, aktueller Stand, Zukunft

Das Mobile Payment hat sich im letzten Jahrzehnt zunehmend entwickelt, ist allerdings ein vergleichsweises neues Phänomen. Die App "Mobiles bezahlen" der Sparkasse beispielsweise gibt es erst seit dem Jahr 2018. Insofern werden erst die nächsten Jahre zeigen können, ob und inwieweit sich die Entwicklung festigen und zu einem dauerhaften Faktor in der Welt des Bezahlens werden kann.

Anhand von aktuellen Zahlen zur Nutzung zeigt sich eine deutliche Altersschere. Während laut einer Studie aus dem Jahr 2019 46 Prozent der unter 30-Jährigen diese Art des Zahlens nutzten, waren es bei den über 60-Jährigen nur 12 Prozent.

Interessant ist allerdings vor allem eine weitere Zahl dieser Studie: Danach wollen 57 Prozent der deutschen in fünf Jahren mobil zahlen. Dies belegt einmal mehr, dass in diesem Sektor nach wie vor großes Potenzial liegt, welches die Verbraucher in Zukunft zunehmend nutzen möchten.

Bezahlen per Sprachassistenten

Sprachassistent (Bild: tanaonte - Adobe Stock)
Sprachassistenten spielen vor allem beim Online-Shopping bereits heute eine wachsende Rolle. (Bild: tanaonte - Adobe Stock)

Eine weitere technische Entwicklung, die in Zukunft eine größere Rolle bei Zahlungsabwicklungen spielen könnte, sind Sprachassistenten. Diese gibt es für die verschiedensten Hilfen im Alltag seit einigen Jahren in vielen Haushalten.

Das digitale Einkaufen mithilfe der Stimme wird Voice Commerce genannt. Bekannte Modelle der Sprachassistenten, die der Markt aktuell bietet, sind unter anderem:

  • Siri
  • Alexa
  • Google Home

Diese können bereits jetzt Einkäufe tätigen. Sie handeln dabei auf Anweisung ihres Besitzers, was im Alltag einen großen Komfort bietet. Über Alexa können beispielsweise Einkäufe bei Amazon getätigt werden.

Ein Einzelhändler aus Aachen nutzt das System Alexa ebenfalls für seine Kunden. Sie bekommen auf Nachfrage Angebote und können diese auf die Einkaufsliste setzen. An einer ganzen Reihe von Tankstellen in den USA dient Alexa bereits heute dazu, den Kauf abzuwickeln, die eigentliche Transaktion findet dabei über Amazon Pay statt.

Der Sprachassistent dient bei allen genannten Möglichkeiten vor allem dem Vorgang des Einkaufens. Für die Bezahlung selbst sind häufig noch weitere virtuelle Varianten des Payments notwendig. Die Forschung arbeitet daran, dass solche Möglichkeiten der KI in Zukunft die Wünsche des Nutzers zunehmend von selbst erkennen, erschließen und umsetzen können- auch bezüglich der Einkäufe.

Identifizierung anhand von Körperteilen: Fingerabdruck und Gesichtserkennung

Seit einigen Jahren werden außerdem immer mehr Versuche unternommen und für die Verbraucher umgesetzt, mithilfe der eigenen biometrischen Daten zu zahlen. Hierbei sind verschiedene Möglichkeiten relevant, allen voran:

  • Fingerabdruck
  • Gesichtserkennung

Zahlen mit Fingerabdruck

Beim Zahlen mit dem Fingerabdruck dient dieser als eine Art Verifikation. Er ersetzt sozusagen eine PIN-Nummer oder Unterschrift. Dabei wird der Finger auf ein Lesegerät aufgelegt, das den Abdruck dann erkennt und den Zahlungsvorgang umsetzt. Bereits heute gibt es Möglichkeiten, auf diese Weise Einkäufe zu tätigen.

Zum einen wurden bereits vor einigen Jahren Möglichkeiten vorgestellt, bei dem der Vorgang durch die Unterstützung einer Chipkarte durchgeführt wird, die der Kunde bei sich trägt. Eine weitere Option besteht darin, sich bei einem entsprechenden Händler wie einem Supermarkt zunächst mit dem Fingerabdruck zu registrieren. Daraufhin können die Einkäufe durch einfaches Auflegen des Fingers ohne weitere technische Hilfe oder Geräte bezahlt werden.

