Roland Berger Studie Beschäftigungseffekte von Startups und Scaleups

Welche Beschäftigungseffekte haben Startups und Scaleups auf den deutschen Arbeitsmarkt? Dieser Frage ist die Studie "Für ein Wirtschaftswunder 2.0 - Wie Startups und Scaleups den deutschen Arbeitsmarkt beflügeln" nachgegangen, die die Unternehmensberatung Roland Berger zusammen mit der Internet Economy Foundation (IE.F), dem Bundesverband Deutsche Startups e.V. und der Deutsche Börse AG erarbeitet und in Berlin veröffentlicht hat.

Mehr als 415.000 Menschen arbeiten aktuell in Deutschland für ein Startup oder Scaleup. Rund 1,6 Millionen Arbeitsplätze gibt es derzeit in Deutschland, die von diesen direkt geschaffen oder indirekt durch sie gesichert werden, insbesondere von 2018 bis 2020 verzeichnen sie einen überdurchschnittlichen Anstieg bei den Zahlen der Mitarbeitenden.  Aus Sicht der Autoren der Studie ergibt sich allerdings auch noch viel Potential: So halten sie einen direkten Beschäftigungsanstieg von 415.000 auf 974.000 bis zum Jahr 2030 im Bereich des Möglichen.

Wo entstehen die meisten Arbeitsplätze?

Auf zwölf Prozent der untersuchten Firmen bilden entfallen 40 Prozent der 415.000 Arbeitsplätze, genauer gesagt auf Unternehmen mit einer Größe zwischen 51 und 500 Mitarbeitenden. Hingegen entfallen auf 87 Prozent der Firmen, genauer Unternehmen der Größe von 2-50 Mitarbeitenden, 23 Prozent der 415.000 Beschäftigten. Gemeinsam entfallen also fast zwei Drittel der 415.000 Jobs auf Unternehmen mit einer Größe von 2-500 Mitarbeitenden.

Schaut man auf die einzelnen Sektoren, zeigt sich, dass die Zahl der Beschäftigten im Sektor „Konsumgüter“ in absoluten Zahlen am höchsten ist. Das könnte sich allerdings bald ändern, weil insbesondere die Bereiche „Fintech“ (+ 83 Prozent) und „Unternehmenssoftware“ / „Transport und Reisen“ (je + 68 Prozent) ein starkes prozentuales Wachstum verzeichnen. 

Start- und Scaleups: Zukunft des Arbeitsmarktes?

Größer gedacht könnte man sogar mehr als drei Millionen neuen Arbeitsplätze in Deutschland schaffen. Dazu müsste man den Anteil der Mitarbeitenden von Startups und Scaleups an der Gesamtbevölkerung auf ein Niveau von Startup-Nationen wie den USA bringen. Wenn es gelingt, bis 2030 dieses Jobwachstum zu erreichen, entspräche das etwa einer Verachtfachung der Arbeitsplätze bei Startups und Scaleups in weniger als zehn Jahren.  Dazu müsten aber auch die entsprechenden politischen Weichen gestellt und Rahmenbedingungen geschaffen werden.  Erforderlich ist etwa eine umfassende "Startup-Strategie", die die Themen Talente, Kapital und fairen Wettbewerb in den Fokus stellt.

Christian Miele, Vorstandsvorsitzender, beim Bundesverband Deutsche Startups:

"Die Studie zeigt, Startups sind eine Job-Rakete. Das muss für eine neue Bundesregierung Ansporn sein, Deutschland zu einer Startup-Nation zu machen. Startups müssen ganz oben auf die politische Agenda und Chef*innen-Sache werden. Bereits in den ersten 100 Tagen muss deutlich werden, dass die Stärkung von Startups oberste Priorität hat."

Niels Tomm, Beauftragter des Vorstands bei der Deutschen Börse:

"Die Mobilisierung von Kapital ist ein essentielles Thema für Start-ups, wenn es um Wachstum geht. Der Börsengang ist dabei ein wichtiges Instrument. Das Ziel muss es sein, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, warum ein Börsengang positive Auswirkungen auf die Skalierbarkeit und das Wachstum von Unternehmen hat. Dies hat nicht zuletzt auch einen positiven und langfristigen Effekt auf die Beschäftigungszahlen."

Initiatoren der Studie sind Jochen Ditsche, Senior Partner bei Roland Berger N3XT, Prof. Dr. Friedbert Pflüger, Vorsitzender der Internet Economy Foundation (IE.F), Christian Miele, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Deutscher Startups und Niels Tomm, Beauftragter des Vorstands der Deutschen Börse.  An der Studienerstellung waren folgende Gesellschaften beteiligt: Bundesverband Deutsche Startups e.V,  Deutsche Börse Group, IEF & Roland Berger.

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Zu Methodik & Definitionen:

Startups und Scaleups wurden in dieser Studie als neu geschaffene Unternehmen definiert, die mit einem innovativen Geschäftsmodell auf ein rasches Wachstum ausgerichtet sind. Dabei wurden nur Unternehmen berücksichtigt, die ab 2005 gegründet wurden, mindestens zwei Beschäftigte haben und deren Unternehmenssitz in Deutschland liegt. Im Unterschied zu Startups befinden sich Scaleups bereits in einer Phase besonders schnellen Wachstums. Für die Skalierung des Geschäftsmodells wird in diesem Stadium besonders dringend Fremdkapital benötigt.

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