Im Bereich des Online-Shoppings gibt es ebenfalls solche Möglichkeiten, unter anderem werden sie seit einigen Jahren von Mastercard angeboten. Der Fingerabdruck macht hierbei das Passwort für die Transaktion überflüssig.

Der Vorteil dabei ist, dass ein Fingerabdruck sehr schwer zu fälschen ist. Beim Online-Shopping beispielsweise ist eine PIN sicherlich mit etwas Hintergrundwissen oder Überlistung eines Verbrauchers leichter zu knacken.

Dies macht diese Art der Zahlung sicher und schützt vor Betrug, Nachteilen bei einem Diebstahl und Ähnlichem. Schlussendlich ist diese Methode sehr komfortabel, da der Nutzer kein Bargeld, keine Karte und häufig kein weiteres eigenes Gerät benötigt.

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Zahlen mit Gesichtserkennung

Eine weitere Möglichkeit ist das Payment mit Gesichtserkennung. Ein entsprechendes Gerät erkennt nach einer Registrierung und dem Scannen des Gesichtes die individuellen Gesichtszüge des Verbrauchers und wickelt daraufhin die Transaktion ab.

Dies geschieht vorwiegend über die hinterlegten Kontodaten. Diese Art des Bezahlens wird auch "Face Pay" genannt. Unter anderem Mastercard bietet das Verfahren zur Verifizierung von Kreditkartenzahlungen an.

In China gibt es seit mehreren Jahren Tool "FrogPro", über welches das Payment per Gesicht ebenfalls funktionieren soll. Dabei ist keine Kreditkarte notwendig, das Geld wird nach der Erkennung vom Konto des Verbrauchers abgebucht.

Allerdings gibt es beim Face Pay je nach Anbieter Nachteile, die weitere Entwicklungen nötig machen. In einigen Fällen wird das Gesicht nur auf ausreichende Ähnlichkeit überprüft, wodurch Sicherheitslücken entstehen können. Face Pay wird daher womöglich noch einige Zeit brauchen, bis es reif für die alltäglichen Transaktionen der großen Masse ist.

Bezahlen durch Armbänder, Uhren und andere Wearables

Eine weitere Form des Mobile Payments, die bereits aktuell genutzt wird, ist das Bezahlen durch sogenannte Wearables. Dies sind meistens Uhren oder Armbänder, die den Vorgang sehr komfortabel ermöglichen.

Bezahlen mit Smartwatches

Für diese Art des Einkaufens werden momentan vor allem Smartwatches genutzt. Der Verbraucher hält seine Uhr an ein Lesegerät, welches Terminal genannt wird, und der Vorgang erledigt sich von selbst. Zu den Uhren gibt es in den meisten Fällen Apps, bei welchen mindestens eine Kreditkarte hinterlegt werden muss.

Hierfür werden ebenfalls Anwendungen wie Apple Pay oder Google Pay genutzt. Damit die Verbraucher den Überblick nicht verlieren, listen einige Apps zusätzlich die erfüllten Transaktionen auf.

Insoweit sind die Smartwatches in ihrer Nutzungsart dem Payment via Smartphone sehr ähnlich. Über die App werden sie zu einer Art virtuellem Portemonnaie, in welches verschiedene Karten integriert werden können. Einige Uhren beinhalten bis auf die Möglichkeit des Payments keine weitere Smart-Technologie. Sie sind also speziell und ausschließlich für diesen Zweck erweitert worden.

Bezahlen mit Smartwatches (Bild: Seventyfour - Adobe Stock)
Das Bezahlen mit Smartwatches hat viele Gemeinsamkeiten mit dem Payment via Smartphone (Bild: Seventyfour - Adobe Stock)

Zukunft mit Datenbrillen?

Ähnlich wie Smartwatches können Fitnessarmbänder genutzt werden. Die Zukunft des Bezahlens mit Wearables könnte durch Datenbrillen bereichert werden. Hierbei spielen womöglich Methoden wie ein Netzhautscan eine Rolle. Allerdings ist die Technik aktuell noch nicht so weit, dies in der Realität alltagstauglich umzusetzen.

Die Technik für Datenbrillen wird jedoch seit Jahren stetig weiterentwickelt. Unabhängig von einem Einsatz für monetäre Transaktionen ist das Interesse in Deutschland an dieser Technologie groß. Bereits 2015 konnten sich laut einer Umfrage 38 Prozent der Deutschen vorstellen, ein solches Gerät zu nutzen.

Die Relevanz von Kryptowährungen

Bei der Frage nach dem Bezahlen der Zukunft spielen nicht nur die Methoden, sondern auch die Währungen eine entscheidende Rolle. Kryptowährungen beispielsweise erlebten in den letzten Jahren einen regelrechten Hype.

Kryptowährungen als Zahlungsmittel

Zum einen dienen sie als Möglichkeit für Investments, als Zahlungsmittel sind sie ebenfalls nutzbar. Kryptowährungen passen grundsätzlich gut in die zunehmend digitale und kontaktlose Zukunft der Finanztransaktionen, da sie ausschließlich virtuell existieren. Somit sind sie als Zahlungsmittel sozusagen das passende Gegenstück zu den neuartigen Methoden.

Die wohl bekannteste Kryptowährung ist Bitcoin. Zum aktuellen Zeitpunkt ist sie für die Menschen noch kein im Alltag häufig genutztes Zahlungsmittel. Allerdings haben in den letzten Monaten einige Unternehmen und Payment-Anbieter angekündigt, Bitcoin oder andere Kryptowährungen zukünftig oder in absehbarer Zeit zu akzeptieren. Dazu gehören:

  • Tesla
  • Paypal (in den USA)
  • Mastercard
  • Visa

Die bekannten Namen dieser Firmen zeigen gleichzeitig die Relevanz, die solche Zahlungsmittel aktuell gewinnen. Zahlungsvorgänge mit Bitcoins werden durch die entsprechende Software oder Hardware zum Speichern der erworbenen Kryptowährung in Kombination mit der Blockchain, einer neuartigen digitalen Datenbank, ermöglicht. Für eine Transaktion benötigen Nutzer zudem die entsprechende Adresse des Zahlungsempfängers.

Kryptowährungen (Bild: Eisenhans - Adobe Stock)
Kryptowährungen erleben seit einiger Zeit einen Hype (Symbolbild). (Bild: Eisenhans - Adobe Stock)

Eine Blockchain glänzt vor allem durch Sicherheit und Transparenz, also zwei Faktoren, die bei der Frage nach der besten virtuellen Zahlungsmethode eine hohe Relevanz haben. Kryptowährungen sind gleichzeitig eine der ersten Sparten, für die die revolutionäre Technologie genutzt wird.

Sind digitale Währungen die Zukunft des Payments?

Womöglich sind die Ankündigungen der genannten Firmen, Kryptowährungen zu akzeptieren, der Beginn einer langen Entwicklung, an deren Ende eine alltägliche Nutzung der Kryptowährungen durch den sprichwörtlichen Otto-Normal-Verbraucher steht.

Manches spricht dafür, unter anderem die Beliebtheit solcher Zahlungsmittel und die Sicherheit der Blockchain. Dagegen spräche das Risiko, dass der Hype um die digitalen Währungen abflaut. Dies könnte unter anderem daran liegen, dass sie auch von Kriminellen und Terroristen gerne genutzt werden. Bei einem raschen Absinken der Beliebtheit hätten sie wohl gleichermaßen im Sektor des Payments keine große Relevanz mehr.

Vorteile der Payment-Methoden der Zukunft auf einen Blick

Insgesamt haben die Zahlungsmethoden einige Vorteile. Diese liegen neben weiteren vor allem in drei Faktoren:

  • Komfort
  • Schnelligkeit
  • mögliche Eindämmung von Kriminalität in verschiedenen Bereichen

Der Komfort liegt darin begründet, dass Verbraucher sehr einfach bezahlen können, ohne Bargeld oder Karten bei sich zu haben. So sparen sie sich den Weg zur Bank, das Vergessen einer Kreditkarte ist ebenfalls kein Problem mehr. Die Geräte, über welche einige der Zahlungsmethoden umgesetzt werden (Smartwatch, Smartphone) werden im Alltag für viele weitere Handlungen genutzt, sind also ohnehin ein Begleiter und in der Hosentasche bzw. am Körper vorhanden.

Ein weiterer Vorteil ist die Schnelligkeit. Statt lange die passenden Scheine zu suchen, wird das Gerät einfach vor den Terminal gehalten und die Zahlung erledigt sich von selbst. Das Herausgeben von Rückgeld wird ebenfalls überflüssig.

In einer immer schneller werdenden Welt kann dieser Punkt für Personen, die in ihrem Alltag wenig Zeit zum Einkaufen haben, ein relevanter Faktor sein. Momentan kommt ein womöglich verringertes Risiko einer Ansteckung mit Covid-19 aufgrund der Kontaktlosigkeit hinzu. Dies kann in Zukunft gleichermaßen für anderen Krankheiten gelten.

Ein weiterer positiver Faktor kann die Eindämmung krimineller Aktivitäten sein, beispielsweise in den Bereichen Schwarzgeld und Geldwäsche. Allerdings sollte dabei beachtet werden, dass Kriminelle sich sicherlich im Rahmen der modernen Payment-Formen Wege suchen werden. Dies zeigt sich beispielsweise bereits jetzt an der Beliebtheit von Kryptowährungen in diesem Milieu.

Mögliche Problemstellungen und Nachteile

Andererseits können die einzelnen Zahlungsmethoden der Zukunft verschiedene Problemstellungen aufwerfen und Nachteile haben. Dazu gehört unter anderem der Ausfall der Technik: Wenn es hierbei Probleme gibt, ist die Zahlung nicht möglich.

Fraglich ist außerdem, wie sicher beispielsweise Payment-Apps auf dem Smartphone bei einem Diebstahl des Gerätes sind. Hier kommt es sehr darauf an, in welchem Umfang der Besitzer und der Anbieter Vorkehrungen für diesen Fall getroffen haben.

Handydiebstahl (Bild: Gerhard Seybert - Adobe Stock)
Wie sicher sind Apps für das Mobile Payment im Falle eines Handydiebstahls? (bild: Gerhard Seybert - Adobe Stock)

Zudem besteht grundsätzlich das Risiko, dass die Technik ausgetrickst werden kann und Betrüger auf diese Weise ein gutes "Geschäft" machen. Dies ist beispielsweise bei einer Gesichtserkennung oder Verifikation durch ein Selfie gegeben.

Hinzukommen können Probleme bezüglich des Datenschutzes. Diese sind vor allem aufgrund der sehr persönlichen Informationen, welche die Nutzer häufig preisgeben, ein Thema. Dazu gehören allen voran:

  • Kontodaten
  • Fingerabdruck
  • Fotos zur Gesichtserkennung

Hierbei kommt es auf die Anbieter und die entsprechenden individuellen Regelungen an. Es ist nötig, in diesem Bereich durch die richtigen Maßnahmen ein möglichst umfangreiches Vertrauen bei den Verbrauchern zu schaffen.

Nachteile könnten außerdem für Personen höheren Alters bestehen. Dies liegt vor allem daran, dass diese Zielgruppe in einigen Fällen weniger Zugang zur digitalen Welt hat und somit gegenüber jüngeren Menschen im Nachteil wäre.

Schlussendlich müssen die neuen Zahlungsmethoden von den Verbrauchern angenommen und genutzt werden. Hierfür ist ein wachsendes Vertrauen in die Technik und die entsprechenden Vorteile unabdingbar. Je nach gesellschaftlicher Entwicklung könnte hierbei, zumindest bis zu einem gewissen Grad, ebenfalls ein Problem bestehen, falls eine neuartige Payment-Methode auf breite Ablehnung stößt.

/jr

 

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